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J-Hope in Kritik wegen HH-Kontroverse
J-Hope in Kritik wegen HH-Kontroverse
Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)

BTS: J-Hopes HUMAN HOPE-Kollektion – Was steckt hinter der HH-Kontroverse?

Kritik berechtigt?

BTS: J-Hopes HUMAN HOPE-Kollektion – Was steckt hinter der HH-Kontroverse?

 

In Europa kommt man mit der Bucket-Hat ins Gefängnis.

So oder so ähnlich schreibt man es auf Social Media. Es geht um zwei Buchstaben, eine Bucket Hat: Die neue Zusammenarbeit zwischen BTS-Mitglied J-Hope und dem japanischen Modelabel HUMAN MADE sorgt in den sozialen Medien für gemischte Reaktionen. Während einige Fans in den Initialen „HH“ eine problematische Assoziation zur NS-Vergangenheit erkennen, warnen andere bereits vor möglichen strafrechtlichen Konsequenzen in Europa. Doch was steckt tatsächlich hinter der Kontroverse? Und sind die Reaktionen übertrieben?

 

HUMAN HOPE: Ein Bucket Hat löst Diskussionen aus

 

BTS: HH Bucket-Hat sorgt für Kontroverse

 

Die neue „HUMAN HOPE“-Kollektion von BTS-Mitglied J-Hope und der japanischen Streetwear-Marke HUMAN MADE umfasst verschiedene Kleidungsstücke und Accessoires. Besonders ein beigefarbener, brauner Bucket Hat mit den beiden Buchstaben „HH“ auf der Vorderseite sorgt hierzulande derzeit für Diskussionen.

Einige Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien kritisieren die optische Gestaltung der Kopfbedeckung. Neben der beigebraunen Farbgebung werden insbesondere die Initialen „HH“ als problematisch wahrgenommen, da dieselbe Buchstabenkombination in rechtsextremen Kreisen als Code für den nationalsozialistischen Gruß verwendet wird.

 

Have fun wearing this in Europe on the way to JAIL – X Post

 

Auf der Plattform X ging die Diskussion teilweise noch weiter. Ein Beitrag behauptete, Fans könnten für das Tragen der Mütze in Europa im Gefängnis landen. Doch damit wird eine komplexe rechtliche und kulturelle Frage auf eine pauschale Behauptung reduziert. Denn die Abkürzung „HH“ hat zahlreiche Bedeutungen, und nicht jede davon steht in Verbindung mit dem Nationalsozialismus.

 

Kommentar zu HH-Debatte
Wir gingen mit den Thread-Erstellern in Diskussion. Der Post wurde daraufhin wieder gelöscht

HH ist nicht gleich HH: Warum der Kontext entscheidend ist

In Deutschland ist die Buchstabenkombination „HH“ keineswegs ungewöhnlich oder verboten. Sie ist beispielsweise das offizielle Kfz-Kennzeichen der Hansestadt Hamburg und findet sich ebenso in Firmennamen und Markenbezeichnungen wieder. Gleichzeitig lässt sich die Verwendung der Buchstaben in rechtsextremen Kreisen aber auch nicht leugnen. Die Bundeszentrale für politische Bildung dokumentiert unter anderem den Zahlencode „88“, bei dem die Zahlen für den achten Buchstaben des Alphabets stehen und damit den verbotenen nationalsozialistischen Gruß verschlüsseln.

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Hinweis

Hinweis

Entscheidend ist jedoch die Unterscheidung zwischen einer Buchstabenkombination, die in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet wird, und einem tatsächlichen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bei J-Hopes Kollektion ist die Bedeutung der Initialen bekannt: Sie stehen für „HUMAN HOPE“, den Namen seiner Zusammenarbeit mit HUMAN MADE. Belege dafür, dass mit dem Design eine rechtsextreme Botschaft beabsichtigt ist, liegen nicht vor.

Dass sich manche Fans insbesondere aufgrund der Farbgebung und der historischen Assoziationen unwohl mit dem Design fühlen, bleibt ein legitimer Kritikpunkt, den man Niemanden absprechen sollte und kann. 

 

Gefängnis wegen eines Bucket Hats? Was das deutsche Gesetz tatsächlich sagt

Info

„HH“ in Deutschland verboten?

Nein. Die bloße Verwendung der beiden Buchstaben ist in Deutschland nicht grundsätzlich strafbar oder man kommt deswegen ins Gefängnis. Wer den HUMAN HOPE-Bucket-Hat mit den erkennbaren Initialen der Zusammenarbeit trägt, muss deshalb nicht automatisch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Anders verhält es sich mit bestimmten Kennzeichen und Grußformen verfassungswidriger Organisationen.

