Paloma Faith - Infinite Things

Paloma Faith : Neues Video zu “Gold” / Album “Infinite Things” (VÖ 13.11.)

Paloma Faith : Neues Video zu “Gold” / Album “Infinite Things” (VÖ 13.11.)

Paloma Faith – Infinite Things

Am 13.11. erschien das mittlerweile fünfte Studioalbum „INFINITE THINGS“ von Paloma Faith und bewies eindrucksvoll, dass die britische Künstlerin und studierte Theaterregisseurin noch sehr viel zu erzählen hat.

So thematisiert die, kürzlich Mutter gewordenen, Sängerin Krankheit und Verlust, innerhalb einer langfristig Beziehung den Weg zurück zur Romantik zu finden und auch – und dies ist möglicherweise das gewagteste Element – eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Musikindustrie, von einer Musikerin, die seit zwei Jahrzehnten aktiv ist. 

Dabei entstanden die Songs während des ersten Lockdowns in England, als Paloma endlich die Muße fand über vieles nachzudenken, was aufgrund von einer florierende Schauspielkarriere, Botschafterinnen-Aufgaben für Greenpeace und Oxfam sowie einige Jury-Tätigkeiten in der TV-Show „The Voice“ über die vergangenen Jahren auf der Strecke blieb.

„Durch den Lockdown wurde mir ganz deutlich bewusst, dass ich ein kreativer Mensch bin, doch einen Großteil meiner Kreativität hatte ich durch den Kommerz und das Elternsein eingebüßt.“

Zweifellos ist „Infinite Things“ das bislang persönlichstes Album von einer neuen Paloma Faith, die in sich hineingehört hat und keine aufgeräumte, polierte Showbusiness-Veteranin fand, sondern eine Kunststudentin, die ausschließlich von ihrer ureigenen Kreativität geleitet wird.

Um die Wartezeit auf dieses spanenden Werk zu verkürzen, veröffentlichte Paloma am 04.11 ihre neue Single mit dazugehörigem Video „Gold“:

 

In einem UK Radio Interview sprach sie zudem ausführlich über den Lockdown und ihr neues Album:

 

Biografie Paloma Faith:

Es gibt eine Geschichte des argentinischen Schriftstellers und Dichters Jorge Luis Borges. Darin geht der Erzähler in den Keller eines Hauses und sieht dort das gesamte Wissen und die menschliche Existenz, die Freude und das Leid, das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrungen, alles zur gleichen Zeit und in voller Gänze.

Paloma Faith las „Das Aleph”, bevor ihre Tochter zur Welt kam, doch sie verstand die Geschichte erst wirklich, nachdem sie 2016 Mutter geworden war. „Ich habe das ‚Aleph‘ in ihren Augen gesehen“, erinnert sie sich. Ich hatte diese eigenartige Erkenntnis, die einem die Mutterschaft beschert und das Herz vor lauter Liebe fast zerbricht.“ Die Erfahrung, wie ein Herz mit überfließender Liebe anschwellen und sogar bersten kann, packte Faith in ihre Single „Better Than This“ aus ihrem bevorstehenden ersten Studioalbum, „Infinite Things“.

Doch es ist viel mehr als ein Album über das Mutterwerden.

Es beschäftigt sich eingehend mit den Themen Krankheit und Verlust. Es geht darum, innerhalb einer langfristigen Beziehung den Weg zurück zur Romantik zu finden. Es ist – und das ist möglicherweise das gewagteste Element – ein Cri de Coeur in Richtung Musikindustrie, von einer Künstlerin, die seit zwei Jahrzehnten aktiv ist. Ganz zweifellos ist „Infinite Things“ ihr bislang persönlichstes Album – denn sie ist endlich bereit, ihre Wahrheiten mitzuteilen.

Paloma Faith schrieb die meisten Songs des Albums, bevor Covid-19 die Welt eroberte. Dann kam der Lockdown und Faith warf die Tracks allesamt in die Mülltonne und fing noch einmal ganz von vorne an.

„Durch den Lockdown wurde mir ganz deutlich bewusst, dass ich ein kreativer Mensch bin, doch einen Gutteil meiner Kreativität hatte ich durch den Kommerz und das Elternsein eingebüßt“, erkannte sie. Sie beschloss, ihre Zeit erst einmal mit Tomatenzucht, Kochen und Nachdenken zu verbringen. Die unfreiwillige Auszeit erwies sich als sehr fruchtbar. „Ich hatte das Gefühl, mein Leben wieder für mich zu haben“, sagt sie. „Ich hatte Zeit, darüber nachzudenken, wer ich bin und was mir wichtig ist.“

Nachdenken… dafür hatte die 39-Jährige in den vergangenen Jahren fürwahr nicht allzu viel Muße gehabt.

Vier Alben, eine florierende Schauspielkarriere, darunter eine Rolle als Pennyworth in der gleichnamigen Batman-Prequel-Serie von Epix, Botschafterin für Greenpeace und Oxfam, dazu einige Jury-Tätigkeiten in der TV-Show „The Voice“.

