Charles „Chuck“ Edward Anderson Berry wurde am 18. Oktober 1926 in St. Louis, Missouri geboren und verstarb am † 18. März 2017 in Wentzville, Missouri. Er war ein US-amerikanischer Sänger, Gitarrist, Komponist und ein Pionier des Rock ’n’ Roll. Er wurde 1985 in die Blues Hall of Fame aufgenommen und 1986 als erstes Mitglied in die Rock and Roll Hall of Fame. Seine Vorbilder waren Nat King Cole, Louis Jordan, Muddy Waters und T-Bone Walker. Chuck Berry gilt als wichtiger Impulsgeber für die Entstehung der Beatmusik und als Erfinder des Duckwalks.

Chuck Berry etablierte in den 1950er Jahren fast im Alleingang die Gitarre als führendes Instrument in der Rockmusik. Andere Künstler der Zeit zeigten sich zwar auch gerne mit einer Gitarre, verwendeten sie aber nur zur rhythmischen Begleitung; Soli und Einwürfe kamen von der Begleitband. Berry präsentierte die Gitarre gleichberechtigt zum Gesang. Er setzte sie sowohl zur Begleitung ein, meist mit Powerchords auf den tiefen Saiten, aber auch für Soli, Fills und Licks in den höheren Lagen. Bei letzteren spielte er meist über wenigstens zwei Saiten („double stops“), was einen volleren, dynamischen Ton erzeugte. Auch seine Bendings erfolgten oft auf zwei Saiten.
Großen Einfluss hatten auch die Texte, die er zu seinen Liedern schrieb. Durch seine bürgerliche Herkunft mit Literatur, Theater und Bibel vertraut, machte er durch hintergründige und sprachverliebte Lyrik anspruchsvollere Texte für den Pop salonfähig und inspirierte maßgeblich die Frühwerke von Bob Dylan, Mick Jagger und John Lennon.
Chuck Berry, der sich musikalisch stets treu geblieben ist, gehört zu den Legenden des Rock ’n’ Roll. Er steht in einer Reihe mit Stars wie Little Richard und Fats Domino. Seine Riffs und Licks prägen nach wie vor den Rock ’n’ Roll. Viele seiner Hits wurden von Rockgrößen wie den Beatles, den Beach Boys, den Rolling Stones, Jimi Hendrix, Elvis Presley, Buddy Holly, Paul McCartney, The Sonics oder Electric Light Orchestra nachgespielt. Die Beatles äußerten einmal, dass sie ohne Berry niemals angefangen hätten, Musik zu machen. Die Rolling Stones starteten ihre Karriere mit Chuck-Berry-Songs, und Keith Richards bezeichnete sich wiederholt als Berrys größten Fan. Musiker wie Simon and Garfunkel, Eric Clapton, Bruce Springsteen, AC/DC (deren Gitarrist Angus Young als glühender Verehrer von Berrys Musik gilt) und Motörhead coverten ebenfalls seine Stücke. Status Quo beenden seit über 40 Jahren ihre Konzerte mit Bye Bye Johnny und spielten auch andere Berry-Kompositionen wie Rock and Roll Music, Carol oder Roll over Beethoven live.

Der Rolling Stone listete Berry auf Rang fünf der 100 größten Musiker, auf Rang sieben der 100 besten Gitarristen, auf Rang vier der 100 besten Songwriter und auf Rang 41 der 100 besten Sänger aller Zeiten.
Zu seinen einflussreichsten Songs zählt Roll Over Beethoven.

Der Hochschullehrer und Musikpublizist Lutz Lesle schreibt dazu: <

„Diese demonstrative Geste, die dem elitären Gehabe der oberen Gesellschaftsschicht in den USA eins auswischen wollte, hat in der Folge Schule gemacht. Die Beatles haben den Song aufgegriffen, mit ihnen manche anderen Musiker der ‚Szene‘: Und so entstand allmählich ein Kapitel Wirkungsgeschichte Beethovens innerhalb der Popmusik. Das bildungsbürgerliche Entweder/Oder, ‚Beethoven oder Rock‘, versuchten die Rockmusiker als ideologisches Vorurteil zu entlarven. Sie propagierten ‚Rock mit Beethoven‘.“
– Lutz Lesle: Die Zeit

Neu war grundsätzlich beleuchtet daran das Verhältnis des Rock ‘n’ Roll zu den Massenkommunikationsmitteln Schallplatte und darüber Rundfunk, TV und Film. Rock ‘n’ Roll hatte in diesen Mitteln seine Grundvoraussetzungen für sein Dasein. Er akzeptierte diesen Umstand kompromisslos als Chance für künstlerisches Wirken. Die geldbringende Wirkmächtigkeit, welche die Rock ‘n’ Roll-Musik und allgemein die Pop-Musik zeigte, hatte es zuvor in diesem Ausmaß nicht gegeben. Dies ist nicht, wie oft behauptet, in interpretierter Exotik seiner afroamerikanischen Wurzeln begründet. Denn bereits in der Ära des Swing – über zwei Jahrzehnte zuvor – sind „schwarze“ Künstler und Bands durch ein ganz uneinheitlich hautpigmentiertes Publikum bestätigt worden. Anders als oft behauptet, hat es auch davor schon Austauschvorgänge zwischen sogenannter „schwarzer“ und „weißer“ Musik gegeben. Die teilweise erfolgte Vortäuschung einer völlig separaten Entwicklung afro- und euroamerikanischer Musik fußte in rassistischer Argumentation. Mit dieser wurde versucht errichtete Rassenschranken zu legitimieren, indem ein angeblich in der Hautpigmentierung begründeter tatsächlicher kultureller Gegensatz zwischen „schwarz“ und „weiß“ behauptet wurde, den erst der Rock ‘n’ Roll überbrückt habe. Die Beziehungen zwischen der afroamerikanischen Bevölkerungsminderheit in den USA und den Amerikanern „weißer Hautfarbe“ sind auch vor dem Hintergrund willkürlich aufgerichteter Rassenschranken weit vielschichtiger, als ein solches schematisches Schwarz-weiß-Verklären suggeriert.

Das politische Klima zur Entstehungszeit des Songs war: Nur wenige Monate zuvor stellte der Busboykott von Montgomery von 1955/1956 die Rassentrennung in Frage. Dieses Ereignis wird als die Geburtsstunde der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung angesehen.
Es war unter anderem das Roll Over Beethoven von Berry, in dem das neue musikalische Selbstverständnis der sich in den USA bereits auf ihrem Höhepunkt befindenden Rock ‘n’ Roll-Begeisterung ihren provokanten und herausfordernden Ausdruck fand. Dieser blieb als so etwas wie ein Leitmotiv des Rock ’n’ Roll bestehen.

Anlässlich seines 90. Geburtstags kündigte Berry die Veröffentlichung eines neuen Albums mit dem Titel Chuck an. Das Album erschien Mitte 2017 beim Label Dualtone und ist Berrys Ehefrau Themetta „Toddy“, mit der er zum Zeitpunkt der Ankündigung seit 68 Jahren verheiratet war, gewidmet. Es ist posthum erschienen.
Berry wurde am 18. März 2017 tot in seiner Wohnung im St. Charles County im US-Bundesstaat Missouri aufgefunden. Am 9. April 2017 wurde er in seiner Geburtsstadt St. Louis beigesetzt

Quelle: Wikipedia

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