Immer nah dran – deine Quelle für Rock, Metal, K-Pop & Pop. Tournews; Konzertberichte, Soundchecks & Interviews warten hier auf dich!
Nina Chuba Highfield 2025 (c) Lisa Hemp
Nina Chuba Highfield 2025 (c) Lisa Hemp
Nina Chuba Highfield 2025 (c) Lisa Hemp

Spotlight: Weibliche Stimmen in der Musik zum Weltfrauentag 2026 

Spotlight: Weibliche Stimmen in der Musik zum Weltfrauentag 2026

Nina Chuba Highfield 2025 (c) Lisa Hemp
Nina Chuba Highfield 2025 (c) Lisa Hemp

Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert daran, wie viele gesellschaftliche Fortschritte sich Frauen über Jahrzehnte hinweg erkämpft haben. Gleichzeitig zeigt er aber, dass echte Gleichberechtigung noch längst nicht überall Realität ist. Auch in der Musik- und Kulturbranche wird das immer wieder deutlich.

Zum Weltfrauentag 2026 werfen wir deshalb einen Blick auf die Bedeutung des Tages und stellen im Anschluss Künstlerinnen vor, die unsere Redaktion schon live erleben durfte und unbedingt empfehlen möchte.

Was ist der Internationale Frauentag?

Der Weltfrauentag (auch feministischer Kampftag genannt) wird jedes Jahr am 8. März gefeiert und findet seine Wurzeln in der Frauenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Damals kämpften Aktivistinnen vor allem für das Frauenwahlrecht, gerechte Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und das Recht auf Selbstbestimmung. Heute steht der Aktionstag weltweit für Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Solidarität und erinnert daran, dass viele dieser Forderungen noch immer aktuell sind.

Warum der Weltfrauentag 2026 noch wichtig ist

Auch über 100 Jahre später sind viele strukturelle Ungleichheiten nicht verschwunden. Studien aus den letzten Jahren signalisieren, dass Frauen und FLINTA*-Personen in der Musikbranche weiterhin mit zahlreichen Hürden konfrontiert sind.

Eine Umfrage vom britischen Musicians’ Census, welche 2024 veröffentlich wurde, zeigt beispielsweise, dass mehr als die Hälfte der befragten Frauen in der Musikindustrie bereits geschlechtsspezifische Diskriminierung erlebt haben. Rund ein Drittel berichtet außerdem von sexueller Belästigung im beruflichen Umfeld. Gleichzeitig verdienen viele Musikerinnen oft weniger als ihre männlichen Kollegen und können ihre Karriere tendenziell nicht so lange ausüben, obwohl sie im Schnitt sogar häufiger musikalisch ausgebildet sind.

Auch auf großen Bühnen zeigt sich die ungleiche Verteilung deutlich. Eine Analyse von ROSTR und IQ Magazine hat ergeben, dass 90% der Headliner-Slots von Männern besetzt sind. Betrachtet wurden die Top 50 der europäischen Musikfestivals im Jahre 2023. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Sichtbarkeit und faire Chancen noch immer nicht selbstverständlich sind.

Auch „Industry Plant“ -Vorwürfe richten sich häufig gegen Frauen in der Musikszene:

Der Weltfrauentag macht genau auf diese strukturellen Probleme aufmerksam und zeigt auf, dass Gleichberechtigung ein andauernder Prozess ist.

Motto Weltfrauentag 2026: „Give to Gain“

Das diesjährige Motto des Internationalen Frauentages lautet „Give to Gain“. Dahinter steckt die Idee, dass Fortschritt durch gegenseitige Unterstützung entsteht. Der Gedanke ist simpel: Wenn Frauen gefördert werden, profitiert am Ende die gesamte Gesellschaft. Mehr Vielfalt bedeutet neue Perspektiven, kreative Ideen und gerechtere Strukturen.

Dass Veränderung möglich ist, zeigt zum Beispiel das Primavera Sound Festival. Seit 2019 setzt das Festival mit seiner Initiative „The New Normal“ gezielt auf ausgeglichene Line-Ups. Damit liefern sie einen klaren Beweis, dass es keineswegs zu wenige talentierte Künstlerinnen gibt.

Auch Organisationen wie Keychange, Women in Music oder Music Women* Germany setzen sich dafür ein, die Musikbranche fairer, sicherer und inklusiver zu gestalten. Sie unterstützen Künstlerinnen, fördern Netzwerke und schaffen Strukturen, die langfristige Veränderungen ermöglichen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von KEYCHANGE (@keychangeeu)

Unsere Empfehlungen aus der Redaktion

Bei all den Diskussionen über Zahlen, Studien und Strukturen darf man eines nicht vergessen: Die Musik selbst. Denn auf den Bühnen dieser Welt stehen unzählige Künstlerinnen, die mit ihrer Kreativität, Energie und Persönlichkeit begeistern.

Zum Weltfrauentag 2026 möchten wir deshalb einige Musikerinnen hervorheben, die unsere Redaktion nachhaltig beeindruckt haben. Ob Indie, Pop, Metal oder Alternative: diese Künstlerinnen solltet ihr auf dem Radar haben.

