Blackbird Mantra: Hamburger Psych-Rocker veröffentlichen ihr Debütalbum “High And Dry”!

Mit “High And Dry” ist am 06.11. das Debütalbum der Psych-Rocker Blackbird Mantra aus Hamburg bei La Pochette Surprise erschienen.

Blackbird Mantra (C) Martin Brunnbauer

Das morgendliche Gezwitscher eines Vogels mag fröhlich und verspielt klingen, ist aber in der Realität eine ernste Angelegenheit. Der Gesang soll nicht nur Weibchen oder Männchen anlocken, sondern auch das Revier vor Rivalen beschützen. Ein einsamer, paranoider Klang. In Kurt Vonneguts Antikriegsroman „Slaughterhouse Five“ ist das unschuldig wirkende „Poo-Tee-Weet“ eines Singvogels gar ein wiederkehrendes Sinnbild für unaussprechlichen Horror.

So düster wie diese Einleitung anmutet, klingt die Musik von Blackbird Mantra tatsächlich nicht.

Dennoch kann es kein Zufall sein, dass sich das Hamburger Psych-Rock-Quartett nach dem repetitiven Singsang einer Amsel benannt hat. In ihren Songs wird auf jeden Fall fleißig  gezwitschert: E-Gitarren zirpen in luftigen Höhen, ein Wurlitzer trällert vor sich hin, das Schlagzeug zieht ausgedehnte, elegante Kreise. Im Zentrum ein Bass, der sich bei all der Psychedelia nicht aus der Ruhe bringen lässt. Die erste EP dieser Band hieß „Riverside Bar“ – ihrem Sound nach scheint diese Kneipe ein gemütlicher Ort zu sein.

Hinter der einladenden Fassade steckt jedoch noch viel mehr.

Wenn Blackbird Mantra die Zähne fletschen, kann es auf wundersame Art und Weise unangenehm werden. Wie zum Beispiel im windschiefen Walzer „A Rat At The Ball“, in dem die Gitarren mit einem fiesen Lächeln aus der Tonart herausdriften. Oder in „Sysiphos“, in dem die Band ihr Publikum ganz dem titelgebenden Mythos entsprechend mit ewiger Wiederholung bestraft, bis der Groove so tief ins Unterbewusstsein einsickert, dass er einen nie wieder loslässt.

„It‘s like a loop / Always in repeat/ You take one big leap / You fly, you fall, you break your feet/ And you‘re back on the same old track“, wird dazu gesungen.

Apropos Wiederholung: Wer im Jahr 2020 psychedelische Rock-Musik macht, kommt nicht um ein paar Wiederholungen herum. Doch Blackbird Mantra bieten mehr als nur Pink-Floyd-meets-Link-Wray-Retromanie. Ihre Wurzeln liegen viel tiefer. Zum Beispiel im kaputten Krautrock, wie „The Wheel“ eindrucksvoll beweist, dessen liebevolles Video über eine Hand auf der Suche nach Zweisamkeit hier genossen werden kann. Oder in den knochentrockenen Gitarren-Workouts von jungen Post-Punk-Hoffnungen wie Ought oder Lewsberg (bereits von Blackbird Mantra supportet), die den CBGB-Spirit in die Gegenwart übersetzen. „The Renegade“ könnte mit seinem schunkeligen E-Piano zwar auch als The-Doors-Stück durchgehen – wenn Jim Morrison nicht zu besoffen gewesen wäre, um bis elf zu zählen. Blackbird Mantra spielen gerne mit der Form, werfen ein paar ungerade Takte oder chaotisch oszillierende Gitarreneffekte ein, damit es einem ja nicht zu bequem wird.

Doch das größte Kunststück dieser Band ist ein anderes. Timo Grimm, Thies Lingner, David Gradl und Helge Schritt lassen das Ganze unglaublich leichtfüßig wirken. Sie verbinden all diese losen Enden zu einem eleganten Seemansknoten, als wäre es das einfachste auf der Welt. Und sie lassen emotionale, komplexe, mühevoll konstruierte Gitarrenmusik wie wunderschönen, tiefenentspannten Vogelgesang wirken.

Mehr Informationen zur Band:

Blackbird Mantra (C) Martin Brunnbauer

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Quelle: Community Promotion