Sookee hört auf wenn’s am schönsten ist. Nur noch wenige Konzerte bis die selbsternannte „Quing of Berlin“ ihre Hip-Hop-Karriere beendet. Nora Hantzsch (wie Sookee wirklich heißt) stand fast 15 Jahre auf der Bühne und lebte in ihrer Musik das was sie denkt und für was sie steht. Eine Mischung aus Grime, Trap , Boom-Bap oder Pop und vor allem Tiefgang. Was steckt hinter dem Ende ihrer Karriere? Sookee schreibt selbst in ihrem Instagram Post „Feminismus ist ein Business geworden“ und da es unmöglich ist ihre eigenen Worte besser wiederzugeben:

 

Sookee: „Nun es ist so: Ich hab als sookee in über 15 Jahren sieben Solo-Releases über Springstoff und Buback veröffentlicht, hunderte Interviews gegeben, kein Mensch weiß wie viele Konzerte gespielt, auf Podien, in Workshops, bei Vorträgen den Heterosexismus des Mainstream-Rap und dutzende andere diskriminierungsgestützte gesellschaftliche schieflagen und Machtverhältnisse beklagt und bekämpft. Ich hab in so vielen Formaten gewirbelt, geschrien, geflüstert, verhandelt, geträumt, gemutmaßt, skandalisiert, konzipiert, diskutiert und mich verausgabt, dass mir eines unterm Strich klar wird: Ich brauche Abstand. Denn ich kann nicht behaupten, dass bei allen diskursiven Fortschritten und konkret messbaren Erfolgen diese ganzen Fights für mein Seelenheil besonders gesund seien. Ganz im Gegenteil: Ich falle von einer Empörung in die nächste, ein Schmerz jagt den anderen und ich bin immerzu randvoll von Wut und Ohnmachtsgefühlen.

Zumal sich im Kontext von Kulturindustrie, in der es wie in jeder anderen Industrie um Zahlen und Quantifizierung (Klicks, Views, Chartplatzierungen, Festival-Slots, Presse-Feedback, Likes, Shares, Ticketverkäufe etc.) geht, sich der gute Wille mit seiner eigenen Kapitalisierbarkeit vermischt. Feminismus ist ein Business geworden. Ja sogar feministischer Hip-Hop, so zart er auch noch gediehen sein mag, befindet sich auf dem Weg zur Verwertungslogik. Das kann man niemandem vorwerfen, das ist das Wesen des alles vereinnahmenden Kapitalismus. Meine Utopie von einer emanzipatorischen Kultur ist drauf und dran davon verschlungen zu werden, noch bevor sie es überhaupt vom Kokon zum Schmetterling geschafft hat. Was nicht im Ansatz für mich zur Folge hat, dass ich meine politischen Hände in den Schoß legen will oder werde. Aber es ist so, dass ich seit über 20 Jahren immer wieder in heftigen depressiven Episoden ums blanke Überleben kämpfe, weil mich “das Böse in der Welt” überwältigt, erschlägt und in die Shock starre zwingt. Oder ich wende die Wut gegen mich selbst, weil ich nicht genug tu oder nicht das Richtige oder alles, im Versuch Gutes zu tun, nur noch schlimmer mache.“

Den weiteren Text könnt ihr hier lesen:

https://www.instagram.com/p/B5r9_B9ooES/

 

Wir finden Sookee hat in den ganzen Jahren sehr viel geleistet und ihr Weg wird weiter gehen, auch wenn es ein anderer sein wird. Wir wünschen Sookee alles Gute und laden alle nochmal ein mit ihr gemeinsam zu feiern:

 

 

Wenn’s Am Schönsten Ist“-Tour
Wien 29.02.
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Quelle: Sookee

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