
Zwei Tage NEXUS liegen hinter mir und obwohl ich dieses Mal nicht das komplette Wochenende in Leipzig geblieben bin, habe ich wieder einmal gemerkt, was dieses Festival so besonders macht. Rock und Metal treffen auf Gaming, Cosplay, Fantasy und Mittelalter – und irgendwo dazwischen findet jeder seinen eigenen Platz.



Am Freitag ging es für mich auf das Gelände des agra Messeparks. Und leider begann mein Festival nicht ganz so entspannt, wie ich es mir gewünscht hätte. Schon beim Check-in gab es die erste Hürde. Das Tor, das laut Vorabinformationen für Media, Aussteller und Creator vorgesehen war, war verschlossen. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass dieser Zugang entgegen der vorherigen Informationen nur bis 16 Uhr geöffnet war und nicht, wie angekündigt, bis 20 Uhr. Es dauerte eine ganze Weile, bis geklärt werden konnte, wie es weitergeht und wo wir unsere Pässe bekommen.
Am Ende hat der Einlass bei mir mehr als eine Stunde gedauert – und damit war leider auch eine Band für mich Geschichte. Gerade wenn man als Medienvertreter vor Ort ist und über das Festival berichten möchte, ist das natürlich ziemlich ärgerlich.
Aber das NEXUS bestand natürlich aus deutlich mehr als einem holprigen Start.

Freitag zwischen Rock und Nerdkultur
Wer das NEXUS aus dem vergangenen Jahr kennt, weiß, dass hier ganz unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Das Konzept, Rockfestival und Nerd-Convention miteinander zu verbinden, finde ich nach wie vor richtig spannend. Auch 2026 gab es wieder zahlreiche Bands, Gaming-Angebote, Aussteller, Cosplay, Panels und den Mittelalterbereich Dragonfield. Der Veranstalter hatte für dieses Jahr rund 30 Bands und Acts, mehr als 125 Nerd- und Gaming-Aussteller sowie drei Ausstellungshallen angekündigt.
Mein Freitag führte mich dabei natürlich vor allem zu den Bühnen.
Enemy Inside
Enemy Inside brachten ihren modernen Rock und Metal auf die Bühne und sorgten damit für einen kraftvollen Einstieg in meine persönliche Festivalrunde. Die Band aus Aschaffenburg verbindet harte Gitarren mit eingängigen Melodien und einer starken Frontfrau. Genau diese Mischung passt ziemlich gut zum musikalischen Konzept des NEXUS.





Mittel Alta
Mit Mittel Alta wurde es anschließend deutlich mittelalterlicher. Die Band verbindet Mittelalter-Themen mit Rock und Metal und passt damit eigentlich perfekt in diese ungewöhnliche NEXUS-Mischung. Hier treffen historische Elemente auf moderne Gitarren – genau diese Kombination macht die Auftritte der Band besonders.





The New Asuka
The New Asuka brachten wieder eine ganz andere musikalische Farbe auf das Festival. Die Band verbindet eingängige Melodien mit ordentlich Energie. Ein weiterer Beweis dafür, wie breit das musikalische Spektrum des NEXUS inzwischen geworden ist.





Our Mirage
Bei Our Mirage wurde es emotionaler und gleichzeitig wieder deutlich härter. Die Metalcore-Band aus Rheinland-Pfalz verbindet schwere Gitarren mit melodischen und gefühlvollen Momenten. Genau diese Mischung hat ihren festen Platz auf einem Festival wie dem NEXUS.




Samstag wurde es richtig voll mit Programm
Der Samstag hatte dann noch einmal deutlich mehr zu bieten. Zwischen Konzerten, Gaming, Cosplay und den verschiedenen Festivalbereichen konnte man eigentlich den ganzen Tag unterwegs sein. Und wer versucht hat, wirklich alles mitzunehmen, dürfte ziemlich schnell gemerkt haben: Das NEXUS ist inzwischen groß genug, dass man sich seine persönlichen Highlights gut heraussuchen muss.
Besonders schön fand ich, dass sich eine Kritik aus dem vergangenen Jahr tatsächlich bemerkbar gemacht hatte. Der Panelbereich wurde diesmal von der Heroes Stage getrennt. Dadurch konnten die Panels deutlich ruhiger stattfinden und auch die Gaming-Ecke ließ sich nutzen, ohne dass gleichzeitig direkt daneben ein Bühnenprogramm für Ablenkung sorgte.





