Catapults – I’ll Be Honest

Catapults – I’ll Be Honest
8
MEGAHERTZ

 

Radio:Active Bewertung: 8/10 Megahertz
Band: Catapults
Album: I’ll Be Honest
Genre: Punkrock, Emo-Punk, Skatepunk
Label: Uncle M
VÖ: 19.03.21

 

TRACKLISTE

  1. I’ll Be Honest
  2. If You Don’t Matter, Nothing Does
  3. Newfound Home       
  4. Vacancy       
  5. Routines & Habits
  6. Everything (I Wish I Could Claim to Be)       
  7. Thanks, I Hate It       
  8. Nothing’s Changed (feat. Hilmar Duin)       
  9. Talking to Myself       
  10. Open the Blinds

Die Band

I’ll Be Honest” ist das Debütalbum von Catapults, dass am 19. März 2021 in drei verschiedenen Vinyl Versionen so wie digital erscheinen wird, wir durften schon reinhören und es lohnt sich auf jeden Fall.

 

Die Jungs aus Oldenburg beweisen nicht nur beim Instrumentenbau und auf ihren Social Media Kanälen, dass sie musikalisch, beim Songwriting und unterhaltungs technisch einiges drauf haben.

 

Der Sound von Catapults ist in Richtung Emo-Punk mit Punkrock Einflüssen einzuordnen und hat mich beim ersten Hören an eine Mischung aus Fall Out Boy, Paramore und Sum 41 erinnert. Unverkennbar ist auch der Einfluss von Skate-Rock zu hören, der nicht alleine dadurch unterstützt wird, dass die Band sich eine DIY E-Gitarre aus kaputten Skateboard-Decks zusammengebaut hat, die vor allem beim Song “If You Don’t Matter – Nothing Does” ihren großen Auftritt hat.

 

Aufgenommen haben Catapults ihre Debütalbum nach fast einem Jahr des Songwritings im März 2020, zusammen mit Sören Kucz, Tom Porcell und ihrem langjährigem Produzenten-Freund Paul Zimmermann in den frisch aufgebauten Limetree Studios bei Hildesheim.

 

Upcycling spielt eine zentrale Rolle auf der Platte, denn neben der Wiederverwertung der Skatedecks als Gitarre sucht die Band auch durch ihre Lebenseinstellung immer wieder das Neue im Alten.

 

Nach zwei veröffentlichten EPs, die beide in Eigenregie veröffentlicht wurden und Auftritten auf verschiedenen Festivals, wie z.B. dem Rock am Beckenrand sollte das Album ein Konzeptalbum mit  kompletter Storyline und allem drum und dran werden, doch die vier Oldenburger entschieden sich dagegen. Stattdessen entstand ein vielversprechendes Emo-Punk-Album mit einer Sammlung von 10 Songs über kompromisslose Offenheit und harte Selbstreflektion.

 

 

Die Songs:

Den Anfang macht der Song “I’ll Be Honest” der sich mit dem Album den Namen teilt und sanft ins Album einleitet. Doch die sanften Töne bergen tief emotionale Lyrics. Denn “I’ve been in a tough spot these past months” fast die Stimmung des Songs gut zusammen, jedoch gibt er auch Hoffnung auf Neues und Besserung. Zum Ende des Songs baut sich Spannung auf und er geht auch fast nahtlos in den zweiten Song “If You Don’t Matter Nothing Does” über.

Der zweite Song zeigt sich etwas energischer und schneller als der Erste. Doch dies unterstützt die Standfestigkeit hinter der Aussage “So I prepare for war, to wash away those dark thoughts”. Und zeigt, dass sie sich zwar nicht gerade an einem guten Zustand befinden, aber sich darauf vorbereiten sich daraus zu kämpfen. Denn wenn du selber dir nicht wichtig bist, ist sonst auch nichts von Bedeutung.

 

 

Es folgen mit “Newfound Home” und “Vacancy” zwei wieder etwas ruhigerer sehr emotionale Songs. Denn bei “Newfound Home” geht es genau um, dass was im Titel steht, einen neues Zuhause gefunden zu haben, auch wenn man sein altes noch lange nicht vergessen hat. Bei “Vacancy” handelt es sich jedoch um eine sehr persönliche Geschichte und darum dass der Sänger seinen Vater vermisst, es bereut nicht bei ihm gewesen zu sein und die Leere die nun herrscht. 

 

Um Routinen und Gewohnheiten, die man nicht ablegen kann geht es in Song 5 des Albums “Routines & Habits” und der Sänger gibt zu “It seems that I’ve learned the hard way, how to be honest to myself” und wie schwer es einem fehlt aus eben diesen Routinen auszubrechen und seine Komfortzone zu verlassen.

 

“You are more than your bruises and scars, as long as you get back up you’ll always be fine”

 

Bei ihrem Musikvideo zu “Everything (I wish I could claim to be)” zeigt Catapults deutlich welche zentrale Rolle die ehrliche Haltung und soziales Engagement in ihrem Leben und ihrer Musik spielt. Denn in diesem Song geht es um die Selbstverwirklichung entgegen aller Widrigkeiten und wie sehr es andere beeinflusst sich selber ebenfalls zu verwirklichen.

Zu diesem Zweck haben die Oldenburger ihr Musikvideo in Zusammenarbeit mit dem Bremer Blaumeier-Atelier für Menschen mit Behinderungen gedreht.

 

Bei “Nothings Changed” geht der Sound etwas mehr in Richtung Poprock, jedoch wechselt die Stimmung plötzlich im Song zu langsam und bedeutsam. Aus “Nothing changed, I’m still that kid, who thinks he ain’t okay” wird dann “I just need to remind myself that I am worthwhile, too”.Die Emotionalität des vorherigen Songs bleibt auch bei “Talking To Myself” erhalten, wobei es hier darum geht wie alleine sich der Sänger manchmal fühlt und es schlimmer ist, wie er es sich ausgemalt hat.

 

Den Abschluss des Albums bildet “Open Blinds”, der wieder einen positiveren Ausblick gibt. Denn auch wenn man selber all die schlimmen Gedanken und Gefühle hat, die in den vorherigen Songs emotional und rockig zugleich rübergebracht worden, ist man nicht alleine. Und die Botschaft ist deutlich, auch wenn es nicht einfacher wird, wird es aber ertragbarer, when man einfach nur mal die Jalousien öffnet.
I just need to open the blinds
Denn wenn man über sich selber hinaus schaut, kann man sehen, dass es auch schlimmer hätte sein können und es einen selber gar nicht so schlimm getroffen hat.

 

Fazit:

Ein abgerundetes Album, dass mich an die alten Lieder aus Mitte der 2000er erinnert und mit gefühlvollen, ehrlichen Texten verpackt in Skate-Rock-Sound gepackt überzeugt. 

 

Uncle M Shop

 

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