Bury Tomorrow - Cannibal
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Künstler: Bury Tomorrow

Album: Cannibal

Genre: Metalcore

Label: Music For Nations / Sony Music

VÖ: 03.07.2020


Bury Tomorrow gehören zu der Sorte an Band, die ihre Fans nie für einen längeren Zeitraum auf neue Musik warten lassen. Cannibal ist das neue Album der britischen Metalcore Band. Black Flame, welches Ende 2018 erschien, war ihr bisher erfolgreichstes Album (Platz 19 in den Charts), doch meiner Meinung kann Cannibal sie noch weiter an die Spitze der Charts katapultieren. Die Jungs aus Southhampton verarbeiten in Cannibal hauptsächlich das Thema Mental Health und ist laut Band eines der persönlichsten Alben, die sie geschrieben haben. Die tiefgründigen Texte, werden mit harten Riffs, explodierenden Drum-Lines, einschlägige Melodien und eindrucksvollen Screams und teilweise cleanen Gesangsparts untermalt. Bereits als die erste Single zum Album veröffentlich wurde, schrieben einige Fans.

“Bury Tomorrow können einfach keine schlechten Songs schreiben.” 

Und dem kann ich nur zustimmen. Live und auf Album wissen Bury Tomorrow zu überzeugen. Leider musste der Release des Albums aufgrund der Umstände durch Corona von April auf Juli verschoben werden. Ich durfte aber schon eine Weile länger in das Album lauschen und für mich persönlich war es eines der Quarantäne Must-Haves. 

Tracklist:

1. Choke

2. Cannibal

3. The Grey (VIXI)

4. Imposter

5. Better Below

6. The Agonist

7. Quake

8. Gods & Machines

9. Voice & Truth

10. Cold Sleep

11. Dark Infinite

 


 

Find me trapped inside my head

(I can’t find a way to bring myself back)

Bereits der erste Song Choke und die dritte Single des Albums legt einen explosiven Anfang hin. Zunächst wusste ich gar nicht welchem Instrument ich zuerst meine Aufmerksamkeit widme. Das Lied trägt Elemente aus verschiedenen Genres in sich. Schlagzeug, Gitarre, Bass und Gesang sind im rasenden Einklang und doch führt die Melodie den Zuhörer aufmerksam durch den Song, ohne das man sich verliert. Besonders gut gefällt mir die Dynamik zwischen Dans epischen Growls und der cleane Gesang im Chor des Rhythmusgitarristen Jason Cameron. Der Song ist der perfekte Einstieg in das neue Album und lässt einen gut erahnen, in welche Richtung das Album geht.

 

 

Track Numero 2 und gleichzeitig Titelsong des Albums hat sich zu meinem absoluten Lieblings-Song von ihnen herauskristallisiert. Hier stimmt einfach alles. Meine erste Reaktion darauf?

Holy shit! Die Lyrics, die Riffs und Screams sind einfach perfekt!

Es beginnt mit einem melodischen instrumentalen Intro, der mich irgendwie völlig aufgekratzt da sitzen ließ. Vor meinem imaginären Auge tauchten Bilder von einer Verfolgungsjagd auf und wenn ich bei Musik Kopfkino bekomme, dann ist es immer ein gutes Zeichen! Die Musik löst etwas aus. Dann setzt Danny mit den Screams ein und mir wird wieder bewusst wie underrated er eigentlich ist. Er verdient mehr Anerkennung für das was er da aus sich rausholt. Dagegen wirkt der cleane Gesang im Chorus im ersten Moment ein wenig lasch, aber je öfter ich diesen Song höre, umso mehr gefällt es mir. Mittlerweile kann ich nicht sagen, ob ich die Screams oder die Cleans besser finde.  

