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Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

So war das Escalation Fest 2026 in Berlin

So war das Escalation Fest 2026 in Berlin

 

Los ging es schon am Freitagabend mit einem „Foreplay“ im Huxleys Neue Welt, bei dem neben Electric Bassboy, der Party-Formation von Electric Callboy, auch Evil Jared und Krogi auf der Bühne standen. Der Samstag selbst begann für Frühaufsteher stimmungsvoll: Die Loveboat Cruise brachte einen Teil des Publikums über die Spree direkt Richtung Wuhlheide, während sich aus dem Ruhrgebiet ein eigener Lovetrain in die Hauptstadt aufmachte. Pünktlich zum Start fanden sich alle in der Wuhlheide ein und waren bereit für sechs Bands, die am Samstag gespielt haben.

Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

Dinos, Party-Piraten und finnische Klassiker

 

Den Auftakt um 15 Uhr machten die Metal-Dinos von Heavysaurus: fünf Dinosaurier auf einer Bühne, eigentlich fürs junge Publikum gedacht, aber mit ordentlicher Portion Pyro und Tracks wie „Pommesgabel“ oder „Kaugummi ist Prima“ auch bei den Erwachsenen bestens angekommen. Zwischen bunten Kostümen und kindgerechten Riffs richtete Frontmann Mr. Heavysaurus rührende Worte an die kleinsten Fans in der ersten Reihe, für die dies womöglich das allererste Konzert ihres Lebens war.

Heavysaurus at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Heavysaurus at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

 

Es folgte The Hardkiss aus Kiew, hierzulande noch recht unbekannt, aber mit wachsender Popularität. Frontfrau Julija Sanina brachte enorme Energie auf die Bühne, auch wenn der Funke in der Nachmittagssonne erst beim letzten Song so richtig übersprang.

The Hardkiss at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
The Hardkiss at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

 

Ganz anders das Bild bei den Metal-Party-Piraten von Alestorm. Die Schotten, die ihren Stil selbst als „True Scottish Pirate Metal“ bezeichnen, zogen die Crowd schlagartig vor die Bühne. Zwischen einer überdimensionalen Gummi-Ente und den ersten zarten Moshpits wurde klar, hier wird gefeiert.

Alestorm at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Alestorm at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

 

Danach übernahmen The Rasmus aus Finnland mit technisch wie stilistisch guten Sound, natürlich mit „In The Shadows“ im Gepäck, aber auch mit neuerem Material vom aktuellen Album „Weirdo“. Frontmann Lauri Ylönen gestand, nur drei Stunden geschlafen zu haben, trotzdem war spätestens beim finnischen Gassenhauer die Menge textsicher und voll dabei.

The Rasmus at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
The Rasmus at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

 

Der Abriss aus der Schweiz

 

Mit Paleface Swiss war der gemütliche Teil des Tages endgültig vorbei. „Ihr hattet jetzt genug Kuschelmucke!“, brüllte Frontmann Marc Zellweger ins Publikum und schaffte, was zuvor keine andere Band geschafft hatte: die Menschen aus den schattigen Rängen direkt vor die Bühne zu ziehen. Crowdsurfer türmten sich, der wohl größte Moshpit des Tages entlud sich. Selbst Zellweger zeigte sich überrascht: „Ihr zeigt euch von einer ganz anderen Seite.“ Die Schweizer hatten die Wuhlheide auf Betriebstemperatur gebracht.

Paleface Swiss at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Paleface Swiss at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

 

Zwei Stunden volle Power: Electric Callboy zünden die Release-Party

 

Dann war endlich Zeit für den Headliner. Mit dem Titelsong ihres frisch erschienenen Albums „Tanzneid“ gab es für die 9.000 Fans in der Wuhlheide kein Halten mehr. Vom ersten Riff bis zum letzten Akkord blieb niemand sitzen. Zwei Stunden volle Power, eine Show mit permanenten Spezialeffekten: Feuer, Laser, Konfetti. In jedem Track ein neues Highlight.

Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

Ruhrpott und Hauptstadt wurden an dem Abend zu einer Einheit. Aus Techno, Metalcore und Schlager wurde ein Sound, der auf den ersten Blick unvereinbar wirkt, aber schon immer nah beieinander lag. Kein Moment brachte das besser auf den Punkt als die Live-Uraufführung von „The Way You Are“, live eine geniale Mischung aus Boyband-Nostalgie und musikalischer Brechstange.

Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann
Electric Callboy at Escalation Fest 2026 (c)Erik.Hennemann

Laser schossen durch die Wuhlheide, im Pit jede Menge Crowdsurfer, auf den Rängen bunt gekleidete Fans, die zu jedem Track abgegangen sind. Special Guest des Abends war Finch, der bei „Spaceman“ mit auf der Bühne stand.

 

Fazit

Vor 9.000 Fans feierten die Fans zu Electric Callboy. Mit Dino-Metal, eskalierenden Schweizern und einem Mix aus Genres, die eigentlich nicht zusammenpassen sollten. An diesem Abend blieb kein Wunsch unerfüllt, weder bei den Fans noch bei der Band selbst, die sichtlich genoss, die neuen Songs endlich live spielen zu dürfen.

Alles in allem war das Escalation Fest in Berlin eine runde Sache. Und doch bleibt am Ende ein Gefühl: Eigentlich gehört dieses Festival in den Ruhrpott.

 

ESCALATION FEST 2026

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