Am 09.05.2020 verbreitete sich schnell die traurige Nachricht über den Tod des Pionier des Rock’n Roll Little Richard.  Er gehörte zu den einflussreichsten Musikern in der Frühphase des Rock’n’Roll, inspirierte die Beatles und Elvis Presley. Nun ist der US-Sänger Little Richard mit 87 Jahren gestorben.

Bestätigt wird dies durch seinen Sohn Danny Penniman unter anderem der “New York Times” und dem Musikmagazin “Rolling Stone” am Samstag. Little Richard begeisterte seine Fans in den 50er-Jahren mit Hits wie “Tutti Frutti” und “Long Tall Sally“.

Little Richard gilt als US-Musik-Legende, die eine ganze Generation begeisterte und zahlreiche andere Musiker inspirierte, darunter auch Rockstars wie Buddy Holly, Jerry Lee Lewis und Elvis Presley. Wie Chuck Berry oder Fats Domino schuf Little Richard in den 50er-Jahren ein neues Musik-Genre. Seine Fans riss er mit Hits wie “Tutti Frutti” und “Long Tall Sally” sowie seiner wilden Bühnenpräsenz zu Begeisterungsstürmen hin.

Der Musiker kam am 5. Dezember 1932 als Richard Wayne Penniman in Macon im US-Bundesstaat Georgia während der Großen Depression zur Welt, als eines von zwölf Kindern einer religiösen Familie. Die Hauptrolle in seinem Leben spielte die Kirche, wie er in einem Interview sagte. “Gott war gut zu mir. Jeden Samstag gehe ich in die Kirche, jeden Samstag, das verpasse ich nie. Und freitags eröffne ich den Sabbattag.”

Neben der Religion prägte jedoch auch Armut die Kindheit des Musikers. “Ich komme aus den Slums – das vergisst man nie”, sagte der als Kind sehr schmächtige und deshalb “Little Richard” gerufene Musiker einmal. Sein Vater war Schmuggler und wurde ermordet, als Little Richard – das dritte Kind unter zwölf Geschwistern – 19 Jahre alt war. “Alles in mir brach damals zusammen.” Aber das Erlebnis gab ihm auch Kraft, “und die Überzeugung und die Beharrlichkeit zu wissen, dass ich es eines Tages schaffen würde”.

Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und bekam schließlich einen ersten Plattenvertrag. Neben “Tutti Frutti” veröffentlicht er in den Jahren darauf Songs wie “Good Golly, Miss Molly” und “Lucille“, die von Stars wie Elvis Presley gecovert werden – der Rock’n’Roll ist geboren.

Knapp drei Jahre lang schwimmt Little Richard auf der Erfolgswelle, tourt durch die Vereinigten Staaten und feiert offen bisexuell wilde Partys mit Männern, Frauen und Alkohol. Seine Konzerte, bei denen der häufig als “Gott des Rock’n’Roll” gefeierte Musiker mit dünnem Schnurrbart, hochtoupierten Haaren, greller Schminke, falschen Wimpern und wilden Kostümen auftritt, bringen mitten in der Rassentrennung Weiße und Schwarze zusammen – zum Entsetzen radikal-konservativer Politiker und Vereine.

Aber dann ist plötzlich Schluss. Bei einer Konzertreise nach Australien 1957 entscheidet sich Little Richard spontan, die Musik hinzuschmeißen und Priester zu werden. Seitdem lebt der schrille Künstler zwischen zwei Welten – der Kirche und der Musik. Immer wieder startet er Comeback-Versuche, kämpft gegen das abebbende Interesse am Rock’n’Roll, verhilft dem jungen Jimi Hendrix zum Karrierestart, tourt mit den damals noch weitgehend unbekannten Rolling Stones durch Europa, versucht sich als Schauspieler und veröffentlicht Funk- und Soul-Alben. Aber immer wieder zieht er sich auch in seine religiöse Welt und den Gospel zurück.

Stars von Elvis Presley über Otis Redding, Jerry Lee Lewis, Tina Turner, Prince, Mick Jagger, Rod Stewart, David Bowie, Elton John, Paul McCartney, Bob Dylan und Freddie Mercury bis hin zu Bruno Mars geben Little Richard als ihr musikalisches Idol an. Aber nach der Grundsteinlegung für den Rock’n’Roll traten andere in den Vordergrund.

 

R.I.P. Little Richard

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