EselRock 2026 in Wesel – Umsonst & Draußen Festival geht in die nächste Runde
Wenn der Heubergpark in Wesel wieder zum Epizentrum großartiger Livemusik wird, braucht man eigentlich nur drei Worte: Umsonst. Draußen. EselRock. Seit 2008 beweist das Festival, dass Festivalfeeling keinen dreistelligen Ticketpreis braucht und 2026 hält es diese Tradition mit einem der stärksten Line-ups der EselRock Geschichte aufrecht. Über 10.000 Besuchende werden am 15. und 16. Mai erwartet. Dabei ist das Festival kein Geheimtipp mehr, sondern längst Pflichttermin im Kalender.

Freitag, 15. Mai: Emil Bulls wollen den Heubergpark umpflügen
Los geht’s um 16:30 Uhr mit Einlass in den Foodcourt, wo die Emscherspatzen – der wohl sympathischste Männerchor des Ruhrgebiets – für ein schräges Warm-up sorgen. Wer Ruhrpott-Charme und kollektives Mitgrölen sucht, ist bei diesen Herren bestens aufgehoben.
Um 17:30 Uhr eröffnen Montreal die NISPA Hauptbühne. Die Hamburger Punk-Rock-Institution existiert seit den frühen 2000ern und hat sich über die Jahre einen Ruf als eine der verlässlichsten Live-Bands der deutschen Szene erarbeitet. Direkter Sound, keine Spielchen, viel Pogo – der ideale Zündstoff für den Freitagabend. Wer um 18:40 Uhr die Bühne wechseln möchte: Auf der BYK Seebühne legen Neurotox los – ehrlicher, ungeschminkter Punkrock direkt aus der Region, direkt ins Mark. Keine Kompromisse, kein Schnickschnack.
Um 19:35 Uhr übernehmen Attic Stories die Hauptbühne. Die Band bringt energiegeladenen Pop-Punk mit einer Frontfrau, die das Publikum sofort im Griff hat – emotional, mitreißend und genau die richtige Portion Druck, bevor die Headliner kommen. Parallel dazu spielen ab 20:35 Uhr Fheels auf der Seebühne: organischer Soul-Rock-Blues mit echter Tiefe. Sänger Felix Brückner bewegt sich im Rollstuhl mit beeindruckender Dynamik über die Bühne und fesselt mit einer markanten Stimme, die man so schnell nicht vergisst.
Um 21:30 Uhr gehört die NISPA Hauptbühne dann den Emil Bulls. Die Münchner sind seit über 30 Jahren im Geschäft und haben in dieser Zeit alles erlebt: Line-up-Wechsel, Stilwandel, Hochs und Tiefs. Was geblieben ist, ist eine Band, die auf der Bühne schlicht und einfach funktioniert. Alternative Metal mit Melodiegefühl, harten Riffs und einer Energie, die man spürt. Für alle, die einen Freitagabend brauchen, der unter die Haut geht.

Samstag, 16. Mai: Grossstadtgeflüster feiern ihr schrägstes Jubiläum
Der Samstag startet ab 14:30 Uhr mit CSTRAT aus Duisburg. Niklas und seine Band stehen für Pop-Rock mit Substanz – kein glattgebügelter Radiorock, sondern Musik mit Ecken und Kanten, die zeigt, dass das Ruhrgebiet auch jenseits der Altvorderen noch einiges zu sagen hat.
Um 15:30 Uhr eröffnet die Rhythmussportgruppe die NISPA Hauptbühne: Neun Köpfe aus dem Rheinland, die mit Bläsern, Funk-Beats und einer gehörigen Portion Selbstironie den Karnevalsesprit in moderne Festival-Hymnen übersetzen. Mitgrölen ausdrücklich erwünscht. Wer zwischendurch die Bühne wechseln möchte: Um 16:40 Uhr legen Himitzu auf der BYK Seebühne los kompromissloser Alternative-Sound, laut, direkt, kein Pardon.
Zurück auf der Hauptbühne übernehmen um 17:40 Uhr Skyline Green – sieben Musikerinnen und Musiker, die fette Dub-Beats mit Balkan-Brass und kubanischen Rhythmen verknüpfen. Das klingt nach viel, ist es auch, aber auf die beste Art. Parallel dazu spielen ab 18:50 Uhr Screenplay auf der Seebühne handgemachten Rock mit ordentlich Drive.

Um 19:50 Uhr folgt auf der Hauptbühne der härteste Moment des Samstags: Callejon. Die Metalcore-Giganten stehen seit Jahren für brachialen Sound mit deutschsprachigen Texten, die inhaltlich weit mehr leisten als bloße Aggressionsverwaltung. Wer eine kurze Verschnaufpause braucht, findet sie um 21:00 Uhr auf der Seebühne bei Crimson Bloom – sphärischer Indie-Rock, der die musikalische Bandbreite des Festivals eindrucksvoll unterstreicht.
Den krönenden Abschluss auf der NISPA Hauptbühne machen um 22:25 Uhr Grossstadtgeflüster und das zum 23 2/3-jährigen Jubiläum. Jen, Raphael und Chriz feiern damit auf ihre eigene Art: schräg, präzise, unnachahmlich. Ihr Mix aus Elektro-Pop und Berliner Schnauze ist seit Jahren eine feste Größe in der deutschen Festivallandschaft. Wer „Fickt-Euch-Allee“ noch nie live erlebt hat, bekommt hier die Chance.
Das Wichtigste: Es kostet nichts
Was das EselRock seit fast zwei Jahrzehnten auszeichnet, ist nicht nur das Line-up, sondern das Prinzip dahinter: ehrenamtliches Herzblut, professionelle Umsetzung, null Eintritt. Sonnencreme einpacken, Regencape nicht vergessen, und ab in den Heubergpark. Alle weiteren Infos unter www.eselrock.de.



