Der Tod ist eine treue Muse. Er ist sicher, verlässlich, endgültig. Er ist all das, was die anderen Musen nicht sind. Kreativität und Intuition sind wankelmütige Freunde, im Angesicht des Todes jedoch laufen die Götter der Inspiration urplötzlich zu Topform auf und rauschen himmelwärts, aus allen Rohren auf die Synapsen feuernd.

Die schwedischen Post-Punk-Goth-Rocker Then Comes Silence sind sich dieser niemals versiegenden Quelle wohl bewusst. Der Tod mag die letzte Schwelle sein, die ultimative Grenze zwischen diesem Leben und der großen Ungewissheit. Für die Gothic-Connaisseurs ist er vor allem eine starke Kraft, die sie antreibt. 2017 führte diese Obsession mit allem Letalen zu „Blood“, einem zutiefst morbiden, düster pulsierenden Genuss, der das Beste aus apokalyptischem Post Punk und nebligem Goth Rock extrahierte. Ihr gewaltiges neues Album „Machine“ setzt jetzt den Weg gesteigert und mit neuem Line-up fort: Mehr Rock, mehr Tod, mehr von jener Fixierung auf alles Düstere und Furchtbare. Es bedeutete Schmerz und kostete Kraft, war in vielfacher Weise ein Weg zurück zu ihren bescheidenen Anfängen als schwedisches Underground-Phänomen. Die packenden Beats, die gespenstisch kalten Melodien, die winterlichen Gitarren und düsteren Hooks zeigen, dass es das alles wert war. Alles führte zu Hymnen wie „We Lose The Night“, „Dark End“ oder „Kill It“. Then Comes Silence schließen den Kreis und klingen endlich so, wie sie immer klingen wollten – wie eiskaltes Wasser, das an einem Novembermorgen aus einer rostfreien Leitung läuft. Herzen werden schmelzen. Blut wird gefrieren. Then Comes Silence wollen vor allem eines sein: Eine Rock‘n‘Roll-Band von der dunklen Seite der Macht mit dem Tod als ultimative Muse. Am 11. Oktober kommen Then Comes Silence nach Hamburg ins Headcrash.

Quelle: FKP Scorpio

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