Gemäß § 86a StGB ist deren öffentliche Verwendung grundsätzlich strafbar. Dazu gehören beispielsweise das nationalsozialistische Hakenkreuz, die SS-Runen und der Hitlergruß. Das Gesetz sieht außerdem Ausnahmen unter anderem für Kunst, Wissenschaft, Aufklärung und Berichterstattung vor. Rechtsextreme Codes wie „18“, „88“ oder „HH“ sind dagegen nicht allein aufgrund ihrer Buchstaben oder Ziffern pauschal verboten. Allerdings können der konkrete Verwendungszusammenhang und weitere Begleitumstände rechtlich relevant sein.

Die in den sozialen Medien verbreitete Behauptung, Fans würden für das Tragen der HUMAN HOPE-Mütze in Europa ins Gefängnis kommen, ist demnach irreführend und falsch. Hinzu kommt, dass sich die gesetzlichen Regelungen innerhalb Europas von Land zu Land auch noch Mal unterscheiden.

 

Internationale Streetwear trifft auf unterschiedliche kulturelle Perspektiven

 

 

HUMAN MADE ist eine japanische Modemarke, deren Zusammenarbeit mit J-Hope ein internationales Publikum erreicht. Damit stellt sich auch die Frage, in welchem Umfang international tätige Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Produkte kulturelle und historische Besonderheiten verschiedener Absatzmärkte berücksichtigen sollten. Gerade in Deutschland ist die Sensibilität gegenüber nationalsozialistischer Symbolik aufgrund der eigenen Geschichte besonders ausgeprägt. Die Kenntnis bestimmter rechtsextremer Codes ist allerdings international nicht überall gleichermaßen verbreitet.

Umgekehrt bedeutet das nicht, dass international tätige Marken ihre Designs ausschließlich aus der Perspektive ihres Herkunftslandes betrachten sollten. Eine frühzeitige Prüfung möglicher problematischer Assoziationen kann helfen, unbeabsichtigte Missverständnisse zu vermeiden. Bei der HUMAN HOPE-Kollektion treffen somit unterschiedliche kulturelle Perspektiven aufeinander: Während einige Fans die Buchstabenkombination in Verbindung mit der Farbgestaltung kritisch betrachten, erkennen andere darin schlicht die Initialen der Zusammenarbeit und J-Hopes Markenzeichen. 

 

Human Hope Collection auf Weverse erhältlich

 

Info

Warum HH und braune Farben?

HH steht für Human Hope. Hope hat man von J-Hopes Namen abgeleitet und soll eine positive Message übermitteln. Die Farbe braun leitet sich von J-Hopes Tier-Repräsentanten ab. Die Verwendung von Tier-Repräsentanten (Animal Representatives) für K-Pop-Idols ist ein fester Bestandteil der Fan-Kultur und des K-Pop-Marketings. J-Hope verbindet man mit einem Eichhörnchen. Bei der Zusammenarbeit mit Human Made wurde daher viel auf die Farben und Elemente einer Nuss und Eichhörnchen zurückgegriffen. So gab es auch auf J-Hopes Solo-Tour Nuss-Plüschies etc.

 

Zwischen berechtigter Kritik und vorschnellen Anschuldigungen

Die Diskussion um J-Hopes Merchandise zeigt wieder Mal, wie schnell sich Behauptungen in sozialen Netzwerken verbreiten können. Aus der Kritik an einem Design entwickelt sich eine Debatte über historische Symbolik, kulturelle Verantwortung und angebliche rechtliche Konsequenzen. Dabei gerät jedoch schnell eine Kritik ins Extreme. Gerade bei BTS erlebt man dies sehr oft.

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen berechtigter Kritik und der Unterstellung, jemand würde nationalsozialistische Ideologie verbreiten, ohne dass es dafür konkrete Belege gibt und für das Tragen der Kleidung im Gefängnis landen. Was mich an dieser Diskussion besonders stört, ist, wie schnell aus einer persönlichen Interpretation plötzlich eine vermeintliche Tatsache wird. Aussagen werden ungeprüft weiterverbreitet, andere übernehmen sie, und am Ende entsteht ein Skandal, bei dem der eigentliche Kontext völlig verloren geht. Wer sich über mögliche rechtliche Konsequenzen äußert, sollte zunächst die geltende Rechtslage überprüfen.

Quellen:§ 86a StGB  und Bundeszentrale für politische Bildung: Rechtsextreme Zahlencodes .

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