(c) Andrew Lipovsky

Die Band um Taylor Momsen ist längst keine unbekannte mehr. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass sie bis vor ein paar Wochen völlig an mir vorbei gegangen sind. Ich frage mich ernsthaft, wie das passieren konnte. Durch einen Zufall und einen Bericht bei uns im Magazin, habe ich mich unsterblich in diese Band verliebt. Was gleichzeitig dazu führte, dass ich mich intensiv mit ihnen auseinandergesetzt habe. Das Ergebnis des ganzen war eine Bestellung aller vorrätigen Alben. The Pretty Reckless können bereits auf 4 Studioalben und einer Debüt EP zurückblicken:

2010 EP The Pretty Reckless

2010 Light Me Up

2012 Hit Me like a Man

2014 Going to Hell

2016 Who You Selling For

Die Debüt EP war leider nicht aufzufinden und ich setze jetzt einfach fiktiven Finderlohn auf die Platte aus 😊 Wer eine los werden möchte, ich wäre sehr dankbar! The Pretty Reckless haben auch ein neues Album angekündigt. Das Release Datum ist leider noch unbekannt. Vor einigen Wochen präsentierten sie fast aus dem Nichts eine neue Single „Death by Rock and Roll“

Bei dem Song denke ich tatsächlich darüber nach welche Macht Rock and Roll über uns hat. Taylors spezielle und vor allem Atemberaubende Stimme bildet eine so starke Einheit mit dem Gitarrenriff, das Weghören keine Option ist. Ein Song mit so viel Sexappeal , dass die kalte Dusche nicht weit ist.

Was fesselt mich so an dieser Band? Den Start machte „Death by Rock and Roll“ und ging dann über in eine Faszination gegenüber der Frontfrau Taylor. Diese Frau gehört auf die Bühne und man spürt ihre Energie förmlich mit, wenn sie in der Musik aufgeht. Wenn man dann noch bedenkt, dass Taylor bereits als Kind Songs geschrieben hat und schon immer wusste das Musik die ehrlichste Art ist, sich selbst auszudrücken, verwundert das wenig. Als Schauspieler ist man geübt darin, eine Rolle zu spielen und diese mehr oder weniger anzunehmen, jedoch ist man dabei niemals komplett man selbst, auch wenn die Rollen gut auf denjenigen angepasst werden. Taylor ist authentisch, wenn es um ihre eigene Rolle geht. Taylor berichtet selbst über ihre Vergangenheit:

„Meine Eltern haben mich im Alter von 2 Jahren bei Ford (Modeling) angemeldet. Kein 2- jähriges Kind möchte arbeiten, aber ich hatte keine Wahl. Mein ganzes Leben lang, in und außerhalb der Schule. Ich hatte keine Freunde. Ich arbeitete ständig und hatte kein wirkliches Leben.“

Keine Freunde? Schwer zu glauben, wenn man die Ausnahmekünstlerin aus der Ferne betrachtet. Zeitgleich gut vorzustellen, wenn man bedenkt, dass Erfolg nicht einfach von der Decke fällt. Umso beeindruckter bin ich von der harten Arbeit, die ein Mensch in sein Leben stecken musste.

Der Song „Under the Water“ geht mir persönlich unter die Haut und wenn ich Zeilen wie diese höre:

„There’s not a time, for being younger

And all my friends, are enemies

And if I cried unto my mother

No she wasn’t there, she wasn’t there for me“

… bekomme ich eine ungefähre Vorstellung davon, was Taylor über ihre Kindheit denkt. Der Track strahlt eine unglaubliche Stärke aus, indem er so zerbrechlich erzählt wird. Ihre Stimme ist mit Mitte 20 sehr erwachsen und spiegelt die Geschichten aus ihrem Leben.

Bei einer Recherche über eine Band, stößt man nicht selten über Informationen, die man wahrscheinlich nicht erwartet hätte. So erzählt Taylor in einem YouTube Interview von Fuse über ein paar Dinge, die nicht allzu bekannt sind:

Taylor sammelt Puppen, liebt Käse und ihre größte Angst ist es in einem Fahrstuhl festzustecken.

Wie angenehm menschlich solche Geständnisse doch klingen. Dabei erinnere ich mich zum Glück immer mal wieder daran, dass jeder Künstler auch nur ein Mensch ist. Wir schreiben ständig über Musiker/Bands und die meisten erscheinen sehr weit entfernt. Die Zuhörer/Leser bilden sich ihre Meinungen, indem sie die Informationen, die sie aus den Medien bekommen zu einem für sich gängigen Gesamtbild schmieden. Die Frage, die sich hierbei jedoch stellt: Wer steckt tatsächlich hinter diesen Projektionen? Mit Taylor Momsen würde ich zu gern einen Kaffee trinken gehen und herausfinden, wer steckt hinter der Künstlerin. Vielleicht klappt es ja eines Tages, mit einem Interview.

In dem Song „Miss Nothing“ ist sich die Musikerin zwar scheinbar noch nicht ganz einig wer sie genau sein möchte, aber das macht wahrscheinlich die Faszination „The Pretty Reckless“ aus:

„I’m miss autonomy, miss nowhere. I’m at the bottom of me. Miss androgyny, miss don’t care. What I’ve done to me. I am misused, I don’t wanna do. Be not your slave. Misguided, I mind it. I’m missin’ the train. And I don’t know where I’ve been. And I don’t know what I’m into. And I don’t know what I’ve done to me“

Letztes Wochenende hätte die Band bei Rock im Park /Rock am Ring gespielt. Dieser Fakt ist mir die Tage in die Hände gefallen. Ich hatte meine Karte und mein Zimmer in Nürnberg ja eigentlich sicher. Wir wissen alle, warum mir dieser Auftritt nicht gegönnt wurde. Ich hoffe nun sehr , dass Rock im Park The Pretty Reckless für nächstes Jahr wieder engagieren können.

Alles in allem bin ich sehr glücklich über diese Bandentdeckung und kann jedem nur empfehlen sich auch mal ein paar Songs anzuhören. Ich bin sehr gespannt was die Band in Zukunft noch alles zu bieten hat!

 

 

 

 

 

 

 

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