Coldrain sind: Vocal – Masato, Gitarre – Sugi. Gitarre – Y.K.C, E-Bass – RxYxO, Schlagzeug – Katsuma

ALBUM: THE SIDE EFFECTS

Künstler: Coldrain 

Erscheinungsdatum: 28.08.2019

Genre: Post-Hardcore, Rock

Label: Warner Music 

Medium: CD, Vinyl


Coldrain bleiben sich trotz musikalischer Experimente treu

Coldrain kommen aus Nagoya Japan und fühlen sich in der Posthardcore-Szene zuhause. Die Songs werden vom Songwriting-Duo Masato David Hayakawa, Leadsänger und Lead-Gitarrist Ryo „Y.K.C“ Yokochi geschrieben. Unterstützt werden die Beiden durch Rhythmus-Gitarrist Sugi (Kazuya Sugiyama), Bassist RxYxO (Ryo Shimizu) und Drummer Katsuma Minatani. Produziert wurde das neue Album wie schon die letzte Platte “FATELESS” vom amerikanischen Hardrock-Producer Michael „Elvis“ Baskette (u.a. Slash, Alter Bridge, Trivium). 

Auf das sechste Studioalbum THE SIDE EFFECTS des japanischen Quintetts mussten die Fans ca. zwei Jahre warten. Die Geduld wurde belohnt, denn THE SIDE EFFECTS ist eine gute Erweiterung im CD-Regal oder in der Playlist für die Posthardcore-Liebhaber. Coldrain sind sich und ihrem Stil, trotz des heutigen Hypes mit Popelementen zu arbeiten, treu geblieben. Mit vier veröffentlichten Singles REVOLUTION, COEXIST, JANUARY1ST und THE SIDE EFFECT gab es in den vergangenen zwei Jahre immer wieder einen Einblick auf das neue Album.

Den Start macht der Song „MAYDAY“ mit Support des Leadsängers Ryo Kinoshita von der japanischen Band Crystal Lake. Dass Masato und Ryo zusammen gut harmonieren, haben sie bereits in Crystal Lakes Single “The Circle” beweisen können. “MAYDAY” schaffte es zwar nicht als Single, dennoch verdient es sich den Einsteiger-Titel. Funkgespräche und ein instrumentales Solos leiten den Song ein. Anschließend pushen sich Masato und Ryo harmonisch durch die Verse zu der Bridge und rocken gemeinsam im Chorus zum Höhepunkt des Songs. 

Danach geht es mit hoher Geschwindigkeit weiter zur zweiten Single von Coldrain: “COEXIST”. Dieser Song spiegelt meiner Meinung nach die Wurzeln von Coldrain gut wider. Zu dem Song gibt es auch noch ein visuell ansprechendes futuristisches Musikvideo, welches zum CI der Band einfach dazu gehört. Daraufhin folgt SEE YOU, welches zwar eines der einfacheren Titel ist, sich nach zwei Mal anhören aber zu einem catchigen Ohrwurm entpuppte. Ein Song den man auch Abends beim Autofahren genießen und mitsingen kann, dem aber dennoch die sonst gewohnte Tiefe fehlt. Wer es lieber durchgehend lauter und härter haben möchte, muss sich erst mit diesem Song anfreunden. Dafür wäre der nächste screamlastige Song “Speak” wieder ein Wachmacher. Besonders hier kann man heraushören, dass Masatos Screams sich gut hören lassen können und sein Titel als einer der beliebtesten Screamer Japans gerechtfertigt ist. 

Kommen wir zu den nächsten zwei Highlights auf dem Album. Die neueste Single und das titelgebende Lied “The Side Effects” erinnert mich zu Beginn an Set It Offs Song “Lonely Dance”. Der Mix aus langsamer Strophe und dem schnelleren Aufbau zum Refrain ist vom Gesang und den Instrumenten wunderbar gelungen. Zwar etwas anders, als man es von Coldrain gewohnt ist, aber dieser Song bleibt definitiv hängen und animiert zum Tanzen und Mitsingen.

Zur Halbzeit des Albums folgt mein persönliches Favorit-Lied. Ihre dritte Single und Ballade: JANUARY 1ST. Mit “Whole” aus der VENA-Platte haben die Jungs bereits bewiesen, dass sie ein gutes Gespür für emotionale und langsamere Songs haben und diese Art von Songs auch gern öfter produzieren könnten. Masatos Gesang wird harmonisch von den Instrumenten begleitet. Manchmal ist weniger doch etwas mehr, um ein gutes Lied zu produzieren. 

Kurz mit einer Ballade zur Ruhe gekommen, baut sich die Stimmung des Albums mit INSOMNIA wieder auf. Es wird Härter und Lauter. Gefühlt wird alles was Coldrain und Posthardcore ausmacht in ANSWER / SICKNESS gesteckt. Screams, cleane Refrains, Gitarren- und Drumsolis, Breakdowns und clever eingesetzte Taktwechsel. Für mich ist ANSWER / SICKNESS definitiv ein Song der ans Ende des Album gehört hätte um das ganze Album perfekt abzurunden, denn mit dem nächsten Song “BREATHE” wird man wieder auf den Boden der Tatsachen geschleudert. 

BREATHE ist der einzige Song mit dem ich persönlich noch warm werden muss.  STAY OF COURSE, welches ausschließlich nur aus cleanen Gesang besteht und musikalisch typisch Coldrain ist, macht das aber wieder gut. Besonders gut gefällt mir das Gitarrensolo im letzten Drittel des Songs. Das folgende Lied sticht aber dagegen noch viel mehr hervor: REVOLUTION. Ihre erste Single und das Sneak Peek zum neuen Album. Ich bezeichne das Lied gern als die Coldrain-Hymne. Der Song mit den wechselnden starken Screams und cleanen Gesang ist einfach zu 100% Coldrain, auch wenn mit einem kurzen Rap-Part etwas Neues ausprobiert wurde. Mit LI(E)FE endet die mehr als gelungene Platte. 

Coldrain blieben ihrem Stil treu, wagten hier und dort einige Stil-Experimente, an den Instrumenten oder auch am Gesang, die aber gut funktionierten und clever verpackt wurden und ihre Musik nicht verfremdete. Vom Radio:Active Team bekommen die fünf Japaner 9/10 Megahertz. Für die 10 hat es nicht ganz gereicht, da ich doch mit 1-2 Songs zu kämpfen hatte und mit ihnen warm werden muss. Ich bin gespannt wie sich THE SIDE EFFECTS Live anhören wird. Mussten die Coldrain-Fans auf eine Headliner Tour zum vorherigen Album verzichten, wird es nun Zeit, dass das Quintett aus Nagoya die Gelegenheit bekommt das Album im europäischen Raum zu präsentieren. 


TRACKLIST

1 MAYDAY (feat. Ryo from Crystal Lake)

2 COEXIST

3 SEE YOU

4 SPEAK

5 THE SIDE EFFECTS

6 JANUARY 1ST

7 INSOMNIA

8 ANSWER / SICKNESS

9 BREATHE

10 STAY THE COURSE

11 REVOLUTION

12 LI(E)FE





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THE SIDE EFFECTS - COLDRAIN
RADIO:SOUNDCHECK9
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