SKAAR – HIGH:FIV5 INTERVIEW

Sie beschreibt ihre Musik als emotional, befähigend und einprägsam!

Hallo, mein Name ist SKAAR. Ich spreche zu euch aus meinem Schlafzimmer. Das ist meine Wäsche, sorry. Ich putze mein Haus später. Ich wollte meine Kunst in drei Worten erklären oder eher beschreiben.

Ich denke ich würde die Worte emotional, befähigend und einprägsam benutzen. Ich würde sie mit viel mehr Worten beschreiben, aber ja…Emotional, befähigend und einprägsam, würde ich sagen.

In deiner YouTube Biographie steht, dass es für dich erst unrealistisch war eine Musikkarriere zu machen. Was waren die Hindernisse und was hat deine Meinung geändert?

SKAAR: Eine Musikkarriere war für mich nie außer Frage, aber ich dachte nicht das ich das kann. ich wollte sehr gerne, aber das ist nichts was viele Leute machen. Vor allem nicht in einem Ort wo ich herkomme. Ich stamme aus einem kleinen Ort, einer Insel und ich glaube nicht, dass dort viele Leute nach einer Musikkarriere streben. Für mich war es…Also komplett ehrlich zu den Leuten zu sein und zu sagen, dass ich Künstlerin sein und Musik machen will. Das schien mir ziemlich furchterregend. Ich dachte sehr lange, dass ich Architektin werde, weil ich es mag zu zeichnen, zu malen und so. Und ich mochte Innenarchitektur, deswegen dachte ich: Ich mache einfach das, anstatt Musik. Als ich älter wurde, hab ich festgestellt, dass mich nichts glücklicher macht als Musik zu machen und zu hören. Musik ist ein großer Teil meiner Identität. Es fühlte sich nicht richtig an Architekt zu werden, also dachte ich, dass ich es einfach versuche. Und das habe ich gemacht. Klar, dass war hart. Es gab viele Hindernisse. Am Anfang war ich das, weil ich nicht an mich geglaubt habe. Ich war also selbst mein größtes Hindernis. Und das war lange so, dass ich mich selbst einschränke. Aber ich glaube, dass ich es schaffe und ich bin sehr glücklich mit meiner Karriere-Entscheidung, auch wenn es hart ist und viel Arbeit. Es gibt mir Leben.

Gibt es etwas beim Musik machen, wo du zwanghaft-besessen wirst?

SKAAR: Ja, ich bin sehr zwanghaft-besessen wenn es darum geht Musik zu machen. Das zeigt sich oft im Prozess, wo ich denke, dass es nicht gut genug ist. Ich bin ein Perfektionist, wenn es um Musik geht. Ich will das es perfekt ist. Ich bin die Art von Person, die nicht üben will, weil alles perfekt sein und ich die beste sein will und das beim ersten <versuch. Das ist nicht realistisch. Also ja, ich bin sehr zwanghaft-besessen, wenn es ums Musik machen geht. Besonders wenn es ums Schreiben von Text und Melodie geht. Ich war schon immer besessen von Melodien und will das sie einzigartig ist. Das ist schwer und braucht Zeit. Nichts ist mehr wirklich einzigartig. Es hat schon so vieles gegeben.

Irgendwie ist trotzdem alles einzigartig in der eigenen Weise. Perfektionist sein beim Songwriting Prozess, sorgt dafür, dass es ein längerer Prozess ist, aber es lässt dich auch alles in Frage stellen. Es sorgt dafür, dass du jeden Schritt nochmal durchgehst und alles ausprobierst was geht, damit es genau so wird wie du es haben willst. Natürlich ist es schwer dann damit glücklich zu sein, weil du ein Perfektionist bist. Sehr wahrscheinlich bin ich nie zu 100% glücklich damit, aber ich muss mich damit abfinden und es muss okay für mich sein, weil ich denke nie 100% zufrieden zu sein. Es ist trotzdem spaßig, denke ich.

Gibt es einen Song der dich herausgefordert hat und ganz anders rausgekommen ist, als du es dir vorgestellt hast?

