Liz Lawrence – The Avalanche (VÖ: 17.09.21)

Liz Lawrence – The Avalanche (VÖ: 17.09.21)
8
MEGAHERTZ

 

Künstler: Liz Lawrence
Album: The Avalance
Release: 17.09.21
Genre: Indie Pop
Label: Second Breakfast/Kartel Music Group
Radio:Active Bewertung: 8/10 Megahertz

 

Tracklist:

Down For Fun
Babies
Drive
Saturated
I’ll Go On
Violent Speed
Where The Bodies Are Buried
Simple Pleasure
Heart Of Gold
Birds
The Avalanche

 

Nach dem Release von der „Whoosh!“ EP in 2020, der „California Screaming“ aufs BBC Radio‘s Introducing Playlist brachte und den Track „Whoosh“ ins Radio 1 durch Annie Mac und Nick Grimshaw schaffte, ist Liz Lawrence zurück ins Studio gegangen  und hat die finalen Änderungen an „The Avalanche“ vorgenommen.

Teilweise wurde es durch das große sieben Meter lange Bild „The Montafon Letter“ von Künstler Tacita Dean inspiriert, welches sich auf das Desaster in Montafon Valley in Österreich im 17. Jahrhundert bezieht, bei dem 300 Menschen begraben wurden.

 

“And a priest went to the site to officiate the burial, and another avalanche buried him, and then finally another avalanche came and unburied the priest” – Lawrence.

 

Der morbide Humor davon und die Idee, dass was uns zerstört uns auch retten kann, gefiel ihr sehr.

Liz‘s drittes Studio Album „The Avalanche“ kommt am 17. September 2021 raus, doch sie hat uns mit „Where The Bodies Are Buried“, „Down For Fun“, „Saturated“, „Babies“ und „Drive“ bereits einen guten Vorgeschmack auf das kommende Album gegeben.

 

Anfang des Sommers 2020 hat Lawrence London verlassen und ist zurück in ihre Heimatstat in den West Midlands gezogen. 

Sie baute sich ein Studio selber zusammen mit ihrem Vater, auf der Seite von ihrem Opas Garten, in dem 20 Jahre lang ein ungeöffneter Schuppen stand. Sie nannte ihn liebevoll „The Coffin“. Während der Periode vom Umbruch, vervollständigte sie das Album, indem sie den Opener und die Lead Single „Down For Fun“ schrieb. Es ist ein großer, mutiger „louche“ Song, der vor Teenager Energie nur so trotzt.

 

“Moving back brought up a lot of complicated feelings, and ‘Down For Fun’ is about returning to a place I was desperate to leave for so long. It’s definitely the sort of music I would have listened to when I was last walking down these streets. But it isn’t nostalgic. It isn’t sentimental. All the subcultures and countercultures I was around were very male-dominated, and this is about feeling like there are other options. It’s the words I needed to hear”.

 

Unter den trockenen Observationen des Lebens in einer Kleinstadt, bildet „Down For Fun“ eine kraftvolle Erklärung, ein Versprechen von Stärke für all die Teenager Mädchen, die sich beiseite geschoben fühlen: “You don’t need no correcting / Your body is a weapon you’ll need someday”.

 

“The Avalanche”, kam recht schnell zustande. Lawrence schrieb, arrangierte und spielte alles selber ein und zum ersten Mal produzierte sie auch ihr ganzes Album alleine. Es erlaubte ihr die Essenz ihrer gefeierten Live Shows auf ihrem Album einzufangen.

 

“I feel like there’s power and aggression in the way I perform live, and I wanted to capture that on The Avalanche. It was a complete pleasure to write. I’d had all that anxiety around releasing ‘Pity Party’ [her 2nd studio album] after such a long period of not writing under my own name. But I was buzzing off the fact that people were receptive to it live, and it gave me so much confidence to make this”.

 

Lawrence hat ihre on-Stage Überschwang in einem fitten, extrovertiertem Album eingefangen.

 

“I like to dance, and I like to move, and I wanted to make a record that people would move to quite naturally. Also I wanted it to have motion. I think it’s quite silly, and it’s joyful, and I’m not always sure people expect that from me”. 

 

Dieses Mal sind die Songs nicht ganz so persönlich, wie zuvor, da sie sich viel durch die Welt und was in ihrem eigenen Leben passiert hat beeinflussen lassen.

 

“I think that was a conscious decision. I’m becoming really aware of my own narcissism, and in fact the narcissism all around us”

 

Es ist ein Thema, dass Lawrence in ihrem 2019er Song „Pity Party“ genauer ins Visier nahm. Speziell mit dem Song „None Of My Friends“, der bereits vor dem Lockdown entstand, aber zugleich die Lockdown Stimmung gut einzufangen scheint.

