Schon beim Betreten der Festwiese auf dem Petersberg ist zu merken, dass dieser Abend vielen Besuchern lange im Kalender stand. Nach und nach füllt sich das Gelände, aus einzelnen Grüppchen wird eine große Menge und überall liegt diese Mischung aus Vorfreude und Erwartung in der Luft. Mark Forster ist in Erfurt angekommen und hat jede Menge bekannte Songs mitgebracht.

Der Petersberg ist dabei eine ganz besondere Konzertadresse. Die Festwiese liegt mitten in der historischen Zitadelle und bietet mit den alten Mauern eine Kulisse, die man so bei einem Open-Air-Konzert nicht jeden Tag erlebt. Heute gehört dieser Platz allerdings ganz der Musik – und vor allem Mark Forster und seinem Publikum.
Als Support Act hatte der Musiker Sandra Hesch im Gepäck. Die Musikerin machten ihren Job richtig gut und animierte direkt zu Beginn das Publikum zum mitsingen und tanzen. Wer die Sängerin noch nicht kennt, sollte ihr Konzert am 25.11.2026 in der Engelsburg in Erfurt nicht verpassen.
Als die ersten Töne von Mark erklingen, dauert es nicht lange, bis die Festwiese weiter in Bewegung kommt. Ich sehe Menschen tanzen, Arme gehen in die Höhe und schon bei den ersten bekannten Refrains wird lautstark mitgesungen. Es ist diese ganz besondere Mischung, die ein Mark-Forster-Konzert ausmacht: eingängige Popmusik, große Refrains und Songs, in denen sich viele Menschen irgendwo selbst wiederfinden.



Forster ist 2026 mit seinen Sommer-Shows wieder auf den großen Open-Air-Bühnen unterwegs. Nach zahlreichen ausverkauften Tourneen und Charterfolgen hat er dabei inzwischen ein Repertoire, das viele Lebensabschnitte miteinander verbindet.
Natürlich dürfen die großen Hits nicht fehlen. Bei „Au Revoir“, „Chöre“, oder „194 Länder“ braucht es kaum eine Aufforderung zum Mitsingen. Viele der Texte sitzen einfach. Man merkt schnell, dass diese Lieder für das Publikum längst mehr sind als nur erfolgreiche Popsongs. Sie gehören zu Erinnerungen, Sommern, Reisen, Feiern und ganz persönlichen Geschichten.
Gleichzeitig blickt Mark Forster nach vorne. Mit seiner neueren Musik, darunter „Melow Mellow“ und „Farben leuchten Schwarz“, zeigt er, dass er sich nicht darauf ausruht, was bereits funktioniert. Die neuen Songs fügen sich in die Show ein, ohne dabei die bekannten Stücke in den Hintergrund zu drängen. So entsteht eine Mischung aus dem Mark Forster, den man seit Jahren kennt, und einem Künstler, der musikalisch weiterhin neugierig bleibt.




Was ich an diesem Abend besonders schön finde, ist die Nähe, die trotz der Größe der Veranstaltung entsteht. Natürlich ist das hier ein großes Open-Air-Konzert. Aber wenn tausende Menschen gemeinsam einen Refrain singen, verschwindet diese Größe für einen Moment. Dann geht es nur noch um diesen einen Song und darum, ihn gemeinsam zu erleben.
Auch die ruhigeren Momente bekommen ihren Platz. Zwischen den großen Mitsing-Hymnen darf die Musik immer wieder etwas zurückgenommen werden. Genau dort zeigt sich eine andere Seite des Abends: weniger Party, mehr Gefühl. Und vielleicht sind es gerade diese Wechsel, die dafür sorgen, dass die Show nicht einfach nur aus einem Hit nach dem anderen besteht.
Wieso wurde Mark Forster nun eigentlich abserviert, werden sich jetzt einige Leser neugierig fragen? Wir können Entwarnung geben, denn es handelt sich natürlich nicht um das Beziehungsaus des Sängers. Mark hat wie so oft einen Telefonstreich in sein Set eingebaut und ist diesmal auf eine ziemlich hartnäckige Dame getroffen. Die überraschte Dame hatte entgegen Mark´s Idee wenig Lust der Einladung zum Konzertgelände zu folgen. Weder unendlich viel Getränke und Essen hat sie aus der Wohnung gelockt, noch die Aussicht auf einen gemeinsamen Song auf der Bühne. Tja lieber Mark, nicht jede Frau hat die selben Träume. Am Ende haben es alle mit Humor genommen und der nächste Überraschungsanruf geht bestimmt nicht schief.







Für Mark Forster ist Erfurt gleichzeitig eine Station auf der Zielgeraden seiner Sommer-Shows 2026. Nach dem Petersberg geht es am 4. September zum Deutschen Eck nach Koblenz.
Und auch auf dem Petersberg geht es direkt weiter. Kaum ist der letzte Ton von Mark Forster verklungen, wird die Festwiese am 4. September zum Schauplatz eines ganz anderen musikalischen Abends. Álvaro Soler bringt mit Pop, Latin und spanischem Flair eine völlig andere Farbe nach Erfurt. Am 5. September folgt dann Kaffkiez mit ihrem energiegeladenen Mix aus Rock und Indie. Drei Abende hintereinander, drei unterschiedliche Künstler und damit auch drei ganz unterschiedliche Konzertwelten auf derselben Festwiese.
Für mich bleibt von diesem Abend vor allem das Bild einer voll gefüllten Festwiese, vieler Stimmen, die sich immer wieder zu einem gemeinsamen Chor verbinden, und einer Mark-Forster-Show, die genau das liefert, was sein Publikum von ihm erwartet – ohne dabei stehenzubleiben.
Der Petersberg gehört an diesem Abend Mark Forster. Und während die letzten Töne über die Festwiese ziehen, ist schon klar: Der Konzertsommer hier oben ist noch lange nicht vorbei.




