Immer nah dran – deine Quelle für Rock, Metal, K-Pop & Pop. Tournews; Konzertberichte, Soundchecks & Interviews warten hier auf dich!
Chrissy Chlapecka Berlin
Chrissy Chlapecka Berlin

Chrissy Chlapecka in Berlin 2026: Eine queere Pop-Show wie aus einer anderen Galaxie

Konzertbericht vom 11. Oktober

Chrissy Chlapecka in Berlin 2026: Eine queere Pop-Show wie aus einer anderen Galaxie

Am 11. Oktober 2026 machte Chrissy Chlapecka mit ihrer „Girl On The Moon“-Tour Halt im Modus Berlin. Für die Künstlerin war es die einzige Deutschlandshow der Tour und für das Publikum ein Abend, der sich schnell nach viel mehr als einem gewöhnlichen Clubkonzert anfühlte.

Stage Signal
Image Frame

Ein Mond, eine Geschichte und ein spektakulärer Auftakt

Schon das Konzept der „Girl On The Moon“-Tour machte deutlich, dass Chrissy Chlapecka an diesem Abend mehr als nur eine Reihe von Songs präsentieren wollte. Hinter der Bühne hing ein großer Mond als Kulisse, während immer wieder eine Stimme aus den Lautsprechern zu hören war, die das Publikum zwischen den Songs durch eine Art Geschichte führte. Dadurch bekam die Show einen roten Faden und fühlte sich eher wie ein zusammenhängendes Theaterstück, als ein klassisches Konzert an. Glitzernde Vorhänge, Tänzer*innen und wechselnde Outfits sorgten noch für eine Portion Extravaganz.

Stage Signal
Image Frame

Den Anfang machte eine Drag-Performance, die das Publikum auf den Abend einstimmte. Der Einstieg passte einfach perfekt zur verspielten, glamourösen Welt, die Chrissy für ihre Tour geschaffen hatte.

Chrissy Chlapecka in Berlin: Ein Safe Space für die queere Community

Mindestens genauso besonders wie die Show selbst war das Publikum. Schon vor dem Konzert war zu sehen, wie viel Mühe sich die Besucher*innen mit ihren Outfits gegeben hatten. Neben auffälligem Makeup, Korsetts und Drag waren sogar einige Aliens (passend zum Tourmotto) unterwegs. Die Menge war bunt und voller Menschen, die offensichtlich richtig Lust darauf hatten, sich auszudrücken.

Als queere Person fand ich es besonders toll, in einem Raum zu sein, in dem niemand das Gefühl vermitteln musste, sich erklären oder anpassen zu müssen. Jede Person konnte so auftauchen, wie sie wollte, und genau das machte die Atmosphäre aus.

Gerade bei einer Künstlerin wie Chrissy Chlapecka, deren Musik und Auftreten eng mit queerer Popkultur verbunden sind, fühlte sich dieser Zusammenhalt besonders passend an. Die Stimmung im Publikum war von Anfang an fantastisch und sollte sich im Laufe des Abends sogar noch steigern.

Live Signal
Dual Frame

Eine Arena-Show im kleinen Berliner Club

Was mich an Chrissy Chlapeckas Auftritt am meisten beeindruckt hat, war die Inszenierung. Das Modus Berlin ist ein vergleichsweise kleiner Club, doch die Show fühlte sich stellenweise an, als würde Chrissy bereits auf einer riesigen Arena-Bühne stehen. Die Kulisse, die erzählerischen Einspieler und das Licht waren perfekt aufeinander abgestimmt. Dabei gab es immer auch choreografische Einlagen zwischen den Künstler*innen auf der Bühne, während Chrissys unfassbar großer Stimmumfang den Club füllte.

Live Signal
Dual Frame

So eine durchdachte Live-Produktion habe ich in einer Location dieser Größe wirklich selten erlebt. Jeder Teil der Show schien seinen Platz zu haben und gemeinsam entstand eine eigene Welt, in die man für die Dauer des Konzerts komplett eintauchen konnte.

Ich würde ihr absolut gönnen, diese Produktion irgendwann auf noch größere Bühnen zu bringen. Denn hier wurde deutlich, wie viel Potenzial in ihr steckt und dass ihre Live-Show schon jetzt weit über einen gewöhnlichen Clubauftritt hinausgeht.

18 Songs und eine Stimmung, die einfach nicht abreißen wollte

Insgesamt standen 18 Songs auf der Setlist. Mit dabei waren unter anderem „Brain“, „High Voltage“, „Female Form“, „Christine“, „Cherry Do You Love Me?“, „Girl On The Moon“, „BRAT“ und „Clam Casino“. Auch „Cassiopeia“, „Andromeda“, „Passionfruit“ und „Apollo“ fanden ihren Platz im Programm. Damit gab es reichlich Gelegenheit, sowohl Chrissys energiegeladenen Songs, als auch ihre poppigen Balladen live zu erleben.

Stage Signal
Image Frame

Was mir besonders aufgefallen ist: Die Stimmung war nicht nur bei zwei oder drei großen Fan-Favoriten auf dem Höhepunkt. Stattdessen wurde während des gesamten Sets getanzt, mitgesungen und gejubelt. Bei vielen Konzerten gibt es einzelne Songs, bei denen das Publikum besonders ausrastet, während andere Stücke etwas ruhiger aufgenommen werden. Bei Chrissy hatte ich dieses Gefühl kaum. Die Begeisterung zog sich durch den kompletten Abend und machte es schwer, überhaupt stillzustehen.

Warum Chrissy Chlapecka auf größere Bühnen gehört

Chrissy Chlapecka hat sich zunächst über Social Media eine große Fangemeinde aufgebaut und gehört zu den Künstlerinnen, die mit ihrem Auftreten weit über einzelne Songs hinaus Aufmerksamkeit erzeugen. Mit ihrer EP „Girlie Pop“ und ihrem Debütalbum „Christine“ hat sie ihre eigene musikalische Welt weiter ausgebaut. In Berlin wurde deutlich, wie gut sich diese Ästhetik auch auf eine Live-Bühne übertragen lässt.

Für mich war dieser Abend ein Beweis dafür, dass Chrissy das Zeug dazu hat, noch viel mehr Menschen mit ihrer Musik zu erreichen. Die Produktion war stark, die Fans waren vollkommen dabei und die gesamte Show hatte eine Energie, die man nicht einfach künstlich erzeugen kann. Es passte alles zusammen.

Natürlich wünsche ich ihr, dass sie mit ihrer Musik weiter wächst und irgendwann als einer der großen Namen im queeren Pop gefeiert wird. Gleichzeitig muss ich zugeben, dass ein kleiner Teil von mir es auch genossen hat, sie in diesem vergleichsweise kleinen Rahmen erleben zu dürfen. Es hatte etwas Besonderes, diese aufwendig gestaltete Show so nah mitzuerleben, bevor Chrissy vielleicht irgendwann vor Tausenden Menschen auftritt.

Mehr Konzertberichte von uns findet ihr hier.

Radio:Active – dein unabhängiges Musikmagazin für Rock, Metal, K-Pop, Pop & Alternative. Wir berichten aus der ersten Reihe mit ehrlichen Reactions, Soundchecks und Interviews, Tour-News, Konzertberichte mit Fotogalerien oder Live von Festivals. Wir sind live, laut und immer am Puls der Szene, wo Musik wirkt