Die Heroes Stage selbst war meiner Meinung nach richtig schön umgesetzt. Die Größe der Halle passte und die Mischung aus Gaming, Interviews, Quizzes, Creator-Programmen, Cosplay und weiteren Nerd-Themen funktionierte dort sehr gut. Die offizielle Konzeption sieht genau diese Mischung vor und auch die Cosplay Champions fanden auf der Heroes Stage ihren Platz.
Cosplay Champions
Am Samstagnachmittag gehörte die Bühne dann ganz den Cosplayern. Bei den Cosplay Champions ging es nicht einfach nur darum, das schönste Kostüm zu zeigen. Auch Crafting und Performance spielten eine Rolle. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 1.200 Euro sowie weitere Festival- und Gold-Pässe ausgeschrieben.
Für mich gehört dieser Wettbewerb inzwischen einfach zum NEXUS dazu. Gerade weil man hier immer wieder sieht, wie viel Arbeit, Kreativität und Liebe zum Detail in den Kostümen steckt.


Von Aerbe bis HiveLeader
Musikalisch ging es am Samstag mit ganz unterschiedlichen Acts weiter.
Aerbe
Aerbe gehörten zu den Acts, die zeigen, dass das NEXUS musikalisch nicht nur aus den großen Namen besteht. Der Act brachte seine eigene Mischung auf die Bühne und sorgte damit für einen weiteren abwechslungsreichen Festivalmoment. Die Band spielte sogar ganze 2 Mal.





HiveLeader
Hive Leader waren 2026 als Newcomer im NEXUS-Line-up dabei. Die Band gehört damit zu den Acts, die der Veranstalter bewusst als neue Namen auf die Bühne holte. Zwischen den größeren Festivalbands gab es dadurch auch einiges Neues zu entdecken.





IMPVLSE
Mit IMPVLSE wurde es wieder härter. Der Act gehört zu den Namen aus dem Bereich Alternative und Metalcore, die das musikalische Fundament des NEXUS mittragen. Energie und schwere Gitarren gehören hier genauso dazu wie die moderne Ausrichtung.






Bluthund
Bluthund brachten ihre ganz eigene Mischung aus Metal, elektronischen Elementen und deutscher Sprache mit. Der Act fällt damit auch musikalisch etwas aus dem klassischen Festivalrahmen und passt gerade deshalb gut in das abwechslungsreiche NEXUS-Line-up.






ACCVSED
ACCVSED gehören zu den härteren Vertretern des diesjährigen Line-ups. Die Band verbindet Metalcore mit modernen Einflüssen und brachte damit wieder ordentlich Bewegung vor die Bühne.




Elwood Stray
Elwood Stray gehören zu den Bands, die modernen Metalcore mit melodischen Momenten verbinden. Gerade diese Mischung aus Härte und Melodie macht ihren Sound vielseitig und sorgte auch beim NEXUS für einen spannenden Kontrast innerhalb des Line-ups.





As December Falls
As December Falls brachten anschließend ihren energiegeladenen Alternative Rock mit Pop-Punk-Einflüssen auf die Bühne. Die britische Band gehört inzwischen zu den bekannteren Namen im internationalen Line-up des NEXUS und passte mit ihrem Sound hervorragend zwischen die härteren Acts des Wochenendes.











Smash Into Pieces
Und dann war für mich am Samstagabend auch schon der Zeitpunkt gekommen, Abschied vom NEXUS zu nehmen. Mein persönlicher Festivalabschluss gehörte Smash Into Pieces.
Die schwedische Rockband brachte noch einmal große Melodien, modernen Rock und jede Menge Energie mit nach Leipzig. Für mich war es ein schöner Abschluss von zwei intensiven Festivaltagen. Danach ging es für mich nach Hause – müde, mit vielen Fotos auf den Speicherkarten und natürlich mit deutlich mehr Eindrücken, als man in zwei Tagen eigentlich sammeln kann.







Und was ist am Sonntag noch passiert?
Auch wenn ich selbst am Sonntag nicht mehr auf dem Gelände war, soll dieser Tag in unserem Rückblick natürlich nicht fehlen. Das NEXUS lief noch bis Sonntagabend weiter und hatte auch zum Abschluss noch einiges im Programm.
Auf den Bühnen standen unter anderem weitere Acts aus dem Line-up, darunter Stand Atlantic, Within Destruction, Grailknights, Lost in Hollywood, Flore und Human Kind. Dazu kamen die verschiedenen Nerd- und Gaming-Angebote, Panels, Cosplay-Programmpunkte und die Bereiche des Dragonfield. Das offizielle Konzept des Festivals verbindet dabei weiterhin Rock- und Metalbühnen mit Convention-Bereichen und Mittelaltermarkt.