Everyone is waiting

For the pieces that we left to fall

We keep waiting, for these cannibals

Everyone is waiting

For the pieces that we left behind

 

The Grey VIXI” war die erste Single, die sie veröffentlichten und meiner Meinung spiegelt der Song alles wieder, was man von Cannibal und Bury Tomorrow erwarten könnte. Es ist das Aushängeschild für das Album und spiegelt die Entwicklung der Band wieder. Der hämmernde Bass von Davyd Winter-Bates ist mir direkt als Erstes aufgefallen. Dieser sticht in diesem Song besonders gut hervor, harmoniert aber auch gleichzeitig mit den anderen Instrumenten. Aber auch die genialen Riffs und die Fills am Schlagzeug konnten mich begeistern. Da gibt es absolut nichts zu meckern. “The Grey VIXI” kann ich mir unglaublich gut für Live-Shows vorstellen. Es hat etwas Hymnisches und würde wahrscheinlich die ganze Konzerthalle zum Beben bringen. 

Atmosphärisch wird es mit “Better Below”. Der Song klingt irgendwie anders, als das man von Bury Tomorrow gewohnt ist. Es könnte eine Ballade sein, die sich immer weiter und aggressiver aufbaut, aber niemals zum Höhepunkt kommt. Ich mag die Stimmung, die rüber kommt, aber zwischen den anderen starken Songs geht dieser Track leider etwas unter. 

Quake dagegen ist ein weiterer Song der auf dieser Platte zu meinen Favoriten zählt. Aber ich mag es auch dramatisch und abwechslungsreich. Es beginnt zunächst ruhig und melodiös. Der Gesang Camerons hüllt uns in eine beruhigende Atmosphäre, bis man plötzlich im Chorus mit aggressiven Riffs und einer Härte bombardiert wird, die man zunächst nicht erwartet hätte. Aber ich erwähnte ja. Ich liebe dramatische Songs. Dieser Track hat seine Up´s und Down´s und macht einfach Spaß. Es endet wie es begann: mit einem atmosphärischen Instrumental. Dazu kann ich mir ein ziemlich tolles Musikvideo vorstellen und hoffe dieser Song wird die nächste Single. 

Bei Cold Sleeping tue ich mich schwer. Es beginnt schnell, hat seine Break-Downs, einen tollen Beat, spannende Lyrics, auch die typischen Up´s & Downs, aber doch wartet man irgendwie auf mehr. Die große Explosion, die irgendwie nicht kommen mag. Jedoch überzeugen mich hier die Lyrics am meisten. Sehr gut geschrieben und musikalisch verpackt. Die Musik passt irgendwie auch einfach zum Titel des Songs. Das Feeling und die Botschaft kam auf jeden Fall an. 

Das Finale macht Dark Infinite. Es ist aggressiv und hat ordentlich Tempo und bleibt auch dabei. Besonders Dannys Screams erhalten diese Aggression, die der cleane Gesang etwas einzudämmen mag. Dennoch ein passender Song fürs Ende, wo Jeder noch einmal beweisen kann, dass sie ihren Job technisch und musikalisch mehr als gut beherrschen. 


Von mir gibt es für das Album 9/10 Megahertz. Nicht nur die Musik hat es mir angetan, wie man es eventuell lesen konnte, sondern auch die Lyrics der einzelnen Tracks. Sie waren voll mit persönlichen Emotionen, Botschaften, der nackten Wahrheit, schmerzliche Empfindungen und doch irgendwo motivierend, für etwas zu Kämpfen und nicht aufzugeben. Das Album ist persönlich und authentisch. Ich finde es immer wieder mutig, dass Bands Themen ansprechen, die von einem Stigma betroffen sind oder gern verschwiegen werden. Dass Bury Tomorrow sich explizit auf das Thema Mental Health fokussieren und dies mit der Musik verbinden, löst in mir eine Art Erleichterung aus und ich wünsche mir, dass dies viel mehr Künstler umsetzen und sich trauen. Es sollte kein Tabu-Thema mehr sein. Mental Health ist ein Teil von uns, sowie die Musik immer sein wird und es gibt keine bessere Möglichkeit dies musikalisch zu verpacken und mit der Welt zu teilen.

Bestellt Euch das Album vor. Ihr werdet es nicht bereuen und definitiv hin und wieder mit Gänsehaut gesegnet werden!

 

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