Amy Lee von Evanescence

Jenna:
Wenn ich an eine Frau denke, die mich persönlich besonders inspiriert hat, fällt meine Wahl ganz klar auf Amy Lee von Evanescence. Für mich ist Amy seit vielen Jahren eine der kraftvollsten Stimmen der modernen Rock- und Alternative-Szene und wahrscheinlich die weibliche Stimme, der ich am längsten und am liebsten zugehört habe. Ihre Stimme ist klar, kraftvoll und gleichzeitig so unglaublich emotional. Sie schafft es jedes Mal, mir Gänsehaut zu verpassen und war lange Zeit auch mein eigener Antrieb, das Singen zu üben. Aber nicht nur musikalisch ist sie ein Vorbild. Auch ihr Ausdruck, ihre Ästhetik und ihr Styling haben mich geprägt. Tatsächlich ist sie der Grund, warum ich Kleider liebe und meistens auf Hosen verzichte, haha. Umso bedeutender war es für mich, sie irgendwann nicht nur als Fan im Publikum zu erleben, sondern auch als Fotografin vor der Bühne. Ich habe Evanescence mittlerweile drei- bis viermal live gesehen und fotografiert, und jedes Mal war es einfach ein besonderes Erlebnis. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Konzert in Hamburg: Amy Lee war damals erkältet und ihre Stimme hörbar angeschlagen. Man konnte sehen, dass sie kämpfen hatte. Und trotzdem stand sie dort, hat alles gegeben. Für mich ist sie einfach eine absolute Powerfrau. Ja, und wenn ich heute auf meine eigene Reise zurückblicke: vom Teenager, der ihre Songs rauf und runter gehört hat, bis zur Fotografin, die sie irgendwann selbst vor der Linse hatte, merkt man erst, wie sehr Musik einen über Jahre begleiten und prägen kann.
IMG 20230604 WA0011
Amy Lee 2023 Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Jennifer Ehlers (jennasphotoworld)

Atarashii Gakko!

Sarah:
Muss einfach mal sagen: Atarashii Gakko! ist komplett verrückt – im besten Sinne. Ihr Style ist so außergewöhnlich, dass man sofort merkt: Die machen einfach ihr eigenes Ding. Und die Choreos? Absoluter Wahnsinn.So viel Energie, so präzise und einfach anders als alles, was man sonst sieht. Lieb die!
@sarahstibane
Atarashii Gakko! 2024 Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Sarah Stibane (sarahstibane)

Aimee Allen von The Interrupters

Erik:

Nachdem ich The Interrupters bereits zweimal auf dem Vainstream Rockfest fotografieren konnte, hat mich bei Aimee vor allem ihre charismatische Art auf der Bühne gepackt.

TheInterrupters@ErikHennemann 13
The Interrupters 2024 Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Erik Hennemann (erik.hennemann)

Chrissy Costanza von Against The Current

Liza:

Der erste Song der mir bei Against The Current einfällt ist der Soundtrack zu League of Legends „Legends Never Die“. Mit ihrer Powerstimme schafft sie es epische Spielehymnen zum Leben zu erwecken. Ebenso kann sie aber auch gefühlvoll einen mit ihren Liedern auch als Solokünstlerin in ihren Bann ziehen.

Against the Current LizaRA 3
Against the Current 2024 Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Lisa Schiefer (lizas_photoadventure)

Loi

Julia:

Ich habe Loi zufällig live als Support von Nico Santos gesehen – und ihre Bühnenenergie hat mich sofort begeistert. Ihre Stimme ist kraftvoll, emotional und bleibt im Gedächtnis. Was mich an ihr besonders inspiriert, ist ihre Stärke. In ihrem jungen Alter hat sie bereits viel erreicht und wirkt dabei gleichzeitig authentisch und nahbar.

Loi Leipzig Haus Auensee
Loi 2024 Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Julia Hänel (julia.haenel)

 Chappell Roan

Marie:
Ich habe mich 2023 in die Musik von Chappell Roan verliebt und für mich war das der Beginn einer ganz neuen Ära. Ihr Stil und ihre Ausdrucksstärke haben mich dazu inspiriert, der Mensch zu werden, der ich unbedingt sein wollte. Ich habe in ihren Fankreisen meine Community gefunden. In der Zeit hat auch meine Reise als Konzertfotografin angefangen und lustigerweise habe ich für ihre Show in Berlin im Dezember 2023 auch meinen allerersten Fotopass bekommen. Zu der Zeit war sie zwar in den USA schon ein großer Name, aber in Deutschland spielte sie noch in einem winzigen Club. Was für eine schöne Erinnerung! Ich habe dieser Künstlerin sehr viel zu verdanken. Hoffentlich kann ich sie irgendwann noch einmal fotografieren.
Chappell Roan
Chappell Roan 2023 Foto im Auftrag von Radio:Active Magazine: Marie-Luise Frauenstein (louriephoto)

Welche Künstlerinnen bewegen euch am Weltfrauentag 2026? Lasst es uns gern wissen!

Noch mehr gefällig?

Hier geht’s zu unseren Konzertberichten.

Infos zu Tourneen gibt es hier.

Radio:Active – dein unabhängiges Musikmagazin für Rock, Metal, K-Pop, Pop & Alternative. Wir berichten aus der ersten Reihe mit ehrlichen Reactions, Soundchecks und Interviews, Tour-News, Konzertberichte mit Fotogalerien oder Live von Festivals. Wir sind live, laut und immer am Puls der Szene, wo Musik wirkt