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Mischa – K.L.O.T. (VÖ 08.04.2022)

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Mischa – K.L.O.T. (VÖ 08.04.2022)
Nach „Räubertrochter“ hätte es auch sein können, dass eine so junge Band den Sprung vom 10 Meter Turm nicht erneut schafft, aber ich hatte es im Gefühl. Mischa haben es tatsächlich geschafft und noch einen Salto zusätzlich eingebaut!
10
IT´S RADIO:ACTIVE
Mischa – K.L.O.T.

Radio:Active Bewertung: 10/10

Geschrieben von: Lisa Hemp

Band: Mischa

Album: K.L.O.T.

Genre: Rock

Label: arcticmusic

Veröffentlichung: 08.04.2022

 

Tracklist:
  1. Anna
  2. Ey Süße
  3. Diskoschorle
  4. Mein Herz Raved
  5. Wenn Du Schläfst

 

Im März 2019 erschien die Debüt EP „Räubertochter“ und ich erinnere mich, als wäre es heute gewesen. Mischa ist eine dieser Bands, über die man drüber stolpert und dann ohne sich wehren zu können gefangen genommen wird. Ein Livestream war schuld an dieser Stolperaktion. Ein ruhiger Nachmittag vor dem Bildschirm und ohne dass man es kommen sehen hat, erschien als einer von vielen Acts, diese Unbekannte und sofort einbrennende Band aus der Kleinstadt.

Räubertochter Rezension: MISCHA Räubertochter (EP VÖ 03/19)

Musikalisch gesehen, sage ich ja immer, es braucht nicht die Welt, um mich emotional einzufangen. Mischa wollten auch nicht auf Biegen und Brechen jedem gefallen. Das spürt man, wenn man den Musikern zuhört. Diese Band möchte einfach sie selbst sein. Mit Emotionen, Ehrlichkeit und Tiefgang. Mehr braucht es auch nicht um das Herz, die Ohren und die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers zu bekommen.

Die letzten Tage habe ich das Instagram Profil der Band mit viel Freude verfolgt. Denn hier spiegelt sich das authentische wieder, von dem ich versuche zu erzählen. Heute ist nicht nur EP Release, sondern auch die Veröffentlichung, von der Herzstück Single „Mein Herz Raved“. Dieser Song ist schon über 10 Jahre enger Begleiter der Band. Ein Song den Mimi vor so vielen Jahren das Licht der Welt schenkte und doch war dieser so zurückhaltend, dass er erst heute veröffentlicht werden wollte. Ich darf nicht darüber nachdenken, wie vielen Songs es so ergeht. Umso schöner ist es, dass „Mein Herz Raved“ endlich offizielles Gehör findet. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass nicht nur ich darüber so erfreut bin, denn Mimi erzählt seit Tagen die Geschichte zu dem Track. Die Band hat es sich auch nicht nehmen lassen weitere Versionen davon aufzunehmen.

Da ich selbst ein Freund von authentischen Artikeln bin, möchte ich Euch meinen Ersteindruck nicht vorenthalten. Ich hatte das Album zum Rezensieren bekommen und konnte meine Meinung nicht zurückhalten. So kam es zu einem kurzen Gespräch mit Mimi über Instagram, indem ich folgendes schrieb:

„ Sag mal, du hast ganz schön viel an deiner Stimme gearbeitet, oder? Also die fand ich ja schon immer wundervoll, aber gerade bei „Mein Herz Raved“ klingst du so viel mehr gereift! Deine Kraft in der Stimme wurde von dir in die Schranken gewiesen. Sie ist präsent und gleichzeitig komplett kontrolliert. Find ich Klasse. Großes Kompliment.“

Da ich es tatsächlich nicht besser schreiben könnte, bediene ich mich hiermit das erste Mal an einem eigenen Zitat. Um ganz ehrlich zu sein, ist dieser Song auch derjenige, den ich von der EP seit erstem durchhören komplett verfallen bin. Ich kannte den Titel schon, aber die neue Version ist ganz großes Kino. Ein Song der anklingt, kurz inne hält und dann auf direktem Weg in dein innerstes vordringt.