„Schauspielen ist für mich wie Urlaub“, schmunzelt sie. „Es ist so schön, etwas gemeinschaftlich zu machen und jemanden zu spielen, der nicht ich bin. Pennyworth verteilt Arschtritte, sie ist ein schlimmer Mensch und sie schert sich einen Dreck. Ich dagegen bin sehr empfindlich gegenüber dem, was andere fühlen. Aber als Pennyworth darf ich Leute umbringen und verprügeln!“

Der Lockdown führte Faith vor Augen, dass sie den Großteil ihrer Karriere „in einem Hamsterrad“ war. Sie verbrachte die Quarantäne mit ihrem langjährigen Partner und ihrer Tochter in London und hatte endlich Zeit, Bilanz ihrer rasanten Karriere zu ziehen und darüber nachzudenken, was für sie wirklich von Bedeutung ist.

„Die Philosophie hinter dem gesamten Album besteht darin, sich mit der Frage zu befassen, was eigentlich wichtig ist. Wir leben in einer Welt, in der kleine Dinge so viel Wert haben, aber wir nehmen uns nie die Ruhe, um einmal Bilanz zu ziehen. “

Faith nahm das Album in ihrem Keller auf, wo sie sich u.a. beibrachte, ihre eigenen Gesangsaufnahmen zu produzieren – zum ersten Mal in ihrer Karriere. „Ich dachte immer, dass Produzieren sehr kompliziert ist“, scherzt sie. „Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich recht simpel ist“. Das Zuhause-Aufnehmen entpuppte sich als ein vollumfänglich befreiendes Erlebnis. „Niemand beobachtete mich beim Singen“, erklärt sie. „Ich sang ganz alleine. Eine Situation, die mich geradezu beflügelt hat“.

„Infinite Things“ ist ihr bislang persönlichstes Album.

Es basiert auf den Erfahrungen, so viele Jahre in einer langfristigen Beziehung mit jemandem verbracht zu haben (ihr Partner ist der Künstler Leyman Lahcine), dass Faith schon beinahe vergessen hat, wann das nächste Jubiläum ansteht. Der Song „Last Night on Earth“ befasst sich mit einer Situation, die vielen Paaren vertraut ist – wenn man sich streitet und erst dann ins Bett gehen kann, wenn man   sich versöhnt hat -, während sich das Stück „Better Than This“ den eher unschönen Begleitumständen einer untergehenden Beziehung stellt. „Es ist ein Liebeslied für Menschen, die bleiben“, erklärt Faith. „Es geht um dauerhafte Liebe, mit allen Fehlern, Nachteilen und Mängeln“. Sie macht eine Pause, bevor sie fortfährt. „Ich glaube nicht, dass ich jemals so ein Liebeslied gehört habe.”

“Es ist ganz buchstäblich so passiert”

Der Lockdown sorgte aber auch für die Auseinandersetzung mit einigen schwierigen, dunkleren Wahrheiten: ihr unangenehmes Verhältnis zur Musikindustrie. Die kommende Single „Monster“ erzählt die Geschichte ihrer Beziehung zur Industrie, von den Anfängen, als sie als 27-Jährige vorgab, zehn Jahre jünger zu sein, um besser bei den männlichen Entscheidern der Plattenfirmen anzukommen (Faith hatte in ihren Zwanziger ihre jüngere Schwester nach dem Zusammenbruch der Beziehung zu ihren Eltern unterstützt). In allen Details. „Es ist ganz buchstäblich so passiert“, bestätigt Faith.

„Bevor ich meinen Plattenvertrag unterschrieb, hatte ich nichts und ich war sehr glücklich“, erinnert sie sich. „Doch dann gewöhnt man sich an gewisse Dinge, wie z.B. dass eine gewisse Menge von Zuschauern zu seinen Konzerten kommt und deine Songs kennt, und die Bestätigung, die damit einhergeht“. „Monster“ zeigt nun, „wie es sich anfühlt, wenn man zu einer großen, wichtigen Person gemacht wird, die ihren gesamten emotionalen Ballast und Schmerz offenbart, während die Leute sich zurücklehnen, zuschauen und zuhören“, sagt sie.

Wenn du ein bestimmtes Level an Berühmtheit erreicht hast, dann verlierst du den Kontakt zu jenen Dingen, die dich ursprünglich in diese Position gebracht haben. „Als ich in größeren Hallen auftrat, begann ich, die kleineren Hallen zu vermissen”, erinnert sie sich. „Ich vermisste das Wild-Plakatieren und das Gefühl, wenn einem das Blut durch die Adern pumpt”. Nach Jahrzehnten, in denen jedes ihrer Worte von der Presse falsch wiedergegeben wurde, wollte sie am liebsten keinen Pieps mehr von sich geben. „Ich fing damit an, mich einzufügen, damit ich nicht mehr in den Schlagzeilen auftauchte”, sagt sie heute.

Paloma Faith ist ein Malocher.