Diesmal wollte sie über ihr eigenes Leben hinaus schauen und sehen was in der Welt sonst noch passiert:

 

“I didn’t necessarily want to offer myself in that way again. I can be a real voyeur, and I was interested in what everyone else was doing. This is my Rear Window record”.

 

The Avalanche

 

Mit “Down For Fun” steigt Liz direkt mit einem lauten Intro in ihr Album ein. “Gonna act like she is allright. Down For Fun, down for anything”.  Mit der Botschaft “You don’t need no correction” und das dein Körper dir sagt was richtig für dich ist und was man lieber lassen sollte, zeigt sie allen dass es okay ist Dinge so zu machen, wie man sich fühlt, ohne sich zuverstellen.

 

 

 

Ihr zweiter Song “Babies” startet direkt mit dem was der Songtitel auch aussagt, Babylachen, um dann direkt in den Song einzusteigen. Diesmal mit einer Brise Sommersong und Roadtrip Gefühlen, gemischt mit Elektronik und Erklärung Video. Die Stimme ist elektronisch verzerrt, was dem Vibe des Songs hier aber nicht ab tut, auch wenn die Instrumente manchmal etwas übertönen.

 

Die Textzeile “The more I know about it, the less I know about it, the more I want to know less about it” bleibt einem bei “Drive” direkt im Kopf hängen, denn manchmal will man gar nicht mehr über Dinge wissen, ob es einen nur nicht interessiert oder die Informationen überquellen oder eine zu emotionale Reaktion auslösen, oder die Antworten manchmal doch nicht das sind was man hören wollte.

 

Bei „Saturated“ geht es direkt entspannt weiter. Die Melodie nimmt einen mit sowie der Text die Sängerin mitnimmt. „Where you lead I‘ll go.“ Ein Song über die glücklichen und positiven Gefühle in einer Beziehung, in der man sich vertraut und endlich vollständig fühlt, denn morgens wenn man von der Person die man liebt aufgeweckt wird, kann man all die Farben des Universums sehen.

 

Bei  ihrem Song „Violent Speed“ widersprechen sich Name des Songs und die Geschwindigkeit des Songs. Denn der ruhige und langsame Song lässt die Szenerie eines Films im Kopf entstehen. Er würde sehr gut zu einer Landschaftsszene oder einer melancholischen Szene passen. 

 

Where The Bodies Are Bodies“ geht hingegen wieder elektronischer los. „But we were never in this together“ der Moment wenn man weiß, was der andere für „Leichen“ im Keller hat, doch was macht man mit diesen Geheimnissen? Behält man alles für sich oder nutzt man es für sich aus? Die Macht die man hat, wenn man solche Dinge weiß ist manchmal durchaus größer als man denkt.

 

Die “Simple Pleasure” mit geöffnetem Fenster durch die Gegend zu fahren oder die kleinen Dingen im Leben zu finden, die einen weiter machen lassen. Denn nicht Aufgeben, das ist das Ziel von vielen im Leben, doch Liz’s Botschafts ist klar, genießt die einfachen Dinge im Leben.

 

 

Die Vögel begrüßen einen hier im melancholisch klingenden Song “Birds”, der einen an heiße Sommertage am See erinnern, aber auch zu einem gemütlichen Abend am Kamin erinnern, die zum Nachdenken anregen. Die Vogelgeräusche ziehen sich hier auch durch den Song hindurch und begleiten den Gesang. “It’s not the same. It’s not the same at all” wiederholt Liz und macht deutlich “Same old summer, nothing’s the same”. Denn auch wenn sich die Jahreszeiten wiederholen, man ist jedes Jahr verändert und nicht mehr die gleiche Person.

Den Abschluss bildet “The Avalanche” und es geht wortwörtlich um eine Lawine, die einen mitreißt, wegreißt oder auch mal entreißt und sichtbar macht. “Something doesn’t fit right with me” singt Liz hier und macht deutlich, dass eine Lawine an Emotionen einen sowohl mitreißen, aber auch befreien kann.

 

Fazit:

Der Sound ist ein typischer Sound dem ich dem Indie-Genre zuordnen würde, mit ein paar Rock und Elektronik Elementen schafft Liz Lawrence ihren eigenen Sound, der durchaus Wiedererkennungswert aufweist. Gesanglich erinnerte sie mich an Lana Del Rey. Definitiv empfehlenswert für alle Indie Fans. Mir persönlich war es ein bisschen zu slow an der ein oder anderen Stelle, alles in allem aber ein solides Album.

 

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