ARCHITECTS

Im Soundcheck: Architects “the classic symptoms of a broken spirit”

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Im Soundcheck: Architects “the classic symptoms of a broken spirit”
Insgesamt können wir sagen: It´s Radio:Active. Die 40 Minuten meines Lebens schenke ich Architects nur zu gern! Ja, es ist Anders, als gewohnt. Ja und auch wenn es sich manchmal weniger raffiniert anhört, als ihre älteren Werke, so ist aber die Entwicklung, das Experimentieren mit neuen Stilen und Klängen und ihre Arbeit durchaus gelungen! Architects haben es geschafft ihre Musik nicht zu entfremden und sowohl ihre alten Hörer und gar neue Fans damit eine Freude zu machen. 
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IT´S RADIO:ACTIVE
architects 2021d ed mason pr

Die Metalcore-Vorreiter sind zurück! Wer erinnert sich nicht gerne an die Veröffentlichung von Mega-Hit Doomsday und wie danach jede Core-Band technische Riffs à la Architects in ihre Songs einbauten? Schon beim letzten Album der Briten verschwanden jene technischen Riffs, die Screams und archetypischen “Bleghs“ – kurz: der Metalcore – immer mehr aus den Tracks. Jetzt ist der Übergang in die neue Architects-Ära vollständig. “the classic symptoms of a broken spirit“

Releasedatum: 21.10.2022
Genre: Metalcore
Label: Epitaph
Medium: CD, Vinyl, etc.

Architects theclassicsymptomsofabrokenspirit

Tracklist:

  1. Deep Fake
  2. Tear Gas
  3. Spit The Bone
  4. Burn Down My House
  5. Living Is Killing Us
  6. When We Were Young
  7. Doomscrolling
  8. Born Again Pessimist
  9. A New Moral Low Ground
  10. All The Love In The World
  11. Be Very Afraid

.the classic symptoms of a broken spirit

Technische Riffs und Doublebass wichen einem industriellen, riffig-stampfenden Sound. Minimalistisch gespielt und mit astronomischer Produktion stark aufgewertet, klingen die Songs alle recht simple, beinhalten aber weit mehr Tiefe als auf den ersten Blick erkennbar. Vergleichbar mit industriellen Größen wie Rammstein werden hier Layers an Synthesizern meisterhaft in das Gesamtbild integriert, simple Riffs und Drumming effektiv und kontrastierend zu ruhigeren Parts eingesetzt und die Refrains extragroß geschrieben. Industrieller Stadion Rock/Metal könnte eine akkurate Beschreibung der Hits sein, die die Briten auf “the classic symptoms of a broken spirit“ präsentieren.

Architects - 'The Classic Symptoms Of A Broken Spirit' review: hulking  riffs and killer hooks

Einer meiner klassischen Kritikpunkte an Alben mit solche einer Genrebeschreibung ist, dass die Songs oft zu gleich klingen und nach Schema F geschrieben werden. Das trifft auf die neue Architects-Platte aber nicht wirklich zu. Während gerade die drei oben erwähnten Singles doch einen ähnlichen Aufbau haben und alle dem neuen Architects-Sound mit stampfenden Riffs und eingängig gesungenen Refrains entsprechen, hat doch jeder der Tracks seine eigene Identität.

when we were young überzeugt durch die melodischeren Gitarren, die durch die Synthesizer perfekt unterstützt werden. Außerdem liebe ich den „Nicht-Breakdown“, der in den Song integriert ist. Dadurch werden die Erwartungen an den typischen Architects-Track erfrischend ignoriert.

deep fake wiederum ist einer der effektivsten Opener, die die Band je präsentiert hat. Mit meinem persönlichen Lieblingsrefrain des Albums, einer guten Mischung aus Screams und Gesang und einem Alarmsirenen-artigen Breakdown, schöpft er Potentiale aus alten und neuen Techniken der Band.

tear gas präsentiert den rammsteinigsten Riff bisher. Paranoid klingende Schlagzeugpassagen prägen die Strophen, während der Refrain dank der Chöre erhaben und für wie für ein Stadion-Publikum eigens angefertigt klingt. Auf diese Art und Weise könnte ich sicher bei jedem der elf Tracks immer kleine Variationsmerkmale beschreiben. Jeder Song auf diesem Album hat seine Daseinsberechtigung, was eine klare Verbesserung zur Vorgängerplatte darstellt, die mit ihren 15 Songs doch etwas zu überbordend wirkte.

Ein paar der neuen Lieder möchte ich aber doch noch ein bisschen mehr Spotlight schenken: burn down my house kommt als vierter Song überraschend balladesk daher, verliert aber nie den industriellen Sound der Platte. Glockenspiele, Bass und Drums übertönen hier ganz klar die Gitarren und es entsteht eine morbide und schleppend klingende Halbballade, die irgendwie Sinn macht. Trotz der Stadionwirksamkeit ist “the classic symptoms of a broken spirit“ kein Wohlfühl-Album, sondern ein Werk mit ernsten und traurigen Texten.

Das Endgespann a new moral low ground, all the love in the world und be very afraidsind wie eine Zusammenfassung von dem, was das Album leisten will: neuen Grund erforschen, aber die alten Wurzeln in diesen neuen Grund integrieren. a new moral low ground repräsentiert mit seinem Gitarrensolo und dem heftigen Synthesizer-Einsatz definitiv die Explorationsfreude der Band. Und trotzdem ist er ein Architects-Song durch und durch. all the love in the world kommt mir wie der Hochpunkt des industriellen Stadion-Sounds der Band vor. Der Refrain ist noch grander als die der neun vorangegangenen Tracks. Es wird ordentlich gestompt und auch die Synthwände dürfen nochmal glänzen.

Das Finale be very afraid vereint nun schließlich das Alte und Neue in Harmonie: Screams, Drumming und Breakdowns werden hier ordentlich aufgedreht und mit einer gehörigen Portion Industrial Metal und catchy Chorus vermischt. Den härtesten Song der Platte hätte ich aber, meiner Meinung nach nie als “so hart“ empfunden, wenn die zehn Tracks davor nicht im neuen Architects-Stil gewesen wären. Der Kontrast zum Rest des Albums hilft dem Closer einen so starken Eindruck auf mich als Hörer zu hinterlassen und das zeugt von einem großartigen Sinn für eine gute Songreihenfolge. be very afraid hätte als Opener oder Mittelstück sicher nicht funktioniert. Ja, hätte be very afraid die Opener-Position gehabt, würde der Rest des Albums sicherlich von vielen als “nicht heavy genug“ angesehen.

Ist “the classic symptoms of a broken spirit“ nun das perfekte Album? Nein. Einige Songs klingen doch etwas gleich und es gibt wie immer auch Favoriten, die mir besser gefallen als andere Tracks. Aber im Endeffekt gibt es keinen schlechten Song.

Januar gehts auf Hallentournee durch Deutschland

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05.01.2023  Frankfurt – Jahrhunderthalle
06.01.2023  Hamburg – Sporthalle 
07.01.2023  Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle
09.01.2023  München – Zenith
10.01.2023  Ludwigsburg, MHP Arena  
12.01.2023  Leipzig – Haus Auensee  
13.01.2023  Berlin – Columbiahalle 
 
 
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