
Manchmal braucht es gar keine große Festivalbühne oder bekannte Namen, um einen unvergesslichen Konzerttag zu erleben. Manchmal reicht eine gute Idee, ein gemütlicher Innenhof, sechs talentierte Künstlerinnen und Künstler und ein Publikum, das einfach Lust auf handgemachte Musik hat. Genau das war am Sonntagnachmittag beim ersten Local Frequency im Nerly in Erfurt zu spüren.
Schon kurz nach dem Start füllte sich der Außenbereich des beliebten Cafés und Restaurants bis auf den letzten Platz. Das kostenlose Kulturangebot lockte zahlreiche Musikbegeisterte an. Wer keinen Sitzplatz mehr im Schatten ergattern konnte, rückte einfach ein Stück zusammen. Die Sonne zeigte sich den gesamten Nachmittag von ihrer besten Seite – vielleicht sogar ein kleines bisschen zu gut. Schattenplätze waren schnell vergeben, doch die entspannte Stimmung ließ sich davon niemand nehmen. Stattdessen entstanden überall kleine Inseln des Miteinanders, auf denen gemeinsam gelacht, zugehört und applaudiert wurde.

Ins Leben gerufen wurde Local Frequency von der Sängerin Chanielle, die mit der neuen Konzertreihe regionalen Musikerinnen und Musikern eine Bühne geben möchte.
Die Idee dahinter: junge Acts zusammenbringen, Livemusik erlebbar machen und einen Ort schaffen, an dem sich Künstler und Publikum ganz unkompliziert begegnen können. Für die Musikerin war es die erste Veranstaltung dieser Art – und der Auftakt hätte kaum besser gelingen können.

Den musikalischen Start machte Paula Paroli, die den Nachmittag mit gefühlvollem Singer-Songwriter-Sound eröffnete.



Danach übernahm Aurantia und brachte mit Indie-Pop und Alternative-Klängen frischen Wind auf die kleine Bühne.



Anschließend stand Gastgeberin Chanielle selbst im Mittelpunkt. Mit ihrer sympathischen Art, ihrer ausdrucksstarken Stimme und ihren deutschsprachigen Popsongs wurde schnell deutlich, wie viel Herzblut sie nicht nur in ihre eigene Musik, sondern auch in dieses gesamte Projekt gesteckt hat.



Mit Fia Silena wurde es anschließend gefühlvoll und gleichzeitig eingängig. Ihre deutschsprachigen Popsongs passten perfekt in den entspannten Sonntagnachmittag und wurden vom Publikum aufmerksam verfolgt.



Etwas mehr Energie brachten danach Mikha und zum Abschluss CRZA mit ihren Indie-Rap-Sets auf die Bühne. Beide sorgten dafür, dass der Nachmittag einen abwechslungsreichen Abschluss fand und zeigten einmal mehr, wie vielfältig die regionale Musikszene inzwischen geworden ist.







Besonders schön war die Atmosphäre zwischen Bühne und Publikum. Der Eintritt war bewusst frei, stattdessen wanderte immer wieder ein Hut durch die Reihen. Viele Besucher ließen es sich nicht nehmen, den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern auf diese Weise ein kleines Trinkgeld und vor allem ihre Wertschätzung mitzugeben. Eine Geste, die perfekt zum familiären Charakter der Veranstaltung passte.
Auch das Team vom Nerly trug seinen Teil zum gelungenen Nachmittag bei. Mit kühlen Getränken und kleinen Snacks war bestens für das leibliche Wohl gesorgt, während auf der Bühne über drei Stunden lang Livemusik in all ihren Facetten gefeiert wurde.
Der erste Local Frequency hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig die regionale Musikszene ist und wie viel Begeisterung kleine, liebevoll organisierte Veranstaltungen auslösen können. Bleibt zu hoffen, dass dieser gelungene Auftakt nicht der letzte gewesen ist. Denn Formate wie dieses geben Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne, bringen Menschen zusammen und zeigen, dass Kultur manchmal genau dort am schönsten ist, wo sie ganz nah und ohne große Distanz erlebt werden kann.



Max Herre &Joy Denalane Ein Versprechen, das endlich eingelöst wird




