Der 20. April 2018 war ein trauriger Tag für alle Fans des schwedischen DJs Avicii, denn dieser wurde während seines Urlaubes im Oman tot auf einem Anwesen der omanischen Königsfamilie aufgefunden. Die genaue Todesursache sei bekannt, wurde aber mit Rücksicht auf die Angehörigen nicht veröffentlicht. Am 26. April veröffentlichte seine Familie eine Erklärung, in der es heißt: „Er hat wirklich gerungen mit dem Nachdenken über den Sinn, das Leben, das Glück. Jetzt hat er es nicht länger geschafft. Er wollte Frieden haben.“ Avicii wurde am 8. Juni 2018 in seiner Heimatstadt Stockholm beigesetzt.  Im Oktober 2019 stellte Aviciis Vater klar, dass es sich um Suizid handelte.

Avicii wurde am 08. September 1989 als Tim Bergling in Stockholm geboren und war ein schwedischer DJ, Remixer und Musikproduzent im Bereich der elektronischen Tanzmusik. Er feierte im Jahr 2011 mit dem Lied Levels seinen weltweiten Durchbruch. Im Jahr 2013 veröffentlichte er sein erstes Studioalbum True, dessen erste Single-Auskopplung das Lied Wake Me Up darstellte, das in über 20 Ländern auf Platz eins der Single-Charts vorrücken konnte. 2015 folgte sein zweites Album Stories, welches das Lied Waiting for Love beinhaltete, das in über fünf Ländern Platz eins erreichte. 2017 erschien die EP Avīci (01) mit Without You als Lead-Single. Bergling wurde 2012 für seine Arbeit an dem Lied Sunshine mit David Guetta sowie 2013 für den Song Levels für einen Grammy nominiert.

Nach Auftritten auf den größten Festival-Bühnen der Welt, darunter dem Ultra Music Festival und dem Tomorrowland sowie zwei Konzert-Tourneen zog sich Bergling 2016 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Rampenlicht zurück.

Tim Bergling wurde als Sohn des 1945 geborenen Managers Klas Bergling und der Schauspielerin Anki Lidén geboren. Neben seinem leiblichen Bruder David Bergling hat er zwei Halbgeschwister, Linda Sterner und Anton Körberg. Durch Anton, der ein Sohn von Tommy Körberg ist und selbst als Schauspieler und Musiker tätig ist, wurde er im Alter von 8 Jahren zum Musizieren angeregt. Er besuchte gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Otto Knows das Östra Real Gymnasium in Stockholm, wo er auch seinen späteren DJ-Kollegen Alesso kennen lernte. Im Alter von 16 Jahren begann er in seinem Schlafzimmer mit Hilfe seines Computers und einer Gitarre House-Musik zu produzieren.

Um seine Musik teilen zu können, erstellte Bergling Ende der 2000er ein Myspace-Profil. Da sein bürgerlicher Name hier bereits vergeben war, wählte er den Namen Avicii. Dieser leitet sich von Avici ab, der tiefsten Ebene der buddhistischen Unterwelt.

Als Einflüsse nannte Bergling von Beginn an Swedish House Mafia, Eric Prydz und Daft Punk. Sein Interesse in die elektronische wurde in erster Linie durch Letztere gestärkt. Er verfolgte das Duo bereits „lang bevor er wusste, was House-Musik ist“. Prydz bezeichnete er als seinen „Gott in Sachen Produktion“.

Sein Debüt-Studioalbum True enthielt eine Mischung aus verschiedenen Musikgenres, einschließlich Folktronica. Während der Produktion des Albums wollte Bergling den Bereich der elektronischen Musik mit Soul, Funk, Blues, Folk und Country verbinden, um die Konzentration des EDMs vom charaktertypischen dirty Drop weg zu bewegen. Avicii sagte, dass True „die Musik dargestellt hätte, die Avicii zu jener Zeit hörte“. Er nannte mitunter Fleet Foxes, Mumford & Sons und Of Monsters and Men. Die erste Single-Auskopplung aus True stellte das Lied Wake Me Up dar. Diese wurde vom Magazin The Observer als ein Volksmusik-Crossover bezeichnet, „das ein Marktpotential der Mischung aus EDM und Country hervorbrachte, was für viele andere Künstler zur Inspiration wurde“.

Das zweite Studioalbum Stories schloss an die Stilvielfältigkeit seines ersten Albums an. Hier wurden Elemente der Country-, Melodic-House-, Blues- und Pop-Rock-Musik verkörpert. Davina Chang vom Online-Magazin EDM Tunes beschrieb die Single-Auskopplung Pure Grinding als „ein erfrischendes Stück Swing-Funk, dessen Gitarren-Licks und Saxophon-Linien nahtlos in die geschmackvollen Trap-inspirierten Beats des Produzenten passen“.  Michaelangelo Matos von Billboard bezeichnete Talk to Myself, Touch Me und City Lights „als direkte Daft-Punk-Hommagen mit gefiltertem Boogie-Disco-Feeling, verspielten Effekten und Cut-Ups“.

2011 hat Avicii zusammen mit seinem Manager die Wohltätigkeitsorganisation „House for Hunger“ gegründet. Neben einer Spende von einer Million US-Dollar an Feeding America, die in den USA u. a. Suppenküchen betreibt, hat House for Hunger die von Laura Bush ins Leben gerufenen Feed Foundation unterstützt, damit mehr als zwei Millionen Schulspeisen in ganz Afrika verteilt werden konnten.  In Verbindung mit den Musikvideos zu For a Better Day und Pure Grinding unterstützte er Kampagnen gegen Menschenhandel und Bandengewalt.

2019 gründete die Familie Bergling eine Stiftung, die nach Tim Bergling benannt wurde. Die Stiftung arbeitet international und will unter anderem über die Behandlung psychischer Erkrankungen und Suizidprävention aufklären.

TIM ist das dritte Studioalbum des schwedischen DJ und Produzenten Avicii. Es wurde am 6. Juni 2019 als erstes posthumes Studioalbum über „Geffen Records“ sowie dessen Major-Label „Universal Music“ weltweit veröffentlicht. Als Verlag agierte in erster Linie die skandinavische Abteilung der „EMI Group“. Kollaborationen sind unter anderem mit Chris Martin und den Imagine Dragons zu finden. Der Titel des Albums orientiert sich an Aviciis bürgerlichem Vornamen. Die Auswahl der Lieder übernahm die Familie, seine Studiopartner und sein Management. Es sind allesamt Songs, an denen er Statements zufolge in den Monaten vor seinem Tod gearbeitet hätte und teils für sein drittes Studioalbum beziehungsweise Teil 2 und Teil 3 seiner Avīci-EP-Serie angedacht waren. Zu 75 bis 80 Prozent fertiggestellt, übernahmen verschiedenen Co-Autoren die Vollendung, während sein langjähriger Studiopartner Carl Falk in der Rolle als ausführender Produzent des Albums agierte. Das Album wurde am 5. April 2019 angekündigt. Die erste Single-Auskopplung SOS, die von Aloe Blacc gesungen wird, wurde am 10. April 2019 veröffentlicht.  Am 9. Mai 2019 folgte das Lied Tough Love mit Gesang von Vargas & Lagola als zweite Vorab-Veröffentlichung. Parallel zum Album erschien das Lied Heaven, das in Zusammenarbeit mit Chris Martin entstand als dritte und letzte Singles des Studioalbums.

 

Diskografie:

2013: True

2014: True Avicii by Avicii

2015: Stories

2019: Tim

 

Quelle: Wikipedia

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