Kraftwerk spielen in der ausverkauften Mitsubishi-Electric-Halle
Kraftwerk gelten als kühl, präzise, maschinell und wortkarg. Beim zweiten von zwei ausverkauften Heimspiel-Konzerten in der Düsseldorfer Mitsubishi-Electric-Halle zeigen sie nun etwas Herz und Nahbarkeit.

Mitten im Set spricht Ralf Hütter (Mastermind) ins Mikrofon. Allein das sorgt schon für Raunen im Publikum. Er erinnert an den 2023 verstorbenen Ryuichi Sakamoto, mit dem ihn seit einem Treffen 1981 in Tokio eine lebenslange Freundschaft verband. Danach folgte von Kraftwerk passend zur Weihnachtszeit „Merry Christmas, Mr. Lawrence“. So emotional, so offen hat man Kraftwerk wohl selten erlebt.

Düsseldorf ist mehr als nur ein Tourstopp. Es ist der Ursprung des Kraftwerk-Universums – und das hört und sieht man. „Neonlicht“ schimmert, der „Trans Europa Express“ startet am Hauptbahnhof in Düsseldorf, bei „Spacelab“ landet ein Raumschiff direkt vor der Mitsubishi-Electric-Halle.

Vier Männer hinter ihren Pulten, dazu eine riesige LED-Wand: Zahlen rasen, Pillen regnen, Radprofis strampeln durchs Bild. Was genau hinter den vier Pulten passiert, weiß keiner und bleibt das Geheimnis des Quartetts. Der Sound jedenfalls ist wuchtig. Klassiker wie „Nummern“, „Computerwelt“ oder „Radioaktivität“ kommen in massiven, bass geladenen Versionen. Bei „Autobahn“ wird sogar der Mittelstreifen vertont.

Am Ende verlassen die vier Musiker in leuchtenden Anzügen bei „Musique Non Stop“ nacheinander die Bühne. Bevor die Maschinen übernehmen. Zur Zugabe marschieren die Roboter über die Leinwand: „Wir sind die Roboter.“


Ab November auf Multimedia Tour 2025;