Bereits mit vierzehn begann sie zu arbeiten. „Seitdem war ich nie arbeitslos!“, erklärt sie. Doch ihr kompromissloser Sinn für Moral kollidierte manchmal unvermittelt mit den Vorstellungen der Musikindustrie. Führungskräfte von Plattenlabels in den USA wollten, dass sie das Video für ihren 2014er-Hit „Only Love Can Hurt Like This“ erneut drehte, weil sie darin einen schwarzen Mann küsste: Faith lehnte ab. „Ich sagte: ‚Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn ich den Durchbruch in Amerika unter diesen Bedingungen geschafft hätte“, sagt Faith. „Die Entscheidung, eine Beziehung mit Menschen verschiedener Rassen im Video zu zeigen, war mit voller Absicht“.

Die Labelmanager schickten sie umgehend zurück nach Großbritannien. „Ich bin nicht einmal über Nacht geblieben“, erinnert sie sich. „Ich habe nie wieder von ihnen gehört“. Sie bereute die Entscheidung keine Sekunde. „Ich habe das Gefühl, Erfolg zu haben, ohne meine Moral zu kompromittieren“, sagt Faith. „Ja, ich habe Fehler gemacht, ich hatte eine große Klappe und ich habe entsetzliche Outfits getragen. Aber in meinem Kern kann ich mich auf meine moralischen Grundsätze verlassen“.

Die Promi-welt ist kein sicherer oder gesunder Ort für ein Baby

Es war Palomas großer Wunsch, ihre kleine Tochter vor den zersetzenden Auswirkungen der Promi-Kultur zu schützen. Dies führte zu der Falschmeldung, sie plane, ihr Kind  „geschlechtsneutral“ zu erziehen. „Als ich mein Kind zum ersten Mal bekam, war ich sehr beschützerisch, weil ich das Gefühl hatte, dass die Promi-Welt kein sicherer oder gesunder Ort für ein Baby ist“, sagt sie. „Ich habe alle Details über das Baby, ihren Namen und ihr Geschlecht, weggelassen, weil ich sie aus der Öffentlichkeit heraushalten wollte. Aber es wurde von den Medien falsch wahrgenommen und berichtet, ich wollte sie geschlechtsneutral erziehen. Eigentlich wollte ich einfach nur nicht über mein Kind sprechen. Weil sie vielleicht keine berühmte Person sein möchte, wenn sie aufwächst“.

Faith hat nach dem Lockdown ein neues Gefühl entwickelt, was ihre Prioritäten angeht.

„Ich habe die Kunstschul-Studentin wiederentdeckt, die immer noch in mir lebt“, sagt sie. Es ist eine Entscheidung, der sie den herausragenden Album-Track „Me Time“ widmet, ein Song, der jedem aus der Seele sprechen wird, der die erzwungene Auszeit während der globalen Pandemie genutzt hat, um auf das zurückzugreifen, was im Leben wirklich wichtig ist. „I need some me time”, singt sie, „figuring out who I want to be time.”  „Der Song handelt davon, den Lockdown mit Menschen zu verbringen, die die ganze Zeit deine Aufmerksamkeit wollen“, sagt sie. „Man hat nie eine Pause!”

Faith hat die Platte zu Hause mit einer kleinen Gruppe langjähriger Mitarbeiter fertiggestellt, darunter Produzent Patrick Wimberly und Songwriter Ed Harcourt. „Wegen des Lockdowns habe ich damit angefangen, viel unverfälschter zu schreiben. Ich war alleine und komponierte zu Klavier-Parts, die die Leute mir geschickt haben.“ Der Titel „If This Is Goodbye“ ist laut Faith „der beste Song, den ich je geschrieben habe“. „Er handelt davon, zu erfahren, dass ein sehr lieber Freund von mir, der sehr krank war, es möglicherweise nicht schafft“, sagt sie. „Ich habe mich beim Schreiben eines Songs noch nie so exponiert gefühlt.“

“Es ist mein Alleinstellungsmerkmal!”

Faith wird von ihrer Fangemeinde u.a. deswegen so sehr geliebt, weil offen mit ihren Unzulänglichkeiten umgeht. „Es ist mein Alleinstellungsmerkmal“, sagt sie. „Sie mögen es, wenn ich mal einen Text vergesse, dann lachen sie und helfen mir“. Sie sehnt sich danach, wieder aufzutreten, den Schweiß und die Euphorie einer Menschenmenge wieder zu spüren, wenn alle zusammen tanzen. „Das ist der Grund, warum ich Musik mache“, sagt Faith. „So lange nicht auftreten zu können, macht mich am meisten traurig.“

Dies ist eine neue Paloma Faith, eine Paloma Faith, die in sich hineingehorcht hat und keine aufgeräumte, polierte Showbusiness-Veteranin fand – sondern eine 22-jährige Kunststudentin, die ausschließlich von ihrer ureigenen Kreativität geleitet wird. „Ich habe eine andere Perspektive, wer ich jetzt sein möchte“, erklärt sie.

„Mich interessiert es nicht mehr, ob mich die Menschen im ‚Daytime TV’ mögen. Ich habe die Gründe wiederentdeckt, warum ich überhaupt angefangen habe, Musik zu machen.“

Quelle: Sony Music Germany

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