Boston Manor mit dritten Album Glue VÖ 01.05.2020
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Band: Boston Manor

Album: Glue

VÖ: 01.05.2020

Label: Pure Noise Records

Genre: Alternative Rock Punk

Megahertz: 9/10



 

Es waren wieder zwei lange Jahre, die sich Boston Manor Zeit gelassen haben ihr neues Album zu veröffentlichen. Doch das Warten hat sich definitiv gelohnt. Am 01.05.2020 ist es endlich soweit und das Quartett aus Blackpool, England veröffentlicht ihr drittes Studioalbum “Glue” beim Pure Noise Records Label.

 

Das in den Barber Shop-Studios in New Jersey aufgenommene Album beschäftigt sich mit der kritischen Untersuchung der modernen Gesellschaft, der Herausforderung des Klimawandels, der Tyrannei der britischen Regierung und Unternehmen, sowie den Ängsten und Frustrationen der Band. Wobei es stillisch eine Verbindung zwischen dem Debüt-Album Be Nothing von 2016, das den musikalischen Fokus auf melodischen Punk legt und der düsteren Stimmung des zweiten Studioalbum Welcome to the Neighbourhood aus 2018 darstellt.

 

“Wir haben unsere bisher raueste und ungewöhnlichste Platte gemacht. Meine Eltern mögen sie nicht so sehr wie die letzte, aber ich glaube nicht, dass sie unsere Zielgruppe sind, also mache ich mir darüber keine allzu großen Sorgen. Das ist alles Neuland für uns. Es ging darum, alle vorgefassten Meinungen über die Identität unserer Band wegzuwerfen und uns aus unserer Komfortzone zu bewegen”, sagt Sänger Henry Cox selber über den Stil des Albums. Das Quartett besteht aus Sänger Henry Cox, dem Gitarristen Mike Cunniff und Ash Wilson, dem Bassisten Dan Cunniff und dem Schlagzeuger Jordan Pugh.

 “Das ist der Anfang, an dem unsere Band endlich die Band wird, die wir sein wollen. Es hat lange gedauert, bis wir hier angekommen sind. Aber ich bin wirklich stolz, dass wir zu unserer eigenen Sache geworden sind. Nicht ein einziges Mal haben wir darüber nachgedacht, was die Leute hören wollten – wir haben uns davon komplett abgeschottet. Unsere einzige Regel war, das zu tun, was wir tun wollten. Selbst als wir darüber nachdachten, die Songs live zu spielen, haben wir uns entschieden später herauszufinden, wie das funktionieren könnte. Ich bin wirklich froh, dass wir das getan haben”. – Cox über das Album

Auch wenn der Prozess der Produktion laut Angaben von Cox “sehr chaotisch” gewesen sein soll, überzeugt Glue mit 13 massiv aufgeladenen, gut abgestimmte Songs, die die verschiedenen musikalischen Wege der Band seit ihrer Gründung 2013 repräsentieren.  Mit seinen einfühlsamen aber schonungslosen Texten möchte Cox Themen und Gefühle ansprechen, die ihn belasten. Beginnend mit dem schon bereits releasten Everything is Ordinary und dessen treibendem Noise Punk, sowie der unbändigen Hardcore – Energie macht Boston Manor darauf aufmerksam, dass die Menschheit zunehmend unempfindlicher gegenüber schrecklichen Ereignissen geworden ist.

Der nächste Song hat es auch direkt in sich und überzeugt im Punkrock-Stil. Das Thema der von Cox als “Schlachtruf der ganzen Platte” zu recht bezeichnetem Song, ist die zunehmende Kluft zwischen der jüngeren und der älteren Generation des Landes.

In Terrible Love verarbeitet Cox dann seine Probleme mit seinem Privatleben, denn er konfrontiert sich mit seinem größten Widersacher, sich selber. Der Song überzeugt nicht nur durch seine modernen Popmusik Elemente, sondern auch durch den emotionsgeladen Text, in dem sich der Sänger des Quartetts erst all seine negativen Gedanken formuliert, wobei seine Verzweiflung mit “I want something I can’t have” und “I’m becoming an idiot” im Refrain in den Versuch umschlägt, sich selber davon zu überzeugen, dass man sich selber akzeptieren sollte, was allerdings meist an einem selber auch scheitert.

 “Dieses Lied handelt von mir. Ich habe noch nie so mit mir selbst geschrieben, aber letztes Jahr war ich innerlich einfach in einem wirklich, wirklich schlechten Zustand. Ich finde zwar immer noch einen Ausweg, aber ich versuche wirklich, mich im Jahr 2020 viel mehr um meine psychische Gesundheit zu kümmern. Ich habe nie kategorisch aufgelistet, was ich an mir selbst nicht mochte, und es war sehr kathartisch, das in diesem Song zu tun”. – Cox über Terrible Love

 

Abgeschlossen wird das Album von Monolith, wobei die Band mit der dunklen Stimmung und Energie ihrer Frustration und Wut über die Welt Luft macht. “Ich möchte, dass die Leute zuhören, etwas fühlen und nachdenken”, sagt Cox. “Das Ziel der gesamten Platte ist es, die Menschen wütend zu machen. Sie sollen sagen: ‚Das kotzt mich an, wie kann ich das ändern? Was kann ich direkt heute persönlich tun, um einen Unterschied zu machen?‘ Denn wir können es besser machen als jetzt. Wir müssen nur anfangen.”

Auch wenn ich die Band vorher nicht kannte, konnte mich das Album vom ersten Song an direkt in seinen Bann ziehen. Gerade die Themen Diversität, mit dem Mix aus persönlichen Schwierigkeiten und Hindernissen im Leben und der Problematik in der Welt, verleiht den Songs die richtige Tiefe und Dramatik. Wobei mich gerade der Song Terrible Love begeistert hat, den ich sofort in meine Spotify Lieblingssongliste hinzufügen werde, sobald das Album erscheint. Langsam wird meine Liste, von Künstlern, die ich gerne mag viel zu lang, aber Boston Manor sind definitiv jetzt weit oben auf der Liste zu finden und ich bin schon gespannt auf das nächste Album, auch wenn ich dafür wahrscheinlich auch wieder zwei Jahre warten muss…

Am 01.05., pünktlich zum Release veranstaltet die Band auch einen Listening Party auf Youtube, die man um Punkt Mitternacht live verfolgen kann.

Tracklist:

  1. Everything Is Ordinary
  2. 1’s & 0’s
  3. Plasticine Dreams
  4. Terrible Love
  5. On A High Ledge
  6. Only1
  7. You, Me & The Class War
  8. Playing God
  9. Brand New Kids
  10. Ratking
  11. Stuck In The Mud
  12. Liquid ft. John Floreani
  13. Monolith


Weiter Infos über Boston Manor findet ihr hier:

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