Mischa selbst über „Mein Herz Raved“:
„Zwischen dem ersten mal betrunken sein, dem ersten mal auf einem Parkplatz knutschen, das erste mal im Jugendclub tanzen, das erste mal die Eltern anlügen und bei einem Jungen schlafen ist noch Platz für die erste Liebe.
Diese eine Liebe von der man denkt, dass nach der Schule das Leben erst so richtig losgeht. Und dann plötzlich schreit man sich an, weint, fühlt sich leer und die eben noch perfekte Welt geht unter.
Zwischen dem ersten mal Liebeskummer haben, dem vierten mal in der Jugendclubtoilette kotzen und dem 20. mal Breakfast Club schauen, versucht man irgendwie damit klarzukommen, dass das Arschloch nun jemand anderen küsst.
Aber irgendwann, fängt es an weniger weh zu tun und das Herz tanzt
– nur für einen selbst.“

Das Lieder gedankliche und emotionale Brücken bauen können, wird mir in diesem Moment doppelt bewusst. Ich habe momentan weder Liebeskummer, noch gehen meine Gedanken an fremdküssende Menschen. Allerdings werden die Augen trotzdem feucht, denn auch wenn der Text nicht dieselben Themen behandeln, die einen auf direkten Wege beschäftigen, so schafft es Mimi dennoch mir genau das Gefühl zu vermitteln, was in meiner Welt gerade durch diesen Track benötigt wird. Die Sängerin trägt ihre Emotionen auf einem melodischen Silbertablett…

Klavier, Gitarre und Rhythmusfraktion scheinen in meiner Ausführung unterzugehen, aber seid nicht so vorschnell 😊 Mimi verzaubert natürlich mit ihrer Stimme, aber eine außergewöhnliche Stimme ist nur halb so stark wie die Verschmelzung aus jedem einzelnen Teil einer Band!

Ich beobachte Mischa mittlerweile seit 3 Jahren und ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass jeder einzelne große Sprünge gemacht hat. Die Band hat einen Plan und sie arbeiten jede Minute daran!

Die Ep hat natürlich nicht nur einen Track, deshalb werde ich mich jetzt natürlich auch noch den anderen Songs widmen:

„Anna“ ist der Opener der EP und gibt direkt Vollgas. Ein schönes Gefühl, wenn eine CD los brettert und man ohne Umwege aus dem mitgrooven nicht mehr los kommt. Einer der vielen Mischa Songs der auf die Bühne gehört!

Der zweite Titel „Ey Süße“ geht im direkten Ohrenschmaus einher, wie der Vorgänger. Jeder Song beginnt stark und steigert sich bis in die letzten Takte. Die Arrangements der Tracks haben sich ebenso gesteigert, wie das individuelle Können an den einzelnen Instrumenten.

„Diskoschorle“ dürfte einigen bereits bekannt sein, denn wir haben bereits darüber berichtet. Die Single wurde bereits veröffentlicht und reiht sich präsent und passend in die rote Linie der Ep ein.

„Ein Song zum Verlieben und weglaufen. Beides gleichzeitig. Geht das?
Bindungsängste- von den Millennials und Generation Z perfektioniert. Die Chance zu ergreifen und irgendwie doch nicht.
Im Trubel von Menschen, Paare, neu verliebte, frisch getrennte und man selbst dazwischen. Gefangen in den eigenen Gedanken. Ist das der richtige Mensch, den ich gut finde?
Was, wenn man selbst wieder verletzt wird. Herzschmerz, hat man sich geschworen, will man nie wieder. Lieber noch ne Diskoschorle.
– Bisschen erbärmlich, aber ist ok so.“

Die Promoaktion des Songs, werde ich auch nie vergessen. Die Band hatte dazu verschiedene Clubs/Gaststätten besucht und jeder durfte sich ein eigenes Diskoschorle Rezept überlegen. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen.

Der Abschlusstrack „Wenn du Schläfst“ schenkt uns einen Refrain, den ihr nie wieder aus dem Ohr bekommt!

Nach „Räubertrochter“ hätte es auch sein können, dass eine so junge Band den Sprung vom 10 Meter Turm nicht erneut schafft, aber ich hatte es im Gefühl. Mischa haben es tatsächlich geschafft und noch einen Salto zusätzlich eingebaut!

Wenn sich nichts gravierendes dazwischen wirft, habt ihr auch bald die Gelegenheit einem kleinen Instagram Live Talk mit Mischa und uns zu lauschen. Wir werden natürlich ins Detail bohren 😉

Hört Euch die EP an und schenkt dieser Band, die sich so viel Mühe mit ihrer Mischa Welt geben, etwas Liebe zurück!