Don Broco im Interview beim Rock am Ring 2026
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Wir hatten die Gelegenheit bei Rock am Ring, Frontmann Rob Damiani und Gitarrist Simon Delaney zum Interview zu treffen. Don Broco haben am 27. März ihr aktuelles Album “Nightmare Tripping” veröffentlicht. Neben dem Feature mit Nickelback gibt es auch eins mit Sam Carter von Architects.
Im Gespräch zeigte sich die Band angenehm nahbar, selbstironisch und herrlich ungeschönt. Statt großer Rockstar-Attitüde ging es um Kaffee im Regen, Magic-Runden vor der Show, zu viel Festival-Catering und die Kunst, sich vor einem Auftritt überhaupt erst richtig in den Live-Modus zu bringen. Gleichzeitig gab das Interview spannende Einblicke in die Entstehung von „True Believers“ mit Sam Carter von Architects, der für die Band nicht nur stimmlich, sondern auch inhaltlich die perfekte Wahl für den Song war.
Besonders sympathisch: Neben neuen Songs und Feature-Wünschen sprachen sie auch offen über ältere Tracks, mit denen sie heute nicht mehr ganz warm werden und bewiesen damit, dass musikalische Entwicklung manchmal eben auch bedeutet, auf frühere Entscheidungen mit einem kleinen Kopfschütteln zurückzublicken.
Don Broco im Interview beim Rock am Ring 2026 I Title – Roulette
Zusammenfassung des Interviews:
Im Interview ging es spielerisch und begrenzte Zeit durch eine Art „Title Roulette“, bei dem die Fragen an Songtitel des neuen Albums angelehnt waren. Auf die Frage, was ihnen aktuell pure Euphorie schenkt, fiel die Antwort nicht auf große Bühnenmomente, sondern auf kleine Alltagsfreuden. Simon liebt es Kaffee im Regen zu trinken, draußen zu sein, aber dabei trocken zu bleiben. Für ihn fast schon der perfekte Glücksmoment. Gleichzeitig erzählte Rob von seinem Adrenalinkick-Moment vor einer Show in Manchester: Kurz vor dem Auftritt spielten sie noch eine Runde Magic, drehten das Spiel in letzter Sekunde und nahmen diesen euphorischen Push direkt mit auf die Bühne.
Ein stärkerer musikalischer Fokus lag auf dem Song „True Believers“, bei dem Sam Carter von Architects als Feature dabei ist. Die Band erklärte, dass Sam sofort die Wunschbesetzung für den Track gewesen sei. Zum einen, weil der Song eine aggressive, intensive Stimme brauchte, die in der langen Aufbauphase wirklich explodieren kann. Zum anderen aber auch, weil Sam inhaltlich und moralisch zum Thema des Songs passe. Die Zusammenarbeit sei unkompliziert über Instagram-DMs entstanden und Sam hatte den Song direkt gemocht. Dass beide Bands beim Festival am selben Tag spielten, hätte eigentlich die perfekte Gelegenheit für einen gemeinsamen Live-Moment sein können, allerdings machten überschneidende Setzeiten dem Plan einen Strich durch die Rechnung.
Rob von Don Broco
He was the person I thought of straight away. Um, and yeah, I knew that I wanted someone like someone who could bring the aggression because like as soon as we did, there’s like a long buildup section before his verse and I just I needed someone who could just like just let loose, someone who had who could bring that energy to the vocals. Um, so from a performance perspective, he was the guy I thought of.
Auch selbstkritische Momente kamen nicht zu kurz. Bei der Frage, ob es Songs aus der eigenen Vergangenheit gibt, die sie bis heute „verfolgen“, sprachen sie offen über ältere Stücke, mit denen sie heute nicht mehr ganz glücklich sind. Besonders „Bad Feeling“ aus der Deluxe-Version von Automatic wurde genannt: Ein Song, der im Studio in eine Richtung gedrückt wurde, die rückblickend nicht mehr richtig zur ursprünglichen Idee passte. Vor allem eine Gitarrenpassage wurde dabei zu einer frustrierenden Erfahrung. Ein weiterer Song, „Whole Truth“ von Priorities, wurde als Beispiel genannt, bei dem die Band damals stärker in Richtung Pop-Punk experimentierte. Ein Einfluss, den sie zwar mögen, der sich für ihre eigene Identität aber nie ganz stimmig anfühlte.
Simon von Don Broco
You don’t have to love those songs. You should love every song. But I was like, I kind of like this song. Um, but I still I still don’t mind it
Sehr charmant wurde es bei der Frage nach dem „Hype Man“ der Band. Sie gaben zu, dass sie vor Shows manchmal gar nicht besonders gut darin sind, bewusst in den Live-Modus umzuschalten. Zwischen Handy, Catering, Aufbau und Festivalchaos sei es gar nicht immer so einfach, sich mental auf den Auftritt zu fokussieren. Musik hilft dabei, die Stimmung zu setzen, während Keyboarder Pete offenbar für den passenden Pre-Show-Drink zuständig ist: den sogenannten „Tectonic“, eine Mischung aus Tequila, Tonic Water und Limette. Nicht zu schwer, nicht zu süß, aber mit genug Energie, um vor der Show in Stimmung zu kommen.
Beim Thema Bühnen-Albträume. Während Simon seine Achillessehne als größte Sorge nannte, vor allem, wenn so etwas direkt am Anfang einer Tour passiert und die Bewegung auf der Bühne einschränktt, kam die zweite Antwort deutlich alltäglicher daher: zu viel Essen vor der Show. Festival-Catering, kostenlose Verpflegung und die eigene Fehleinschätzung des Verdauungssystems können offenbar schnell zum echten Endgegner werden, wenn man kurz darauf voller Energie auf die Bühne muss.
Rob von Don Broco
We Are Simple Creatures, haha
Zum Abschluss ging es noch um Festival-Essentials. Neben einer guten Sonnenbrille, am besten eine, die nicht nur cool aussieht, sondern tatsächlich schützt, wurden auch Baby Wipes als absolutes Must-have genannt. Gerade auf Festivals, wo Duschen, Zeitpläne und Pressetermine nicht immer perfekt zusammenpassen, seien Feuchttücher quasi Überlebensausrüstung. Die Band nahm es mit Humor: Auf Festivals müsse man eben manchmal so tun, als wäre man wieder ein Baby.
Das vollständige Interview mit Don Broco könnt ihr euch in Kürze auf unserem YouTube-Kanal ansehen.
Mehr Infos:
Homepage: https://www.donbrocomerch.com/
Social Media: https://www.instagram.com/donbroco