SKAAR: Ich denke der Song, der mich am meisten herausgefordert hat war “Wicked Rhythm”, weil die Demo richtig richtig seltsam war. Das ist wahrscheinlich das Seltsamste was ich je gemacht habe und ich mochte das es so komisch ist. Ich habe mich in die Demoversion verliebt. Es war ein sehr grobes Demotape. Wir konnten es also nicht posten oder rausgeben. Aber ich fand es toll wie seltsam und roh es war. Magisch, seltsam, cool, großartig. Ich wollte es nicht ruinieren. Während des Produktionsprozesses, haben wir den Text ein bisschen umgeschrieben. Es war schwierig nicht mehr an dem magischen Feeling festzuhalten, was ich beim hören der Demo hatte. Das war sehr herausfordernd und ist es immer noch, weil du dich in die Demo verliebt hast. Wir haben viel hin und her geschrieben, haben verschiedene Dinge ausprobiert. Wir sind dann bei dieser Kompromiss Version gelandet, mit der ich sehr zufrieden bin. Es hört sich sehr wie das Demo an, aber ein bisschen..ich weiß nicht. Air-brushed.

Und das ist toll, aber das war echt schwierig. Ich bin echt glücklich was dabei rausgekommen ist und es war ein großartiger Prozess, bei dem ich viel gelernt habe, auch über mich selbst.

Was ist die erinnerungswürdigste Lektion, die du im Musikbusiness gelernt hast?

SKAAR: Die erinnerungswürdigste Lektion, die ich im Musikbusiness gelernt habe ist, ohne Zweifel an mich selbst zu glauben. Es gibt viele Leute, die dir sagen was du machen sollst und wie du bist, wer du bist. Worin du gut bist und worin nicht. Wenn du da zu sehr drauf hörst und deine eigenen Gründe vernachlässigst und woran du glaubst, was du machen willst…Dann bleibst du zurück mit. Ja, womit bleibst du zurück? Mit gar nichts. Vielleicht mit dem Schmerz und dem Leid, dass weißt, dass du hättest machen können was du immer wolltest. Für mich ist es also an mich selbst zu glauben und an mein Bauchgefühl. Stark sein und Nein sagen, wenn ich mich mit irgendwas nicht wohl fühle. Ja, an mich selbst glauben und daran, dass ich der Boss bin. Daran musst du dich erinnern, wenn du ein Künstler bist. Auf das Bauchgefühl hören, ist meine Lektion Nummer eins, in diesen Jahren.

Planst du schon sein nächstes Projekt? Kannst du uns was darüber erzählen?

SKAAR: Ja, ich plane mein neues Projekt. Ich bin sehr aufgeregt deswegen. Ich arbeite schon eine ganze Weile daran. Ich möchte noch nicht zu viel verraten. Aber es wird mehr Musik. Ich werde hoffentlich mehr reisen, wenn Covid-19 vorbei ist. Ich möchte mehr Menschen treffen, die meine Musik mögen. Ich möchte mehr Konzerte spielen und Musik rausbringen, die mir sehr am Herzen liegt. Und sie soll experimentell sein und das Projekt auf ein neues Level bringen. Ich kann noch nicht mehr verraten, aber bleibt gespannt!

Stell dir vor du würdest eine Hommage an Norwegen schreiben. Welche spezifischen Aspekte deines Heimatlands würdest du im Text hervorheben?

SKAAR: Wenn ich einen Song über Norwegen schreiben würde, worüber würde ich schreiben…Ich denke ich würde über die Berge schreiben, die Wälder und das Meer. Ich meine über die Küste. Ich bin von der Westküste. Ich würde wahrscheinlich über die Westküste von Norwegen schreiben und über die Fjorde. Und sowas. Und das es sehr kalt ist. Über Wolle und Schafe und über Kvikk Lunsj. Das sind kleine Schokoladen aus Norwegen. Es sieht aus wie KitKat. Es ist sehr gut. Wenn du auf Wandertour gehst heißt es auf Norwegisch Tur. Darüber würde ich schreiben. Was noch?

Ich weiß nicht… Die Fjorde vielleicht. Ein Lied über die Fjorde. Die Kälte und das alle voll groß sind. Alle Norweger sind sehr groß. Ich würde über stereotypische norwegische Sachen und so schreiben.

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