Ein ausverkaufter Abend mit Pale Waves im Mikropol Berlin
Manchmal gibt es Konzerte, bei denen man sich als Redakteur*in einfach so richtig freut, dabei sein zu dürfen. Für mich war die Show von Pale Waves am 20. September im ausverkauften Mikropol Berlin genau so ein Abend. Die Band ist schon seit Jahren ein fester Bestandteil auf meinen Playlists und jetzt hat es auch endlich mal mit einem Konzert geklappt.
Boyish eröffnen den Abend
Bevor Pale Waves die Bühne betraten, stand zunächst Boyish auf dem Programm. Das Duo hatte ich schon lange auf meiner Liste stehen, bisher aber noch nie live gesehen. Umso schöner, dass es jetzt endlich geklappt hat!
Und der erste Eindruck war direkt richtig gut. Boyish klangen live wirklich stark und holten aus der kleinen Bühne im Mikropol jeden Zentimeter heraus. Besonders die Sängerin India Shore suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum, erzählte zwischen den Songs und sorgte damit schnell für eine angenehme, fast schon freundschaftliche Atmosphäre. Nach dem Auftritt war bei mir jedenfalls klar: hier möchte ich noch mehr hören. Ein ziemlich guter Start in den Abend.
Volles Mikropol und eine erstaunlich treue Fanbase
Als es schließlich Zeit für Pale Waves wurde, war der Club richtig voll.
Während des Abends kam ich mit einigen Menschen ins Gespräch und dabei wurde schnell deutlich, wie engagiert die Fangemeinde der Band ist. Einige waren bereits am Tag zuvor beim Auftritt auf dem Reeperbahn Festival in Hamburg dabei. Andere waren sogar aus dem Ausland nach Berlin angereist. Es gab auch Fans, die den Auftritt live gestreamt haben.
Bei einer kleinen Clubshow ist das definitiv nicht selbstverständlich und zeigt, wie viel Pale Waves ihren Fans bedeuten.
Von Louis Tomlinson bis Alanis Morissette
Pale Waves sind zwar längst keine unbekannte Band mehr, haben ihre Karriere aber auch dadurch aufgebaut, dass sie als Support für große Acts unterwegs waren. Unter anderem standen sie bereits für Alanis Morissette und Louis Tomlinson als Vorband auf der Bühne.
Dass solche Supportslots einen echten Unterschied machen können, wurde an diesem Abend besonders deutlich. Sängerin Heather Baron-Gracie fragte irgendwann ins Publikum, wer Pale Waves zum ersten Mal bei einer Louis-Tomlinson-Show gesehen hatte. Eine erstaunliche Menge an Händen ging nach oben.
Ein schöner Beweis dafür, wie wichtig Supportshows für aufstrebende Bands sein können. Manchmal braucht es eben nur einen einzigen Auftritt, damit aus neugierigen Konzertbesucher*innen eigene Fans werden.
Ein Sound wie auf der Platte, nur mit noch mehr Energie
Pale Waves lieferten in Berlin genau das ab, was man sich von ihnen erhofft hatte. Live klang die Band erstaunlich nah an ihren Studioaufnahmen. Gleichzeitig hatte die Musik im Mikropol noch einmal eine ganz andere Energie. Das Publikum sang lautstark mit, tanzte und war von Beginn an voll dabei.
Insgesamt spielte die Gruppe an diesem Abend 14 Songs. Darunter waren auch zwei bisher unveröffentlichte Tracks, „Kisses of Tangerine“ und „They Don’t Want You“. Besonders spannend war natürlich die Ankündigung, dass bereits an einem neuen Album gearbeitet wird und die Platte offenbar schon ziemlich weit fortgeschritten ist.
Für Fans dürfte das wohl eine der guten Nachrichten des Abends gewesen sein.
„Zombie“ sorgt für einen besonderen Moment
Neben den eigenen Songs gab es außerdem eine Überraschung für mich: Pale Waves spielten eine Coverversion von „Zombie“ von The Cranberries.
Der Song passte erstaunlich gut in das Set und wurde natürlich ebenfalls kräftig vom Publikum mitgesungen. Überhaupt funktionierte die Kommunikation zwischen Band und Fans den ganzen Abend über richtig gut.
Dabei ging es nicht immer nur um die Musik. Auch zwischen den Bandmitgliedern selbst wurde viel herumgealbert. An einer Stelle gab es sogar Shots auf der Bühne. Den Gesichtern nach zu urteilen, waren diese allerdings deutlich weniger lecker als erwartet. Solche kleinen Momente machten die Show sympathisch und nahbar.
Das oft kaltblaue Licht im Mikropol tauchte die Bühne in eine ziemlich düstere Atmosphäre.
Zeitweise sah die Band tatsächlich ein bisschen aus wie eine besonders stylische Vampir-Gang. Zusammen mit dem Sound und der ohnehin sehr eigenen Ästhetik von Pale Waves ergab das ein ziemlich cooles Gesamtbild.
Es sind solche Details, die gerade bei kleinen Clubshows hängen bleiben. Man ist nah an der Bühne, sieht jede Bewegung und bekommt die Atmosphäre unmittelbar mit.
Fazit: Pale Waves verdienen größere Bühnen
Nach diesem Abend bleibt vor allem ein Gedanke hängen: Pale Waves dürfen gerne auf größere Bühnen.
Die Band hat mittlerweile einige Jahre Erfahrung, eine extrem engagierte Fanbase und live genau die Energie, die es braucht, um auch größere Räume zu füllen. Gleichzeitig funktionieren die Songs natürlich im kleinen Club genauso gut und bekommen dort sogar noch eine persönliche Note.
Für mich als Fan war die Show im Mikropol deshalb ein echtes Highlight. Pale Waves haben gezeigt, dass sie live mindestens genauso viel Spaß machen wie auf Platte und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.
Und wenn das neue Album tatsächlich bald fertig ist, gibt es hoffentlich schon bald einen weiteren Grund, Pale Waves wieder live zu sehen. Ich wäre definitiv wieder dabei.
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