Rag´n´Bone Man – Life by Misadventure (VÖ: 07.05.2021)

Rag´n´Bone Man – Life by Misadventure (VÖ: 07.05.2021)
Es gibt keinen Track auf dem Album der mich nicht überzeugt. Graham ist tatsächlich reifer geworden, ein Mann mit persönlichen Geschichten aus den letzten Jahren. Storys über eine Zeit im Überfluss, welche Konsequenzen mit sich zogen. Die vertiefende Kooperation mit aussenstehenden Songwritern runden die Songs zusätzlich ab, ohne den typisch melancholischen Sound von Rag´n´Bone Man zu entzerren. Gänsehaut Momente gibt es in Fülle auf diesem Album. Die Reibeisenstimme ist immer noch dieselbe, jedoch ist der musikalische Weg ein wenig anders: in der Vergangenheit lebten seine Songs noch einzig von Blues und Soul, auf der neuen Scheibe blitzen einen vermehrt auch poppig - folkige Einflüsse entgegen. Graham hat sich nicht auf einen anderen Weg begeben, er hat sich seine Route nur erweitert! Und die steht ihm sehr gut! „Life By Misadventure“ hat mich nicht enttäuscht. Dieses Werk hat abgeliefert was ich erwartet habe. Authentisch, stimmgewaltig, gefühlsbetont und Rund! 10/10 Megahertz!
10
MEGAHERTZ

Rag´n´Bone Man – Life by Misadventure

 

Radio:Active Bewertung: 10/10  Megahertz

Geschrieben von: Lisa Hemp

Band: Rag´n´Bone Man

Album: Life by Misadventure

Genre: New Blues, Blues Rock, R&B, Indie Pop

Label: Columbia Records

Release: 07.05.2021

Tracklist:

  1. Fireflies
  2. Breath in Me
  3. Fall in Love Again
  4. Talking to Myself
  5. Anywhere Away from Here
  6. Alone
  7. Crossfire
  8. All You Ever Wanted
  9. Changing of the Guard
  10. Somewhere Along the Way
  11. Time Will Only Tell
  12. Lightyears
  13. Party´s Over
  14. Old Habits

 

Rag´n´Bone Man veröffentlicht heute sein mit Spannung erwartetes Album „Life by Misadventure“. Ich habe große Erwartungen in die Platte gelegt, da mich dieser Künstler im Vorfeld schon so einige Male mitgerissen und verzaubert hat. Rory Graham, wie Rag´n´Bone Man wirklich heißt, ist in meinen Augen eine absolute Ausnahmestimme. Wer dem Sänger einmal zugehört hat, wird diesen Klang nicht so schnell wieder vergessen.

Das neue Album steht ganz im Sinne der Hoffnung. Die Hoffnung, welche sich im beruhigenden Klang des Vogel Zwitscherns findet, während die Sonne am Himmel von Nashville emporsteigt. Die Lyrics bringen ebenfalls den weichen Wortlaut über Liebe zu Freunden, Familie und seinem Sohn mit.

Wie bei den meisten Musikern prägen die Jahre die Songs und auch Graham ist reifer geworden. Die Erfahrungen der Vergangenheit und der Gegenwart haben ihn eine neue Sicht auf die Zukunft geschenkt.

„Dieses Album handelt, wie Graham es beschreibt, vom Erwachsenwerden.“

„Life by Misadventure“ ist das große Ganze aus der Zusammenarbeit mit wahren Größen des Musikbuisness und natürlich der Songwriter Finesse von ihm selbst. Über ein Jahr lang hat der Künstler an den Tracks gearbeitet und all seine Energie dafür genutzt.

Sein 2017 veröffentlichtes Debütalbum „Human“ wurde vier Mal mit Platin ausgezeichnet, erreichte Platz 1 der britischen Charts und erlangte den Titel „Schnellstes verkauftes Album eines männlichen Künstlers der 2010er“. Graham erhielt für das Album den BRIT und den vor Novello Award. In Deutschland erreichte das Album „Human“ mit über 200.000 verkauften Einheiten Platin. Die Single „Human“ steht mit fast einer Million verkauften Einheiten mittlerweile kurz vor der Diamond-Auszeichnung. 2016 hielt sich die Single elf Wochen an der Spitze der deutschen Charts und war damit der bis dahin beständigste Nummer-1-Hit eines britischen Solokünstlers in der Geschichte der wöchentlichen Charts in Deutschland. Graham wurde 2017 mit einem Echo in den Kategorien „Bester Newcomer International” und “Bester Künstler International” ausgezeichnet.

Soweit die Fakten und Zahlen. Was Rag´n´Bone Man aber am meisten auszeichnet, ist ganz viel Gefühl. Ein Gefühl was nur Musik rüberbringen kann.  Graham ist authentisch, originell und wahrhaftig talentiert!

„Wir hatten dieses Mal viel Zeit, die Songs auf uns wirken zu lassen“, erzählt Graham über den Entstehungsprozess. „Zu oft, so wie ich es früher gemacht habe, haben wir einen Song sofort aufgenommen, nachdem er geschrieben war. Das war dann die Version, die aufs Album kam. So, wie wir es dieses Mal gemacht haben, war es viel einfacher, echte Emotionen in die Musik zu packen.“

„Life by Misadventure“ entstand im Studio des Grammy-gekürten Produzenten und Multiinstrumentalisten Mike Elizondo außerhalb von Nashville.

