PUSCIFER – EXISTENTIAL RECKONING

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MEGAHERTZ

 

 

Band: Puscifer

Album: Existential Reckoning

VÖ: 30.10.2020

Label/Vertrieb: BMG

Website: www.puscifer.com

BEWERTUNG: 6 / 10 MEGAHERTZ 


Line-Up:

Matt Mitchell – Gitarre/Bass/Keyboards

Carina Round – Gesang/Keyboards

Maynard James Keenan – Gesang/Stories

Zusätzliche Mitglieder:

Greg Edwards – Bass/Gitarre/Keyboards

Gunnar Olsen – Drums

Sarah Jones – Drums


 

 

EXISTENTIAL RECKONING ist das vierte Album von Puscifer, eines der sehr extravaganten Musik-Nebenprojekte von Maynard James Keenan, Frontmann der Band Tool. Und wohl eines der experimentvollsten Alben, die ich dieses Jahr zu hören bekommen habe. Es ist atmosphärisch, gefüllt mit elektronischen Rock, treibend und mit einer Menge Synthie – Effekten ausgestattet.

Ganze 12 Songs hat der Longplayer zu bieten und keines der Songs kann mir sagen was genau Puscifer mir mit ihrer Musik mitteilen wollen.  Aber wer sind Puscifer überhaupt? Der Pressetext, ziemlich erheiternd geschrieben, berichtet von drei fiktionale Special Agenten, die nach der Entführung von Billy D, durch Außerirdische, Nachforschungen anstellen. Klingt nach einem spannenden Konzept.

NEBENBEI ANHÖREN IST NICHT

Bread And Circus macht direkt den Anfang. Und ist meiner Meinung nach einer der wenigen Songs, der nicht all zu überladen wirkt. Obwohl auch hier nicht mit Effektspielereien gespart wurde. Allerdings finde ich gerade den Gesangspart sehr harmonierend zur Musik, weshalb für mich das spacige Instrumental tatsächlich etwas in den Hintergrund gerückt wird. Mit 6,5 Minuten Spielzeit ist dieser Song auch eines der längsten Tracks des Albums. Überzeugt, ob es der richtige Song für den Einstieg ist, war ich am Anfang nicht, aber als ich mir die Platte komplett durchgehört hatte, war die Auswahl doch gut so. Es hat den Hörer auf das Kommende vorbereitet.

Anschließend folgt Apocalyptical wozu es bereits ein Musikvideo gibt und The Underwhelming. Letzteres ist kein klassischer Elektro – Pop – Song, aber kann man dennoch diesem Genre zuordnen. Generell muss ich zugeben, dass es mir sehr schwer fällt aus den 12 Songs nun großartig etwas herauszufiltern was mir besonders gut gefällt und was nicht. Es wirkt einfach sehr überladen und doch irgendwo stimmig. 

 

 

Es folgen Grey Area 5.1 und Theorem. Auch die Titel sind extravagant und kurz hadere ich damit, ob sich dahinter auch eine Botschaft versteckt, die ich nicht verstehe. Also habe ich Google angeschmissen und finde keine Antwort. Also vermute ich Mal, dass es sich hier auch um fiktive “Orte”, “Dinge” geht, die generell zum Sci-Fi Konzept passen. Mir wurde ziemlich schnell bewusst, dass ich mich mit der Band und ihrer Musik viel zu wenig  auseinandergesetzt habe. Das ist auch keine Musik, die man Mal eben zum Abschalten anhören kann. Man muss da schon aufmerksam zuhören und offen dafür sein.

Ich höre weiter durch die nächsten Songs und lande ziemlich schnell beim letzten Song. Die Songs sind gut, keine Frage, dennoch kristallisiert sich bei mir kein Song heraus, den ich sehr gut finde, oder der  mir besonders prägsam in Erinnerung geblieben ist. Aber es gibt auch keines was ich ziemlich schlecht finde. 

Das Ende begrüßt uns mit: Manchmal ist weniger mehr. Badlamite enthält noch eine ordentliche Ladung Rock-Musik. Und damit ist dieser Track, der nicht zu überladen ist, der Song, der am meisten zur Geltung kommt. 

 


 

Tracklist: 

1.    Bread and Circus
2.    Apocalyptical (Video über 2 Millionen Aufrufe)
3.    The Underwhelming
4.    Grey Area 5.1
5.    Theorem
6.    UPGrade
7.    Bullet Train To Iowa
8.    Personal Prometheus
9.    A Singularity
10.  Postulous
11.  Fake Affront
12.  Bedlamite

 

FAZIT: 

Außerirdisch gut. Von mir gibt es 6 / 10 Megahertz. Existential Reckoning hat eigentlich alles was ein qualitativ gutes Album braucht. Eine ordentliche Länge, ein Konzept hinter der Platte, interessante Lyrics, viel experimentelles und atmosphärisches Instrumental und eine einehmende Stimme von Tool-Frontmann Maynard James Keegan. Trotz dieser facettenreiche Aufmachung und diverser Stile ist das Album in sich stimmig. Allerdings vermisst man hier eine genauere Richtung, woran man sich orientieren kann. Mir würde es schwer fallen jemanden das Album in wenigen Worten zu beschreiben und zu empfehlen. Es wird definitiv mehrere Zuhörer ansprechen und für sich gewinnen können, aber Liebhaber eines bestimmten Genres werden sich damit schwer tun. Man muss offen für experimentelle Musik sein, dann wird das vierte Puscifer-Album zu einer echten Hörempfehlung. Für mich war es dann letztendlich doch leider zu viel des Guten.