Für mich war das NEXUS 2026 damit nach zwei Tagen beendet. Und vielleicht gehört genau das auch zu einem Festivalbericht dazu: Nicht alles selbst gesehen zu haben, sondern trotzdem einen Eindruck vom gesamten Wochenende mit nach Hause zu nehmen.
Wo Licht ist, darf man auch über Schatten sprechen
So sehr ich die Idee des NEXUS mag, so ehrlich möchte ich auch bei den Punkten sein, die in diesem Jahr nicht optimal funktioniert haben.
Der Start mit dem Check-in war für mich definitiv kein guter. Eine falsche beziehungsweise nicht übereinstimmende Information zu den Öffnungszeiten des Media-, Aussteller- und Creator-Zugangs darf einfach nicht dazu führen, dass man über eine Stunde auf seinen Zugang wartet und dadurch eine Band verpasst.
Auch der fehlende Arbeitsbereich für Pressevertreter ist weiterhin ein Thema. Gerade wenn man direkt vom Festival berichten, Fotos sichern oder Texte vorbereiten möchte, wäre eine vernünftige Lösung wirklich hilfreich. Das hat das Arbeiten vor Ort auch in diesem Jahr unnötig erschwert. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn es dafür zukünftig eine bessere Regelung gibt.
Positiv möchte ich dagegen ausdrücklich hervorheben, dass die Kritik aus dem vergangenen Jahr beim Panelbereich angekommen ist. Die Trennung von Heroes Stage und Panels war aus meiner Sicht eine deutliche Verbesserung. Hier wurde gezeigt, dass Rückmeldungen der Besucher und Medienvertreter durchaus etwas bewegen können.
Bei der Titanium Stage bin ich dagegen etwas zwiegespalten. Die Vergrößerung war ambitioniert und grundsätzlich natürlich eine schöne Idee. Für die tatsächliche Anzahl der Besucher wirkte die Halle auf mich allerdings zu groß. Direkt vor der Bühne war der Sound richtig gut. Weiter hinten oder seitlich wurde das Hörerlebnis dagegen spürbar schwächer. Gerade bei einem Festival, bei dem die Musik eine der beiden großen Säulen ist, sollte die Größe der Halle deshalb vielleicht noch einmal überdacht werden.
Auch vom Campingbereich erreichten uns Rückmeldungen, dass die vorhandene Anzahl an Duschen und Toiletten für die Zahl der Nutzer deutlich zu knapp gewesen sei. Das sind Punkte, bei denen wir uns wünschen würden, dass das Orga-Team noch einmal genau hinschaut und nachbessert.
Denn genau darum geht es am Ende: Kritik muss nicht bedeuten, dass man ein Festival schlecht findet. Im Gegenteil. Wenn man Potenzial sieht, möchte man, dass dieses Potenzial auch genutzt wird.
Das NEXUS darf weiter wachsen
Ich finde die Idee des NEXUS Nerd Rock Festivals nach wie vor richtig spitze. Die Verbindung aus Rock und Metal, Gaming, Cosplay, Fantasy und Mittelalter ist etwas Besonderes. Man kann hier Konzertfan sein, Gamer, Cosplayer, Fantasy-Nerd oder einfach neugierig – und irgendwie passt alles zusammen.
Aber das Festival ist eben auch noch jung und an vielen Stellen ausbaufähig. Organisatorisch gibt es noch einige Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Und genau hier wünsche ich mir, dass das Orga-Team weiterhin zuhört – den Besuchern genauso wie den Künstlern, Ausstellern und Mediavertretern.
Denn vieles hat 2026 bereits richtig gut funktioniert. Die Heroes Stage war ein schönes Beispiel dafür, wie eine Anpassung nach Kritik aussehen kann. Wenn dieser Weg weitergegangen wird, kann das NEXUS in den kommenden Jahren noch viel stärker werden.
Und die gute Nachricht zum Schluss: Das NEXUS kommt wieder.
Vom 17. bis 19. September 2027 geht es auf dem agra Messepark Leipzig in die nächste Runde – wieder am gleichen Wochenende im September.
Ich werde diesmal zwar nach zwei Tagen nach Hause gefahren sein, aber eines nehme ich definitiv mit: Das NEXUS hat seinen ganz eigenen Platz in der Festivalwelt gefunden. Zwischen Gitarrenriffs, Cosplay, Gaming und Fantasy ist hier etwas entstanden, das man nicht einfach in eine Schublade stecken kann.
Und vielleicht ist genau das der größte Reiz.
Nexus – Nerd Rock Festival 2026
Drei Tage zwischen Gitarrenriffs, Magie und Gemeinschaft das Nexus Nerd Rock Festival 2025


