Spanish Love Songs - Brave Faces Everyone
RADIO:SOUNDCHECK9
9MEGAHERTZ
Leserwertung: (3 Votes)
8.1

Band: Spanish Love Songs

Album: Brave Faces Everyone

Genre: Emo-Punk

Release: 07. Februar 2020

Label: Pure Noise Records

Radio:Active Bewertung: 9/10 MEGAHERTZ

Da haben wir sie. Die dritte Platte vom Quintett: Spanish Love Songs. Wer bereits das beliebte Vorgänger-Album der US-Emo-Punker Schmaltz im Regal stehen hat, wird auch mit diesem Longplayer keine Enttäuschung erleben. Brave Faces Everyone erscheint am 07. Februar 2020 via Pure Noise Records.

Uns erwarten 10 Tracks mit ca. 40 Minuten Spielzeit. Anders als beim Vorgänger greift Sänger Dylan Slocum nicht auf die üblichen Thematiken, wie die eigenen alltägliche Probleme oder Liebe zu, sondern erschafft Protagonisten aus Metropolen und kleinen Dörfern, die sich mit dem Geschehen, Sorgen und das Leben der 2010er auseinandersetzen. Geschichten, in die man sich hineinversetzen kann und dem Zuhörer deutlich machen sollen: Man ist nicht allein. Dabei erinnert mich der Erzähler-Stil sehr an Bruce Springsteen.

We spent the back half of last year laying low and making this album. We hope you’ll listen, we hope you like it, but mostly we hope it makes the nightmare we’re in seem a bit more bearable.

                                                                                – SLS über ihr Album

Routine Pain lautet der erste Track auf der Scheibe. Entspannt wird man mit einer instrumentalen, fast schon soundtrackartigen Melodie in das Album eingeleitet, bis ein monotoner Gesang einsetzt und die Stimmung des Titels perfekt widerspiegelt: routiniert und monoton. Anschließend baut sich das Lied an den Instrumenten und Dylans unverkennbare Stimme dramatisch auf und entpuppt sich als perfekter Einstieg in das neue Album. Hier muss ich betonen wie emotional und überzeugend Dylan mit seiner Stimme die Bedeutung der Texte widerspiegelt. Beendet wird das Stück mit einem sehr gelungenem instrumentalen Part, der wunderbar den Übergang zu meinem ersten Ohrwurm “Self Destruction” schafft.

It’s like I’m falling deeper and deeper.
Thinking someday I’ll just need a miracle,
But I need about 30 goddamn miracles

                                              – Lyrics aus Self Destruction

Die Melodie, die Lyrics, besonders der Refrain blieben mir sofort in Erinnerung.  Meiner Meinung nach hätte der Song noch eine Minute mehr verkraften können, einfach weil es so gut ist. Mein Lieblingspart ist definitiv die Bridge zum Ende hin, in der Dylan Slocums Stimme sehr zur Geltung kommt und sein Potenzial preis gibt.

Es folgen Generation Loss, eines meiner Favoriten der Platte und Kick, die erste Single, die sie veröffentlichten. Mit den ersten vier Tracks legten die Jungs an den Instrumenten und mit der Stimme schon Mal einen sehr starken und harmonischen Anfang hin, der eigentlich schon von ihnen überzeugen sollte. Das fünfte Lied lässt einen zunächst wieder etwas zur Ruhe kommen. Beach Front Property wirkt zu Beginn noch wie eine ruhige Ballade, die den Hörer an den Strand entführt und sich von Sekunde zu Sekunde in der Dramatik steigert. Gerade hat man sich der Entspannung hingegeben, gibt es einen plötzlichen Wandel vom Balladen-Sound zu rockigeren, nahezu aggressiveren Riffs und fast schon wehleidigen Gesang, der den Hörer aus der heilen Beach-Welt reißt. Mit diesem Song machen sie mir schmackhaft, dass ihnen auch Balladen gut stehen würden.

Den nächsten Song gibt es gleich 2x auf dem Album: Losers und Losers 2. Während Loser mir melodisch und an den Instrumenten richtig Spaß macht, finde ich dennoch Losers 2 als Gesamtwerk besser.  SLS antworteten auf Nachfrage über Social Media, dass sie mit Losers nicht ganz zufrieden gewesen waren und es dann noch Mal komplett neu produzierten. Wirklich miteinander vergleichen kann man die beiden Songs aber nicht, denn Beide haben ihren eigenen Charakter.

Dann kommen wir auch schon zum großen Finale. Man könnte meinen es wird wild und laut, doch Dolores ist eines der langsameren Stücke des Albums und ein weiterer Favorit meinerseits. Dylans zittrige Stimme wird zu Beginn mit wenig Gitarre, und einfachen Drumbeats begleitet. Auch hier baut sich das Lied immer mit jeder Sekunde, die vergeht, auf und kommt zum Ende hin in den Höhepunkt. Ein einfacher aber genialer Song. Meiner Meinung nach wäre dieser Track aber in der Mitte des Albums besser aufgehoben gewesen.

And last but not least: Brave Faces, Everyone. Der gleichnamige Song zum Album, der mir die meiste Zeit geraubt hat. Ich musste ihn mir paar Mal anhören, um seine Qualitäten zu entdecken und ihm die Chance zu geben, den Abschluss der CD zu gerechtfertigen. Letztendlich ist dieses Lied nun der Song, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen mag. 

Brace Faces Everyone bekommt 9 von 10 Megahertz. Mit ihrem dritten Album haben sie wieder eine Platte produziert, die hängen bleibt und zum Dauerschleife abspielen einlädt. 10 Tracks und 40 Minuten, die beim ersten Mal anhören einfach an mir vorbeiflogen und zunächst den Eindruck hinterließen, dass sich die Songs im wesentlichen nicht voneinander unterscheiden. Doch sobald man sich mit jedem einzelnen Track auseinander setzt, erkennt man die Tiefe in ihren Songs und entdeckt die Juwelen, die viele neue Hörer locken sollte. Das Gesamtwerk ist überzeugend im Feeling, der Lyrics, den Melodien und bringt ihre Message und Geschichten, die sie mit der Welt teilen wollen glaubwürdig rüber. Fans des Emo-Punk Genres werden damit sicherlich eine Freude haben. Mein Favorit des Albums ist: Self Destruction.

TRACKLIST:

01. Routine Pain
02. Self – Destruction
03. Generation Loss
04. Kick
05. Beach Front Property
06. Losers
07. Optimism
08. Losers 2
09. Dolores
10. Brave Faces, Everyone

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“BRAVE FACES EVERYONE” erscheint am 7. Februar 2020 auf Pure Noise Records. Limitierte Vinyl-Versionen des Albums gibt es bei Uncle M im Shop. Wer bis zum Release des Albums nicht warten kann, hat die Möglichkeit ein paar der neuen Songs Live zu hören. Spanish Love Songs gehen ab morgen mit The Mezingers auf Tour durch Deutschland.

SPANISH LOVE SONGS Tour 2020 + THE MENZINGERS

25.01.2020  DE- Hamburg- Grünspan
26.01.2020  DE- Berlin – Bi Nuu
28.01.2020  AT – Wien – WUK
29.01.2020 CH – Zürich – Dynamo Zürich
30.01.2020  DE- Stuttgart- Universum
31.01.2020  DE- München- Technicum
01.02.2020  DE- Köln- Kantinet

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