Fans von „Human“ werden mit der Arbeit derjenigen vertraut sein, mit denen Graham schon lange gemeinsame Sache macht, darunter Ben Jackson-Cook (Tasteninstrumente, Co-Songwriter und gemeinsam mit Graham Co-Produzent des Albums), Bill Banwell (Bassgitarre, Co-Songwriter) und Desri Ramus (Background-Gesang). Dazu gesellen sich legendäre Künstler wie Grammy-Gewinner Daru Jones (Lazaretto – Jack White), weithin bekannt als einer der besten Drummer seiner Generation und Gitarristin Wendy Melvoin, die in der Band von Prince, The Revolution, spielte, seit sie 19 Jahre alt war. Diese Künstler vereint ein inneres Verständnis für Grahams Wunsch, beim Album auf unnötige Schnörkel zu verzichten und stattdessen die Freude und Direktheit einer Band zu transportieren, die gemeinsam in einem Raum Musik macht.

„Life by Misadventure“ startet mit dem Titel „Fireflies“ und fällt sofort mit diesem Gefühl von Leichtigkeit in die ersten Sekunden der Scheibe. Die Vögel zwitschern ausgelassen und man fühlt förmlich den lauen Frühlingsmorgen. Man lehnt sich gemütlich zurück und wird direkt mit der warmen Stimme von Graham in Empfang genommen. Es fühlt sich ein bisschen wie Zuhause an. Die Gitarre stielt sich unaufdringlich aber bestimmend in den Song, während der Künstler in gewohnt kraftvoller und zugleich zerbrechlicher Art und Weise durch die Textzeilen bewegt.

„Breath in Me“ knüpft Songwriting mäßig direkt an und hält das gute Gefühl oben. Die Lieder erscheinen in einem einfachen Gewand, was sie in ihrer Erscheinung jedoch weder einfältig klingen lassen noch langweilig. Im Gegenteil! Die Tracks strahlen eine anmutige Aura aus, die nicht mehr benötigen, als das was Graham für diese zusammen arrangiert hat.

„Fall in Love Again“ erinnert mich von der Aufmachung dann mehr an die Hits wie „Human“. Ein Track den ich jeden Tag im Radio hören könnte. Graham hat ein Händchen dafür Tracks zu schreiben, die einen nicht so schnell aus den Ohren herauskommen. Wer kennt es nicht: Ein neuer Lieblingssong, den man sich Wochenlang ständig anhört und dann kommt der Tag, an dem man nur noch vor diesem Track flüchten möchte. Rag´n´Bone Man Songs gehörten für mich auf jeden Fall noch nie zu diesem Szenario. Den Sänger hört man einfach immer wieder gern.

Die Zusammenarbeit mit P!nk bei „Anywhere Away from Here“ beschert mir immer noch Gänsehaut. Zwei Stimmen der Superlative in einem Track. Beide ergänzen sich nicht nur hervorragend, sie bereichern den Titel gleichermaßen. Spätestens die letzte Minute des Tracks ist der Beweis für eine Symbiose aus Gefühl.

„Crossfire“ war direkt beim ersten anhören ein Ohrwurm Kandidat. Ein treibender Beat, gemischt mit der kraftvollen Stimme des Künstlers und einer ordentlichen Portion Power. „All You Ever Wanted“ legt danach direkt noch eine Schippe drauf. Ein Track zum Tanzen alá : „Alles was du immer wolltest“ Es fällt tatsächlich schwer still sitzen zu bleiben bei dieser Nummer.

Vom Aufbau des Albums könnte man sagen: Am Anfang wird sich erst einmal ruhig eingestimmt, bis Graham in der Mitte die Mitreißer auspackt. „Changing of the Guard“ gehört ebenfalls zu den Ohrwurmanwärtern.

„Somewhere Along the Way“ lässt mein kleines Schlagzeuger Herz besonders laut schlagen. Der Titel überzeugt mich mit einem chilligen und groovigen Drum Beat. Die Rhytmusfraktion spielt förmlich miteinander. Weniger ist mehr ist auch in diesem Track das richtige Mittel der Wahl. Graham versteht es herauszuarbeiten, worum es ihm in seinen Songs geht, ohne diese unnötig mit allerhand Instrumenten oder Experimenten zu erschlagen.

„Time Will Only Tell“ perfektioniert meine Stimmung für das Album. Ich bin eingegrooved… Der richtige Zeitpunkt für diesen Track. In meinen Augen ein unverwechselbarer  Rag´n´Bone Track. Die Gitarre gibt sich dem Rhythmus losgelöst hin und in gewohntem Graham Style singt er hier den letzten Zweifler an die Wand. 

Es gibt keinen Track auf dem Album der mich nicht überzeugt. Graham ist tatsächlich reifer geworden, ein Mann mit persönlichen Geschichten aus den letzten Jahren. Storys über eine Zeit im Überfluss, welche Konsequenzen mit sich zogen. Die vertiefende Kooperation mit aussenstehenden Songwritern runden die Songs zusätzlich ab, ohne den typisch melancholischen Sound von Rag´n´Bone Man zu entzerren. Gänsehaut Momente gibt es in Fülle auf diesem Album. Die Reibeisenstimme ist immer noch dieselbe, jedoch ist der musikalische Weg ein wenig anders: in der Vergangenheit lebten seine Songs noch einzig von Blues und Soul, auf der neuen Scheibe blitzen einen vermehrt auch poppig – folkige Einflüsse entgegen. Graham hat sich nicht auf einen anderen Weg begeben, er hat sich seine Route nur erweitert! Und die steht ihm sehr gut!

„Life By Misadventure“ hat mich nicht enttäuscht. Dieses Werk hat abgeliefert was ich erwartet habe. Authentisch, stimmgewaltig, gefühlsbetont und Rund! 10/10 Megahertz!

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All You Ever Wanted